Einleitung/Grundsätzliches/Anamnese

Einleitung/Grundsätzliches/Anamnese

Jeder der neu bei mir liest und einen Kommentar hinterlassen möchte, sollte das wenigstens ein Mal gelesen haben.

Ganz unten auf  jeder Seite steht ein Verzeichnis aller Einträge. Wer also nach einem bestimmten Eintrag sucht, einfach ganz nach unten scrollen und dort den Beitrag anklicken.

Ich blogge seit dem Tag, an dem der konkrete Verdacht auf Brustkrebs überprüft wurde. Seit dem 02.10.2006 (Die Texte aus der Zeit vor dem 09.03.2017 werden demnächst hier eingestellt)

Das Schreiben war zunächst eine reine Verarbeitungsstrategie und hat sich erst im Laufe der Zeit, auch zu einer Art Kommunkation mit anderen Betroffenen oder auch einfach nur Interessierten, entwickelt.

Ich schreibe hier auch bei weitem nicht nur über meine Erkrankung, Behandlung oder eben alles was damit zusammenhängt.

Auch in einer unheilbaren Lebenssituation, bekomme ich mit, was auf der Welt los ist und habe dazu ein Meinung.

Ich erlebe, wie jeder auch vollkommen gesunde Mensch, viele, ganz unterschiedliche Dinge, die sich natürlich auch im Blog einfinden.

Mein Leben dreht sich um viel mehr, als nur meine Krankheiten. Sie sind natürlich ein zentraler Punkt, aber eben nicht der Einzige.

Bitte verschont mich mit irgendwelchem Heilungsgedöns. Ich glaube nicht an den Osterhasen, die Sterne oder sogenannte Wundermittel. Wenn es wirklich etwas gegen Krebs wirksames gibt, wird das nicht als Geheimtipp gehandelt, sondern ganz schnell der ganzen Welt bekannt (gemacht) werden. Wobei ich davon ausgehe, dass es nie ein „Heilmittel“ gegen Krebs geben wird.

Gegen Genfehler kann man spritzen und Pillen oder sonst was schlucken, sich mit was auch immer einreiben oder auf was für Ideen man eben sonst noch so kommt . . . .  bis man schwarz wird. Es wird nichts ändern. Genfehler sind absolut natürlich und dagegen kann man, wenn er denn entstanden ist, nichts tun, außer es maximal in seiner Gewalt ein wenig einschränken. Ein Genfehler  der sich als erfolgreich erwiesen hat, wird ja sogar weiter beibehalten. Die Menschheit ist vermutlich durch Genfehler entstanden . . .  das ist der Lauf der Dinge. Also bitte keine Geheimtipps und Wundermittel.

Über die Zeit haben sich ein paar, durch das Bloggen entstandene Bekanntschaften, durch Treffen im realen Leben,  in für mich, sehr wertvolle Freundschaften entwickelt. Freunde, die ich ohne Brustkrebs nie bekommen hätte.

Ich habe im realen, nicht virtuellen Leben, auch noch andere, mir wichtige Freunde, die hier aber nicht vorkommen und teilweise auch nicht vorkommen möchten. Wenn ich über Menschen berichte, egal warum und was, ist das immer anonymisiert (oder abgesprochen und geklärt). Das verhindert natürlich nicht, dass die betreffende Person sich selbst erkennen kann. Aber wer sich hier einen Schuh anzieht, hat das selbst getan. Wer sich angesprochen fühlt, wird schon wissen warum und kann mir deshalb aber nicht ans Bein pinkeln. Wer das dennoch versucht, wird ausgesprochen Pech haben und mit den Konsequenzen leben müssen.

Ich bin ein sehr direkter und pragmatischer Mensch. Auch sprachlich. Ich schimpfe und fluche lieber als rumzujammern und zu leiden. Damit kommt nicht Jeder klar und wer das (oder mich)  nicht mag, sollte nicht hier lesen. Es wird niemand gezwungen meine Texte zu lesen. Das Lesen hier ist freiwillig. Man sollte nicht ewig hier wieder erscheinen, wenn man sich beim Lesen nur ärgert. Dann löscht bitte den Link zu dieser Seite und werdet an anderer Stelle glücklich.

Ich habe etwa dreissig Jahre als Krankenschwester gearbeitet. Da ich meinen Beruf sehr geliebt habe und immer sehr neugierig war, hat sich da einiges an Wissen und Erfahrung angesammelt. Ohne dies, wäre ich heute nachweislich, bereits tot.

