Das Warten hat sich gelohnt

Endlich hatte ich den Termin bei der Neurologin/Psychiaterin. Zwei Mal wurde der vor Monaten vereinbarte Termin, nochmal um je zwei Wochen verschoben. In der Praxis war auch die Grippe unterwegs. Aber jetzt war es dann endlich doch so weit.

Eine nette junge Ärztin. Sie ist ein klein wenig erschrocken bei den Diagnosen, hat aber nicht diesen nervigen Mitleids-Dackel-Blick aufgesetzt. Jemand mit meinen Diagnosen, Prognosen und überraschenden Überlebenszeit, hatte sie noch nicht in der Praxis.

Sie hat sehr schnell begriffen wo mein Problem seit letztem Jahr Mai liegt. Wir haben auch nicht ewig lange über Auslöser oder Ursachen geredet. Ich konnte ihr ziemlich genau den Anfangszeitpunkt nennen.

Dass aktuelle Konzept ist jetzt eine Erhöhung des mir schon bekannten Antidepressivum. Ich hatte mit der Einnahme ja schon auf eigene Faust begonnen, nachdem ich geschnallt hatte, was da gerade bei mir abgeht. Aber mit der Dosierung war ich, so ohne ärztlichen Rat, natürlich eher zurückhaltend. Da werden die Optionen jetzt einfach ausgeschöpft.

Außerdem habe ich ein Mittel bekommen, welches meinen Nachtschlaf wieder verbessern soll. Kein Schlafmittel, sondern ein Psychopharmaka.

 

So wirklich klar/sicher ist nicht, ob es sich um eine Depression handelt. Wenn der aktuelle Plan in ein paar Wochen nicht eine klare und deutliche Besserung bringt, tendiert der Verdacht eher in Richtung Narkolepsie (was nach aktuellem Stand der Wissenschaft, wohl auch eine Autoimmungerkrankung ist und damit ja in meiner Reihe der Diagnosen, sehr plausibel und passend wäre) Dafür gibt es auch schon Plan B.

Aktuelle Probleme kann ich mit der Ärztin per Mail klären. Das finde ich wirklich sehr angenehm und bin davon begeistert. Im Notfall kann ich ohne Termin auflaufen. Rezepte können auch jederzeit abgeholt werden. In ein paar Wochen möchte sie von mir lesen, wie das aktuelle Konzept greift. Den nächsten offiziellen Termin habe ich erst in gut drei Monaten. Das ist alles absolut so, wie ich es gut finde.

 

Das Problem mit der Ernährung, habe ich seit ein paar Tagen auch ohne Pillen wieder einigermaßen in den Griff bekommen. Ich habe, nachdem ich viel darüber gelesen habe, angefangen, jeden Abend ein Glas Wasser, mit einem Esslöffel Apfelessig zu trinken. Das schmeckt recht angenehm und hat auf meinen Appetit und die Lust auf „vernünftigere“ Lebensmittel einen durchweg positiven Effekt.

Ich habe mir im Bioladen einen schon fast als lecker zu bezeichnenden Apfelessig gekauft. Warum und wie mir das jetzt geholfen hat, verstehe ich nicht wirklich. Ist am Ende aber auch völlig wurscht. Es hilft und ich bleibe dabei.

 

In der Zwischenheit habe ich auch mal meinen Impfstatus wieder aktualisiert. Also Kinderlähmung, Tetanus (Wundstarrkrampf), Diphterie und Pertussis (Keuchhusten) wurden aufgefrischt. Wenn ich das 60zigste Lebensjahr erreicht habe, gibt es auch noch eine Impfung gegen irgendeine Lungentzündung auf Kassenkosten dazu. Ich weiß, dass viele Erwachsene das vergessen und möchte Euch hiermit erinnern, mal wieder den Impfpass mit zum nächsten Arzttermin zu nehmen. Was das Impfen angeht, habe ich eine ganz klare Meinung und ich bin absolut intolerant gegenüber Impfgegnern. Ich bin der Meinung, wer sein Kind in KiTa, Kindergarten, Schule, sozusagen das öffentliche Leben gibt, muss es impfen lassen (das was eben üblich ist)  Alles andere halte ich für absolut verantwortungslos.

