Frühling // Ehrenamt // und so

Endlich ist der Frühling hier spürbar angekommen. Die Zeit wurde auch schon wieder auf Sommer umgestellt . . passt alles.
Die ätzende feuchte Kälte hat sich seit ein paar Tagen verkrümelt und es soll auch noch ein bisschen so frühlingshaft bleiben. Das ist zwar hier, ganz im Norden, noch lange nicht das Gleiche wie im Süden, aber egal. Hauptsache die Sonne und Plus Grade.
Gestern habe ich den ganzen Tag im vorderen Garten gewerkelt. Der hat soooo laut nach Arbeit gerufen und des war jetzt genau der richtige Zeitpunkt. Nach dem Aufstehen war mir wieder mal gleich ordentlich kotzig. Das hat sich zum Glück, nach einer Pille und noch mal einer Stunde Schlaf, wieder erledigt und ich konnte das tun, was ich mir für Schönwetter, vorgenommen hatte.
Das Thema Essen, Ernährung und Appetit, sind leider noch immer aktuell. Es ist nicht mehr ständig und täglich problematisch, aber es ist eben auch noch immer nicht wirklich gut. Diese immer wieder auftetende Übelkeit ist einfach nervig. Ich habe das zwar meist schnell mit einer Pille und oft auch noch einer Stunde Schlaf wieder weg, aber es nervt eben ein wenig. Außerdem macht mir die letzten Tage die linke Hüfte vermehrt Probleme, vor allem beim Aufstehen nach Sitzen. Ich unternehme da jetzt erst mal nichts und werde einfach beobachten wie sich das entwickelt. Die letzten Wochen war einfach auch Wetter bei dem viele Menschen vermehrt, Gelenk- und Knochen- Probleme habe und ich möchte das jetzt erst mal unter diesem Aspekt betrachten. Umdenken kann ich immer noch.

Heute habe ich es dann auch noch geschafft, (ohne Übelkeit nach dem Aufstehen) auf der Terrasse und im hinteren Garten auch wieder klar Schiff zu machen. Ein neuer Sichtschutz zu dem unangenehmen Nachbarn ist montiert, jede Menge Laub entfernt, die Sitz- und Liegemöbel frisch bezogen und der ganze Kram, der sich den Winter über so angesammelt hatte, auf- und weggeräumt. Eine Neuanschaffung ist noch notwendig und dann ist auf meiner Terrasse alles genau so, wie ich es von Anfang an wollte. Ich habe bisher zwei „Truhen“ für den ganzen Gartenkrempel. Die brauchen aber recht viel Stellplatz und rein bekomme ich nicht wirklich viel. Außerdem ist es eine fürchterliche Wühlerei, wenn ich mal etwas suche. Also muss da jetzt noch so ein wetterfester Gartenschrank hin. Ich habe auch schon ein entsprechendes Teil gefunden, aber das muss jetzt noch ein wenig warten. Das Ding ist zwar nicht wirklich richtig teuer, im Vergleich sogar eigentlich recht günstig, aber für mich leider keine Kleinigkeit.
Jetzt kann das Wetter gerne so bleiben und weiter immer sommerlicher werden. Heute habe ich auch endlich meine im letzten Jahr erstandene Feuerschale getestet. Auch das hat super geklappt und ich kann jetzt auf meiner Terrasse schön Feuer machen, wann immer ich das möchte.

