Endlich

Endlich ist der Frühling auch hier angekommen. Es fängt an überall wieder grün zu werden. Ich habe zum ersten Mal dieses Jahr, den Rasen gemäht. Es war zwar anstrengend, aber ich habe es geschafft und war auch ein bisschen stolz. Außerdem kann ich mit meinem Hütekind jetzt endlich wieder öfter auf den Spielplatz. Aber sehr viel mehr ist, was meine Aktivität und Motivation angeht, leider nicht geschehen.

Also leider scheint das akutelle Konzept das ich mit der Psychiaterin/Neurologin abgesprochen hatte, nicht aufzugehen. Also werde ich nächste Woche mal eine Mail an sie schicken und abwarten was sie meint. Ich nehme an, jetzt kommt dann der Plan B. Also nur mal kurz in die Praxis und meine Apotheke und neue Pillen ausprobieren.

Da mein Antrieb nach wie vor, komplett abhanden gekommen ist, gibt es auch nicht wirklich viel zu erzählen. Die Stimmung ist eigentlich gut, nur diese Antriebsprobleme frustrieren auf Dauer einfach. Jetzt hoffe ich auf Plan B.

 

 

In der Zwischenzeit ist ein Gerichtsscchreiben eingegangen. Eine Ladung zu Beweisaufnahme und Verhandlung in der Sache gegen die Unklinik. Der letzte Vorfall war 2011, jetzt ist der erste Gerichtstermin anberaumt. Im Herbst soll das statt finden. Ich bin noch sehr unentschlossen, ob ich versuche, nicht anwesend sein zu müssen. Wenn mein Anwalt es für einen wirklich sinnvollen Vorteil hält, werde ich es auf mich nehmen. Aber eigentlich würde ich das gesamte Thema lieber weiter verdrängen und vergessen. Das Gefühl der Hilflosigkeit, des Ausgeliefertseins, der Frust und die Wut, das alles hat im Laufe der Jahre deutlich zugenommen. Ich konnte ja schon die mir geschickte Akte nicht lesen, weil es mir sofort immer schlechter ging. Ich weiß noch nicht, wie es mir geht, wenn der Termin wirklich in die Nähe kommt. Es ist ja noch ein bisschen Zeit bis dahin und ich werde ganz intensiv versuchen, mir nicht jetzt schon einen Kopf um diesen Termin zu machen.

 

 

Für Alle die damals noch nicht mitgelesen haben (in diesem Blog hier, steht davon nichts): 

Es gibt mehrere Vorwürfe gegen die Klinik. So z. B. wurde eine Bauchspiegelung gemacht, bei der hinterher keiner schlauer war als vorher, weil keine Aufnahmen der Metastasen gemacht wurden. Die Assistenzärztin die den Eingriff vorgenommen hat, wußte überhaupt nicht um was es geht und hat bei Erblicken der vielen Metastasen, sofort den Eingriff abgebrochen und beendet. Dabei wurde der Eingriff geplant, um anahnd von Fotos, Wachstum und Größe der Metastasen im Bauchfell (Peritoneum) zu beruteilen. Außerdem bei einem Stentwechsel  des Stents im rechten Harnleiter, einfach auch mal grundlos und winfach so, ein Stent in den linken Harnleiter geschoben. Der in einem weiteren, völlig überflüssigen Eingriff, wieder entfernt werden musste. Außerdem hat sich die Anästhesieabteilung, mehrfach nicht an Absprachen ghalten, welche die Therapie der Nebennniereninsuffizienz betrafen. . . .  naja und eben mehrere ähnliche Vorfälle. Wenn es nur um eine einzige Angelegenheit gegangen wäre, hätte ich so einen Zirkus mit Anwalt und Klage, nicht angefangen.

Ein Bekannter hatte das gesamte Elend mitbekommen und mir einen mit ihm, aus ähnlichen Fällen, bekannten Anwalt vermittelt. Die Aussage der Anwälte war eindeutig, also ging das Schreiben mit Anwälten, Gerichten, Gutachtern, etc. los. Im Laufe der Zeit habe ich aber festgestellt, dass ich eigentlich lieber alles vergessen würde. Jeder Brief, jedes Gutachten, kostet mich Schlaf und Nerven. Da kommt das, was ich in der jeweiligen Situation empfunden habe, verstärkt in mir hoch. Eine gewisse Fassungslosigkeit, Sprachlosigkeit, Wut, Frust, Hilflosigkeit . . .  Damals, auf mehrere Vorfälle verteilt, jetzt hoch konzentriert. . . .    aber wie schon gesagt, der Gerichtstermin ist erst im Herbst.