 

Meine Babysitter-Termin lasse ich ja möglichst nie ausfallen. Diese Stunden tun mir noch immer ausgesprochen gut und ich kann damit auch noch jeweils eine Familie ein klein wenig unterstützen. Ich finde Kinder einfach toll. Es macht Spass die Entwicklung zu beobachten und zu erleben. Die Unterschiedlichkeit ist sehr spannend. Die Offenheit und völlige Abwesenheit von Urteilen und Vorurteilen ist erfrischend. Ab einem bestimmten Alter wird das leider anders, aber das ist bei jedem Kind zu einem unterschiedlichen Alter und Zeitpunkt.

Als Eltern hat man oft viel zu viel mit Organisation, Arbeit, Alltag, Verantwortung etc zu tun und bekommt da vieles nicht so deutlich mit. Wenn ich ein Kind hüte, kann ich mich voll und ganz darauf konzentrieren und einlassen. Das ist das Beste an meiner Zeit mit dem jeweiligen Kind.

 

Ich möchte alle Anti-Psychopharmaka Besserwisser bitten, Ihre Weisheiten für sich zu behalten. Ich war über dreissig Jahre als Krankenschwester berufstätig und ich weiß sehr genau was ich da schlucke und ich weiß ebenso gut, warum.

Spart Euch die Kommentare, ich lösche sie eh.

Das gilt auch für sogenannte Impfgegner !!

Mit gestellten Fragen, habe ich überhaupt kein Problem.

 MEIN Blog  😊

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8 Gedanken zu “Das Warten hat sich gelohnt

  1. Natürlich erreichst Du das 60. Lebensjahr!! Ich erwarte auch noch jede Menge mehr, weil, du weißt: Meer!! Mehr Meer! 😎 Und der Apfelessig ist ein altbekanntes und altbewährtes Mittel gegen Pilze, Milben, Mückenstiche, Magendrücken… das hilft gegen alles. Ich mach das auch mit dem Schluck Apfelessig. Da spart man sich jede teure links- und rechtsdrehende Supermischung 😜

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    • Wußte ich gar nicht, dass Du das auch nimmst. Ich finde ja auch, dass es fast lecker schmeckt. Da gibt es Medizin, die deutlich schwerer runter zu bekommen ist.
      Dieser blöde, nervige und soooo späte Winter, läßt mich noch häufiger an Sommer, Sonne und Strand denken 😉
      LG

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  2. Liebe Sue,
    jedes Mal, wenn es wieder neue Nachrichten von Dir zu lesen gibt, freue ich mich nicht nur, sondern stelle schmunzelnd fest, wie erstaunlich Du doch bist… auch in Deiner Wortwahl, was eventuelle Zweifler angeht… Du bist einfach bewundernswert und ich bedauere sehr, dass ich Dich wohl niemals persönlich kennenlernen werde, dafür ist die Entfernung einfach zu groß, leider…
    Nun zu meinem Anliegen.
    Ich verfolge alles, was Du schreibst und habe mir aus aktuellem Anlass noch einmal Deine Meinung zur Skelettszintigraphie durchgelesen (Eintrag: 20.06.2017).
    Eine solche (Ganzkörper) soll in Kürze bei meiner lieben Mutter (metastasiertes Mamma-Ca. mit u. a. Knochenmetastasen an BWS, LWS, Darmbein, Clavicula, Rippe und: Hotspots an der Schädelkalotte!) zur Kontrolle durchgeführt werden. Die 1. Knochenszinti erfolgte 03/2017.
    Würdest Du auch in dieser Situation eher von der Untersuchung (Szinti) abraten bzw. eine andere Untersuchung favorisieren und warum? (z. B. MRT Schädel?) (Ich war bisher auch der Ansicht, dass der Verlauf bezüglich der Hotspots an der Schädelkalotte garnicht auf andere Art zu beurteilen sind… ). Und falls ja, welche?
    Für Deine Meinung wäre ich sehr dankbar.
    Liebe Grüße und weiterhin alles Liebe und Gute für Dich, Su