Damit nicht nur ich von Wissen und Erfahrung profitiere, bin ich gerne bereit, medizinsch, fachlich, pflegerische Fragen zu beantworten. Ich bin kein Arzt und kann keine Untersuchungen machen, aber das was ich kann, mache ich gerne. Ich habe nurn seit etwa 10 Jahren eigene Erfahrung mit einer Krebserkrankung und auch hier vieles gelernt. Wenn ich etwas aus meinem eigenen Fundus nicht kann, weiß ich wo ich kompetente Worte bekomme. Ich freue mich, wenn außer mir, noch Menschen davon ein wenig profitieren können und fühle mich nicht belästigt oder belastet.

Es gibt immer wieder medizinische Themen die mir besonders am Herzen liegen. Oft Dinge, von denen ich überzeugt bin, jeder Mensch sollte sie wissen und begreifen.  Manchmal werde ich auch gebeten, zu einem bestimmten Thema etwas zu schreiben. (Diese Fachtexte werden hier auch noch irgendwann eingestellt und sind dann findbar)

So, ich denke, das war es jetzt zu Grunsätzliches und Technisches.

Dann kommen jetzt die medizinischen Daten, der Ablauf, die Krankengeschichte oder Anamnese . . . wie auch immer man das nennen will.

Ich bin 1959 geboren und lebe alleine mit meiner Katze, in einer kleinen EG-Wohnung, mit Garten vorne und hinten. Ich wohne recht ländlich, aber zentrumsnah in Hamburg. In Hamburg habe ich mich bei meinem ersten Betreten 2000, sofort zuhause gefühlt. Seit dem 1.1.2001, lebe ich in dieser wunderbaren Stadt.

Familie gibt es nicht und das ist gut so. Ich habe ein gut funktionierendes und verlässliches soziales Netz. Ich habe ausgesprochen loyale, tolle Freunde. Vieles wäre ohne meine Freunde nicht möglich und ich bin sehr dankbar,  so gut im Leben angekommen zu sein. Ich darf die Entscheidung über Therapien die ich mache oder nicht, ganz alleine für mich treffen. Ich  muss keine Rücksicht auf Menschen nehmen, die mich nicht gehen lassen wollen oder gar von mir abhängig wären.

Alles was es an Erkrankungen und  Eingriffen vor der Krebsdiagnose schon gab, spare ich hier mir.. Das würde den Rahmen sprengen. Ich war mein Leben lang, bis zum Krebs, nie wirklich schwer krank, aber auch nie sehr lange vollkommen gesund. Wenn notwendig oder im Zusammenhang, erwähne ich das dann an den entsprechenden Stellen. Wichtig ist eigentlich nur, dass ich schon einige Jahre mehr oder weniger erkannt und diagnostiziert, sogenannte Autoimmunerkrankungen hatte, wie rheumatiode Arthritis. Außerdem durch Leistunngssport (Geräteturnen)  vor allem in der Wachstumszeit, viele Probleme mit dem gesamten Bewegungsapparat, einschl. sehr frühem Bandscheibenvorfall und Arthrosen in div. Gelenken. Eben übermässiger und verfrühter Verschleiß.

Ende September 2006 taste ich nach der Sauna, beim Eincremen, einen Knoten in der linken Brust und sehe darüber eine leichte Einziehung der Haut. Alles was mir in diesen Sekunden so durch den Kopf schießt, geschieht dann auch  >>>>    Oktober 2006 Brustkrebs li. (invasiv ductal) – das folgende komplette Tumorscreening ergibt keinerlei Metastasen im Körper.  Erst Tumorresektion und nach Untersuchung des entnommenen Materials, etwa 14 Tage später: Amputation mit 6 Lymphknoten, davon 2 betroffen, einer Kapsel übergreifend. Ein Port wird implantiert und dann folgt eine Chemotherapie mit FEC und Doxetaxel. Extrem schlechte Verträglichkeit der Chemo und jedes Mal stationärer Aufenthalt (sh. Blogeinträge in dieser Zeit) Das Wort Nebenwirkungen beschreibt nicht mal annähernd das, was da mit mir geschehen ist. Von unendlichem Kotzen, bis zu verbrannten Füßen. Ausgefallene Finger- und Fußnägel, selbstverständlich kompletter Haarausfall, (was mir aber reichlich egal war) ich hatte das gesamte Programm der möglichen Nebenwirkungen und manchmal alles gleichzeitig. Aber sobald sich die Nebenwirkungen ein klein bisschen zurück gezogen haben, war ich feiern. Feiern bis zum Morgengrauen und bis hart an alle möglichen Grenzen. Das war wichtig und richtig für mich und nur so konnte ich diese Zeit überstehen. Sobald das medizinisch möglich ist, habe ich den Port wieder entfernen lassen. Es steht für mich fest, eine Chemotherapie, bei der ich einen Port benötigen würde, werde ich kein zweites Mal machen.

