Der nächste Schritt

Diese Woche war Termin beim Onkologen. Diesmal ein sehr langer Termin. Wir haben etwa eine Stunde gesprochen. Als ich neulich in der Praxis ein paar Rezepte abgeholt habe, hat mich ein Kollege von ihm, über den Tresen hinweg, vor einigen anderen Patienten, wegen des Methadon blöd und für alle hörbar, angemacht. Das konnte ich natürlich nicht auf sich beruhen lassen. So was geht gar nicht und ich lasse mir solche Dinge schon lange nicht mehr gefallen. Sämtliche Ärzte der Praxis sind, was Methadon angeht, ziemlich entnervt. Sie mußten fast jedem Patienten erklären, wann und warum, dieses Mittel Sinn macht, oder eben nicht. Da fehlt bei sehr vielen Patienten einfach viel Wissen um die Zusammenhänge. Wenn man das dann zum dreihundertsten Mal erklärt hat, verliert auch ein Onkologe mal jedes Gefühl für Anstand . . .  so ungefähr war die Erklärung. Am Ende ist mir das als Betroffene aber völlig egal und ich kann wenigstens so etwas wie Privatsphäre verlangen. Mein Onkologe wird mit seinem Kollegen wohl noch mal darüber sprechen.

Im Anschluß hat er mir den Termin für das CT vereinbart und den Überweisungsschein fertig gemacht. Dann mußte auch schon wieder Blut abgenommen werden, weil vor dem CT-Kontrastmittel immer die Schilddrüsen-und die Nierenwerte aktuell geprüft werden müssen.

Eine Woche danach, ist dann die Besprechung des akutellen CT.

Eigentlich erwarte ich nichts. So gar nichts. Seit sieben Jahren tippel ich regelmässig zum CT und es ist immer das Gleiche. Veränderungen im Millimeterbereich, welche keinerlei Einfluss haben. Da sich sowohl an der Therapie, als auch symptomatisch, nichts verändert hat, wird das auch beim CT so sein. Ich hatte mich ja jetzt erfolgreich volle 12 Monate davor gedrückt, aber jetzt ging kein Weg mehr daran vorbei. Ich gehe davon aus, dass man im Hirn wieder mehr Entzündungsherde sieht, was von der MS kommt und zumindest teilweise diese übermäßige Müdigkeit erklären kann. Aber wirklich neu, ist das ja auch nicht. Selbst wenn da jetzt irgendwelche größeren Veränderung im negativen Sinn gefunden werden sollten, werde ich mich auf keine Änderungen in der Therapie einlassen. So lange ich nicht unter irgendwelchen schlimmen Symptomen leide, bleibt alles wie es ist.

Ich hoffe, wenn ich das CT und die Besprechung   hinter mir habe, kann ich das Thema Ärzte und Wartezimmer, wieder für möglichst viele Monate, abhaken. Ich bin mir sehr bewußt, dass sich die Situation, jederzeit um 100% drehen kann. Aber das werde ich merken wenn es losgeht und da mache ich mir dann einen Kopf. Die Zwischenzeit verbringe ich, wie bisher, möglichst Arzt frei.

Der nächste Nordseeurlaub ist schon gebucht. Diesmal ein paar Monate früher, und daher nicht mehr ganz so wahnsinnig weit weg. Darauf freue ich mich schon sehr und ich werde diese Tage, so raus aus allem Alltag, wieder mehr als geniessen. Man mag das für bekloppt halten, aber ich habe heute, weil ich gerade drüber gestolpert bin und es ein Angebot war, eine Flasche After Sun Gedöns gekauft . . . .  da liegt mein Fokus und das bleibt auch so.

Dann wurde ich für einen Award nominiert

mystery-blogger-award

Dazu schreibe ich demnächst einen eigenen Beitrag. Da muss ich erst noch ein wenig nachdenken und den Kopf einigermaßen frei haben. Ich wollte es nur schon mal erwähnt haben. Auch damit klar wird, dass es bei mir angekommen ist  😉

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5 Gedanken zu “Der nächste Schritt

  1. Hallo Sue, ich wollte mich nochmal für deinen Bericht und deine Erklärungen übers Methadon bedanken, denn durch dich bin ich erst dazu gekommen. Ich hatte vor 2 Wochen ein MR der Brust und ich konnte es nicht glauben! Meine beiden Brusttumore sind weg! Ich bin tumorfrei. 🖒
    Meine Knochenmetastasen spüre ich kaum, dank Methadon. Ich habe nun wieder mehr Hoffnung, dass es noch einige Zeit so bleibt und mein Leben weiter so lebenswert bleibt. DANKE

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  2. Hallo Sue,
    sehr lebendig geschriebener Bericht – ich habe die Szene am Thresen praktisch vor mir gesehen. Recht hast du, auch wenn Frau Doktor genervt ist hat man Anspruch auf Privatsphäre!
    Ein paar Arzttermine stehen mir ja auch noch bevor, habe Ende November einen Termin beim Endo bekommen (schneller als erwartet) und kurz vor Weihnachten beim Phoniater. Wird spannend, in beiden Fällen werden das ganz neue Erfahrungen.
    Wünsch dir jedenfalls alles Gute! (Und danke für die Info dass die Nominierung angekommen ist – lass dir Zeit, muss passen.) 😉

    Viele Grüße
    John

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    • Soooo schnell beim Endokr… ist fast ein Wunder. Bin mal gespannt was Du erzählst. Meiner Erfahrung nach, hören diese Ärzte etwas aufmerksamer zu, was der Patient über seine Beschwerden berichtet, machen dann Tests und danach Nägel mit Köpfen . . . . also wenn es etwas zu tun gibt
      Gruß
      Sue

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