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    • Die Frage ist, was an Information wird erwartet. Das Meiste ist eben über ein Szinzitgramm, überhaupt nicht zu erfahren. Ich würde immer ein CT oder MRT bevorzugen und nach wie vor, ein Szintigramm, ablehnen.
      Bei einem Szintigramm ist man hinterher nicht wirklich schlauer und hat einen kompletten Tag verpulvert.
      Meist hilft da nur ein sehr ehrliches und offenes Gespräch mit dem anfordernden Arzt. Im Notfall auch mal deutlich werden 😉 Im Sinne von: um wessen Zeit geht es eigentlich und nach dem Szintigramm kommt ja dann sowieso das CT oder MRT. . . .
      Wäre schön wenn Du mir erzählst, wie es am Ende dann gelaufen ist.

      LG

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      • Liebe Sue, vielen lieben Dank für Deine ehrliche Meinung, ich werde somit das Gespräch mit der Ärztin suchen… es ist – mal wieder – eine „neue“ Ärztin. Die, die uns bis vor kurzem noch betreut hat, musste aus der Senologie in die Gyn. wechseln, um weiterzukommen (Facharzt). Sie war sehr umgänglich, ich konnte immer gut mit ihr sprechen… die „Neue“ kennt meine Mutter und mich noch garnicht (ich bin ja immer bei allen Untersuchungen und Gesprächen dabei), da fängt man jedes Mal von vorn an… jedenfalls wurde die Ganzkörperskelettszinti von der Oberärztin angeordnet (diese hab ich ewig nicht mehr zu Gesicht bekommen), mit der kann ich nicht so gut, meine „Fragerei“ in der Vergangenheit (als meine Mutter von März bis Juni 2017 in einer Studie (Monaleesa) war)) ging ihr eh auf die Nerven… seit Beendigung der Studie hab ich sie noch 2x gesehen… somit muss ich mich wohl oder übel mit der Assistenzärztin begnügen.
        Ich fühle mich oft so richtig von der Klinik im Stich gelassen, gestellte Fragen werden meist garnicht oder nur unzureichend beantwortet… und, was noch viel schlimmer ist, sämtliche Untersuchungen ergeben unterschiedliche Befunde… im Oberbauchsono 12/2017 waren keine (!) Lebermetastasen mehr nachweisbar (wohl Chemo+D/L-M zu verdanken), im CT 01/2018 war 1 Metastase zu sehen (0,7 cm), im OBS letzte Woche mehrere punktförmige „Läsionen“, der Arzt konnte aber nicht sagen, ob es neue M. sind oder Tumorreste von „alten“ M., jetzt soll auch wieder ein Leber-MRT gemacht werden… ich meine, man muss sich doch irgendwie mal auf eine Aussage verlassen können… Ich frage mich dann auch immer gleich, ob die Chemo noch wirkt, immerhin fiel der Tumormarker seit Beginn stetig (von 835 im Sept. auf jetzt 140 letzte Woche), ich habe mich bisher auch darauf verlassen, dass D/L-M eine Resistenz verhindert. Keine Ahnung, welche Möglichkeiten es ansonsten überhaupt noch gibt und ob meine arme Mutter das überhaupt noch verkraften würde (sie ist im 78. Lebensjahr, wirkte aber immer deutlich jünger, jetzt nicht mehr…).Du führst ja schon seit Jahren die Chemo mit Xeloda durch, erfreulicherweise gab es bei Dir wohl noch nicht das Problem der Resistenz…
        Meine Mutter hatte auch mit enormer Müdigkeit zu kämpfen, Besserung trat erst nach Einnahme von Magnesium und täglichen Spaziergängen ein, dies hilft Dir aber womöglich auch nicht wirklich weiter…
        Jedenfalls werde ich Dir gerne berichten, was bei dem Gespräch herauskommt…
        Vorab nochmal lieben Dank und weiterhin alles Liebe für Dich… Gruß, Su

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    • Hallo Sylvia,
      Danke für Deinen Gruß.
      Ich warte schon sehr sehnsüchtig auf die Tage, an denen die Temperaturen mich wieder auf die Terasse und Hollywoodschaukel lassen.
      Lieben Gruß
      Sue

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