Ich bin ja immer noch ehrenamtlich tätig. Da stand jetzt wieder ein Wechsel bei der zu betreuenden Familie an. Ich bekomme dann immer von meiner Koordinatorin Kontaktdaten von einer Familie, die auf der Warteliste steht. Ich setzte mich dann mit denen in Verbindung und wir vereinbaren einen ersten Termin, zum Kennenlernen. Da wird dann besprochen, wie genau meine Hilfe aussehen sollte und wo die Bedürfnisse sind.
Da bin ich jetzt zwei Mal granatenmässig bei sehr merkwürdigen Menschen gelandet. Die hatten keinerlei Vorstellung davon, wie eine Hilfe aussehen könnte, weil sie eigentlich gar keine Hilfe benötigen. Ich habe dann mal alle entsprechenden Bereich abgeklopft und da kam dann sogar noch raus, dass es sogar schon einen Babysitter gibt. Also bei beiden Familien kam das ans Licht.
Ich finde das so was von unverschämt. Da wird sich mal schnell gemeldet, weil es etwas „billig“ gibt, obwohl weder die persönliche, noch die wirtschaftliche Situation das erforderlich machen würden. Ich war schon bei Familien die „eigentlich“ nicht wirklich ehrenamtliche Unterstützung gebraucht hätten, aber da gab es dann wenigstens einen Anlass wie z. B. eine Operation der Mutter und die Mutter, mit einem ein paar Wochen alten Baby, noch nicht wirklich wieder fit . . . da kann ich dann, auch wenn die sonstigen wirtschaftlichen Verhältnisse richtig gut sind, ohne schlechtes Gewissen anderen Familien gegenüber, tätig werden. Es geht ja immer nur um drei bis vier Monate.
Aber so überkanditelte Muttis, mit Ehemann und deutlich mehr Geld als der Durchschnitt, denen einfach noch kein ihren Ansprüchen gerechter Babysitter begegnet ist. Gesunde, sichtbar und deutlich gut situierte, nicht alleinerziehende Mütter, die meinen auf diesem Weg noch mehr sparen zu können . . . da krieg ich Pickel, das ist Mißbrauch und ausgesprochen unsozial und egoistisch. . . . .nöööö, da mache ich nicht mit.

Aber es war einfach nur blöder Zufall, dass ich jetzt gerade zwei solcher Fälle erwischt habe.
In der vergangenen Woche hat mich nun ein echter Notfall erreicht und ich kann endlich wieder wirklich sinnvolles tun. Eine noch nicht vierzig Jahre alte Mutter, Vater, Dreijähriges und ein paar Wochen altes Baby und die Mutter wird in den nächsten Wochen an ihrem unheilbar, metastasiertem Krebs sterben. Das ist drei Wochen nach der Geburt das Babys herausgekommen. Palliativ- und Hospiz-Dienste sind schon tätig und wir versuchen nun, von unserer Seite aus die Familie so gut es geht zu unterstützen. Da gibt es keine zwei Meinungen darüber ob das sinnvoll ist oder nicht und das geht auch sofort los. Ich hoffe, dass wir da wirklich helfen können und dass ich in Zukunft keine derart egoistischen und rücksichtlosen Familien mehr erwische. So egoistisch, rücksichtsloses Verhalten macht mich wirklich wütend und ist auch frustrierend. Wobei ich das während meines Termines vor Ort, komplett runterschlucke. Ich mache dann lediglich keinen weiteren Termin und gebe alles an meine Koordinatorin. Ich würde diesen Familien lieber ordentlich die Meinung sagen . . . mache ich aber nicht. Glücklicherweise scheint so unsoziales Verhalten nicht wirklich eine Tendenz zu sein, sondern war einfach nur Zufall, zwei Mal direkt hintereinander auf so etwas zu stossen.
Insgesamt ist diese ehrenamtliche Tätigkeit für mich genau das Richtige. Die Verabschiedung bei der letzten von mir über vier Monate betreuten Familie war auch ganz rührend. Ich habe ein kleines Fotoalbum der Kinder, eine handbemalte ganz entzückende Karte und ein wenig Süßkram zum Abschied geschenkt gekommen. Der Kleine den ich während dieser Zeit immer betreut habe, war richtig sauer, dass ich nicht mehr komme. Wir konnten es ihm zwar einigermassen verständlich erklären, aber die Art und Weise wie er beleidigt reagiert hat, war einfach total süß. Er ist ein ganz besonderen kleine Kerl. Er hat mich immer wieder zum lächeln und grinsen gebracht und wir haben viele tolle Sachen miteinander unternommen. Für ihn das tollste Erlebenis war wohl die Fahrt mit dem Riesenrad aber er konnte sich beim Abschied auch noch an viele andere Unternehmungen erinnern. So ein Abschied ist immer schwer, aber wenn ich weiß, dass der nächste Einsatz wirklich Sinn macht, dann komme ich damit klar.

Meine alte Katzenlady hat gestern und heute bemerkt, dass ich draussen bin und sich das auch alles mal genauer angesehen, aber dann ist sie doch lieber wieder in meinem Bett verschwunden und hat geschlafen. Sie ist nun deutlich spürbar eine alte Lady geworden. Sie hat nicht mehr sehr viel Lust, draussen rum zu streunern, zumal das immer auch Zusammentreffen mit andern Katzen und Katern bedeutet. Darauf hatte sie noch nie viel Lust und inzwischen überhaupt nicht mehr. Sie nutzt inzwischen lieber das Katzenklo, als ihre Geschäfte draussen zu erledigen. Man merkt es an allen Ecken. Aber ansonsten ist sie ganz die Alte und geniesst ihr Leben eben auch nach ihrer Vorstellung und ihren Kräften.