Ich habe zu keinem Zeitpunkt einen chirurgischen Wiederaufbau der amputierten Brust in Erwägung gezogen. Ich trage keine Prothesen. Ich stopfe nichts aus. Es ist wie es ist. Die Brust ist ab und ich habe mir ein Tattoo auf die komplette Körperseite machen lassen. Ich baue mir handelsüblich BH entsprechend um , weil es das nicht zu kaufen gibt. Ich bin nicht bereit, nur weil es nichts „Einseitiges“ zu kaufen gibt, mich zu etwas zwingen zu lassen, das ich nicht bin. Wer hierzu Tipps braucht, kann sich gerne melden.

Ich war mein gesamtes Leben ganz regelmässig bei allen Vorsorgeuntersuchungen. Ich hatte seit etwa acht Jahren eine Zyste, die angeblich NIE bösartig wird und die neun Monate vor der Diagnose, ohne Befunde, punktiert wurde. Ich kann allen Zystenträgerinnen, völlig entgegen der oft gemachten ärztlichen Aussagen, nur dringend emfpehlen, Zysten entfernen zu lassen. Besteht darauf. Denn in manchen Fällen werden sie eben doch bösartig und das merkt man dann natürlich erst recht spät. Eine Punktierung nützt leider nicht viel, da dies immer nur einen kleinen Millimeterbereich überprüfen kann. Darauf kann man sich leider nicht wirklich verlassen. Ich bin dafür leider ein gutes Beispiel.

2009 wurde ich (von Orthopäden) an einem Impingement Syndrom der rechten Schulter operiert. Bei der Nachuntersuchung etwa drei Monate später, konnte man im Röntgenbild einen massiven Metastasenbefall in Oberarmknochen und in allen Knochen der Schulter erkennen. Bei Überprüfung wurde festgestellt, dass dies schon auf dem Röntgenbild vor der Op zu sehen war, aber niemand hingesehen hatte. (Scheuklappenblick von Fachleuten) Ich sitze gegenüber von sehr betretenen Gesichtern und es wird sich vielfach entschuldigt . .. leider nützt mir das nichts und man hat mir dadurch eine wichtige Zeit, in der ich hätte aktiv etwas unternehmen können, einfach gestohlen.

Danach folgt dann natürlich wieder ein kompletter Untersuchungsmarathon von Ultraschall bis CT und Röntgen.

Dabei wurde ein Befall der Eierstöcke entdeckt.

Das komplette Skelett ist voll mit Metastasen, jeder Knochen, jeder Wirbel, jede Rippe . . . Vom Schienbein bis zum Schädel, alles voll. Nicht zu zählen. (später wird festgestellt, dass trotz der großen Menge an Metastasen, keine erhöhte Frakturgefahr besteht, was ein ganz, ganz großes Glück ist und sich bis heute gehalten hat)

Drei Metastasen in der Leber.

Zwei in der Lunge.

Bei der Entfernung der Eierstöcke wird das von Metastasen massiv befallene Bauchfell fotografiert. Diagnose: ausgeprägte Peritonealkarzinose

Die rechte Brust ist später auch befallen und komplett gefüllt mit Metastasen. Sie wird auch amputiert und direkt mit Silikomimplantat gefüllt.

Ab jetzt bin ich unheilbar und man schätzt meine Überlebenszeit, realistisch, auf ca. 18 Monate.

Den behandelnden Ärzten teilte ich vor der Tumorkonferenz mit, ganz egal was da als optimal entschieden wird – eine Chemo mit Kotzen im Nebenwirkungsprofil und Port, wird für mich nicht noch einmal stattfinden. Ich habe mich für eine Tabletten-Chemo mit Capecitabine (Xeloda) entschieden. Etwas anderes kommt für mich nicht in Frage. Es geht um mein Leben, meine Lebensqualität und das entscheide alleine ich. Das wird von allen Ärzten auch so akzeptiert und steht dann auch im Protokoll der Tumorkonferenz. Danach beginne ich mit der Einnahme von Xeloda. Bis heute. Weitgehend durchgängig.

In den ersten drei Monaten mit Xeloda, verschwinden von den drei Lebermetastasen zwei komplett und alles Andere bleibt nach ca drei Jahren der Einnahme, sozusagen stehen. Hält die Luft an. Bis heute. Es wird nicht mehr oder größer und es wird auch nichts kleiner oder verschwindet. Es bleibt einfach alles wie es ist. Nach etwas zwei Einnahme Jahren, mußte die Dosierung von zwei mal 2000 mg, auf zwei Mal 1500 reduziert werden, weil die Schäden an den Schleimhäuten, einfach zu heftig wurden. Ich hatte z. B. immer wieder, ganz ohne einen Grund, Nasenbluten und das hatte ich vorher nicht ein Mal im Leben. Aber mir der reduzierten Dosierung und viel Pflege, verschwindet das wieder.