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5 Gedanken zu “Endlich

  1. Ich finde es wichtig, dass Du das mit dem Prozess machst! Du machst anderen Mut, sich zu wehren. Ja, es ist zuweilen so anstrengend, aber es ist trotzdem richtig!! Halte durch une Berichte, wir alle brauchen das!

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  2. Schade dass die Erhöhung der Dosis der Psychopharmaka nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat. Hoffentlich klappt Plan B .
    Angesichts Deiner Müdigkeit mache ich mir schon Sorgen ob Du die Belastung mit einem weiteren Gerichtstermin wegstecken
    kannst, zumal es ja ,wenn ich das richtig verstanden habe, nicht so aussieht als ob die Chancen gut stehen. Wenn es nicht erfolgreich ist
    dann hast Du ganz umsonst Deine eh schon sehr begrenzte Energie aufgewendet. Es stimmt schon, was Samate schreibt dass das anderen Mut macht, aber auf der anderen Seite wenn man den Prozess verliert dann kostet es schon sehr viel Kraft das zu verarbeiten und die hast Du ja gerade nicht im Überfluss.

    Ich wünsche Dir dass Du die Entscheidung triffst die gut für Dich ist und dass es Dir bald besser geht und Du den Frühling noch mehr genießen kannst.

    LG

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  3. PS: ich bewundere sehr, dass Du es trotz Antriebsproblemen schaffst Deine Kinderhütetermine immer regelmäßig warzunehmen. Ich finde das schon viel an Aktivität gerade auch mit Deiner Krebserkrankung, die ja auch noch da ist. Vielleicht bist Du ein bischen zu streng mit Dir selber was Deine Erwartungen an DIch betrifft bezüglich Aktivitäten etc. Ist nur so ein Gedanke.

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  4. Hallo Sue,
    denke bitte an Deine Gesundheit.
    Du hast die ganzen Jahre gekämpft. Für Dich und für anderen.
    Wenn Dich jetzt ein weiterer Prozess Deine wertvollen Kräfte kostet, dann lass es sein.
    Die generischen Anwälte werden ihre Euros mit entsprechenden Lügen und Gutachten weiter aufstocken und Dich vor Gericht unnötig demütigen.
    @An diejenigen die eine Teilnahme an dem Prozess befürworten …
    Fangt auch an zu kämpfen und gebt Sue damit neue Kraft!
    Gruß PS
    (PS= Du weißt schon…)

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  5. Liebe Sue,
    Ich bin mir sicher, dass Du Dich schon richtig entscheiden wirst, was den Gerichtstermin angeht.
    Bis dahin ist ja noch Zeit und solltest Du Dich – aus egal welchem Grund – dann doch dagegen entscheiden, lässt Du Dir ein Attest ausstellen, dass Dein Gesundheitszustand die Teilnahme nicht zulässt, das müsste doch möglich sein…würde ich mit dem Anwalt besprechen…
    Ich kann sehr gut verstehen, dass Du „diese Steine ins rollen gebracht“ hast… es passieren immer noch viel zu viele Behandlungsfehler, die – warum auch immer – ungeahndet bleiben, eine absolute Katastrophe… Jeder, dem so etwas widerfährt, sollte dagegen angehen aber vielen Menschen fehlt der Mut oder die Kraft dazu… Du bist ein starker Mensch, ein Kämpfer, der in seinem Leben schon so vielen Widerständen getrotzt hat, der beharrlich seinen Standpunkt vertritt, Du bist ein Vorbild an Mut, Kraft und Entschlossenheit und Du wirst – egal wie Du Dich entscheidest – auch diese Hürde nehmen… da bin ich mir sicher… wenn Du mich fragst, lasse Dir jede Option offen…
    Bis bald und Liebe Grüße, Su

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