Einigermassen warmes und trockenes Wetter, mein Garten und Termine mit Kindern/Babys. Jetzt kann der Sommer kommen und so kann es gerne weiter gehen.

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5 Gedanken zu “Frühling // Ehrenamt // und so

  1. Die Lungenmetastasen werden mir das Leben, aufgrund der Lage, nicht nehmen, egal wie groß sie werden sollten. Die liegen auf beiden Seiten, wirklich ganz weit und tief unten und da stören sie auch mit mehr Zentimetern nicht wirklich. Diese Aussage kam vom Lungenfacharzt, nachdem er mit mir gemeinsam die CT-Bilder angesehen hat.
    Bei Lungenmetastasen gibt es meist eher Probleme durch Pleuraerguß und die üblichen Nebenerscheinungen.
    Die von Dir genannte Chemo ist leider nix für mich. Ich habe andere Rezeptoren, außerdem steht auch wieder Kotzen auf dem Beipackzettel 😉
    Gruß
    Sue

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  2. „Klinische Studien haben gezeigt, dass Ibrance® in Kombination mit einer endokrinen Therapie wie Letrozol ein Fortschreiten von HR-positivem/HER2-negativen metastasiertem Brustkrebs deutlich länger verzögern kann ……..“ https://www.pfizer.de/presse/meldungen/details/news/neues-medikament-bei-fortgeschrittenem-metastasiertem-brustkrebs-pfizer-erhaelt-eu-zulassung-fuer-brustkrebsmedikament-ibranceR/

    das trifft auf mich nicht zu. 1. Ich bin nicht HR-positiv. 2. Ich mache keine „endokrine Therapie“
    Dieses ganze Zeug hat meine Lebensqualität massiv beeinträchtigt und das werde ich ganz sicher nicht nochmal versuchen.
    Und ansonsten gilt, meine Chemo wirkt noch immer und ich mache mir keinen Kopf über ungelegte Eier.
    Wg. Pleuraerguss: ich habe hier noch nicht mal die ganzen alten Artikel eingestellt und zur Zeit ganz andere Dinge zu tun, als an der Kiste zu sitzen 🙂

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  3. Richtig, mein Tumor und die Metastasen sind E+++ und P+++ und ich hatte alle üblichen Antihormontherapien versucht. Alle reichlich geschädigt abgebrochen und aufgegeben. Ich hatte so schlimme Knochenschmerzen, dass ich am Morgen nur auf allen Vieren aus dem Bett kam und das hat dann mit Lebensqualität so gar nichts mehr zu tun. Es hat Monate gedauert bis das wieder weg war und darauf lasse ich mich auf keinen Fall nochmal ein. Mein Tumor und die Metastasen waren nie Her xyz positiv.
    Hier ist es heute auch recht kühl, soll aber zum WE wieder besser werden. 🙂

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  4. Stimmt, ein e vergessen :/
    Leider ist hier dieses Wochenende nicht mehr wirklich Frühling. Aber Hauptsache es blüht so langsam ringsrum und wird grüner.
    Gruß

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  5. Hallo Petra; auch wenn der Anlass für Dein Eintreffen hier ein äußerst beschissener ist, begrüße ich Dich ganz herzlich. Sehr viel „fachliches“ steht hier leider noch nicht. Du kannst Dich aber gerne auch mit ev. Fachfragen an mich wenden. Ich war knapp dreissig Jahre Krankenschwester und bin jetzt seit zehn Jahren Krebspatientin.
    Das mit dem Methadon ist leider recht problematisch. Ich musste für mein erstes Rezept zu eben diesem Palliativmediziner nach Iserlohn fahren. Erst dann war mein Onkologe vor Ort bereit, mit die Folgerezepte auszustellen. Er wäre auch heute nicht bereit, mir ein erstes Rezept auszustellen. Ich hatte in Hamburg von einer Schmerzpraxis bis zum Suchtmediziner, alles vergeblich versucht. Ich werde mal meine Fühler ausstrecken, ob es da etwas neues gibt, bin aber sehr pessimistisch.
    Lieben Gruß
    Sue

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