Die gesamten Nebenwirkungen (vor allem an Haut und Schleimhäuten) habe ich mit einem ziemlichen Pflegeaufwand, ganz gut im Griff. Es gibt wirklich schlimmeres und andere Patienten vertragen diesen Stoff nicht mal annähernd so gut wie ich. Also genau anders herum, als bei meiner ersten Chemo und offensichtlich eine gute Entscheidung.

Irgendwann hatte ich dann mal einen Nierenstein. Deshalb wurde mir eine Harnleiterschiene (Stent) gelegt. Beim ersten Versuch das wieder zu entfernen, war der Harnleiter so verengt, dass sofort wieder eine Schiene gelegt werden mußte. Die mußte dann so etwa alle drei bis sechs Monate gewechselt werden. Kein Mensch weiß warum und ich hatte damit mehr als jede Menge Ärger. Bis dahin, dass mir mal, so ganz aus Versehen, auch mal schnell auf beiden Seiten eine Schiene gelegt wurde (das juristische Verfahren läuft noch) Auch sonst ist da ständig irgendwas schief gelaufen, bis ich dann zu Beginn 2016 auch noch allergische Reaktionen auf den Fremdkörper im Harnleiter bekam, wieder die Klinik gewechselt habe und das nervige Ding jetzt zum Glück wieder los bin. Für mich eine Art kleines Wunder.

Dann ging es mir, etwa 2011/12 zunehmend schlechter. Extrem müde, schlapp, viele komische Schmerzen, psychisch verändert, Hautveränderungen, etc ….. man ging davon aus, meine (prognostizierte) Zeit sei nun abgelaufen. Aber ich habe ein paar Symptome entdeckt, recherchiert und das mal Gelernte wieder ausgegraben. Das hat alles zusammen, nicht so wirklich zu einem drohenden Krebstod gepaßt. Ich habe von meinem Onkologen einen Überweisungsschein zu einem Endokrinologen verlangt, weil ich einen ganz bestimmten Verdacht hatte. Ich war von einer Nebenniereninsuffizienz/M. Addison überzeugt. Nach Gesprächen, Tests und bestimmte Blut- und Speicheluntersuchungen hat sich mein Verdacht bestätigt und der Endokrinologe hat mir zu meiner Berufswahl gratuliert. Mit der recht einfachen, bei dieser Erkrankung üblichen Substitutionstherapie der Stoffe, die meine Nebennierenrinde nicht mehr herstellen kann, war ich sozusagen innerhalb von Stunden wieder fit. Wirklich fit. Wieder hergestellt. Sterben verschoben. Das fühlte sich für mich auch wieder sehr nach Wunder an.

In der Zwischenzeit war eines der Medikamente mal nicht in Deutschland lieferbar und ich mußte sehr lange auf eine Lieferung aus dem Ausland warten und es ging mir innerhalb kürzester Zeit, wieder hundeelend. Was ein Glück, dass es diese Mittel heute gibt.

Einer der Kennedys hatte diese Erkrankung auch. Damals wurde ein Geheimnis darum gemacht. Ein Präsident mußte gesund und fit sein.  Aber er fiel immer mal durch sehr fitales Aussehen auf, was an der Erkrankung liegt. Ganz früher nannte man das auch die Bronzehaut-Krankheit. Wenn man sie erkennt, ist sie gut zu behandeln, ansonsten kann man recht zügig sterben und ich hatte riesiges Glück, diese Zeit überlebt zu haben. Ich hatte in der Zeit vor der Diagnose einige der lebensgefährlichen Addison Krisen und ein Rieeeesen Glück, das überlebt zu haben. Wäre ich damals gestorben, hätten das Alle auf den Krebs geschoben und niemand hätte die Wahrheit gewußt, bzw. erkannt. Ich hatte mal wieder eine ganz enorme Portion Glück und wäre ich nicht selbst dahintergekommen, mit Sicherheit gestorben.

Zwischendurch hatte ich mir in einer Rehaklinik eine komplizierte trimalleoläre Luxationsfraktur eingefangen. Ich bin auf der Haupteingangstreppe, beim Runtergehen, in festen Schuhen, völlig überraschend umgeknickt. Ich habe beim Gehen auf meine Füße gesehen und sozusagen zugeschaut wie es passiert. Die Treppe hatte Schäden und war (lt. Gerichtsgutachter) nach den geltenden Bauvorschriften nicht verkehrsfähig. Da ich im Verfahren aber nicht ganz exakt nachweisen konnte, ganz genau an so einer schadhaften Stelle umgeknickt zu sein, habe ich den Prozess verloren. Dass ich es gesehen habe, ist vor Gericht kein Beweis. Selbst wenn es an dem Eingang eine Kamera gegeben hätte, hätte man wahrscheinlich nicht erkennen könne, wo ich da ganz genau hintrete. Ich hätte Zeugen aufrufen müssen die das auch gesehen haben. Ich wollte aber keine ehemaligen Rehakollegen, alle ja selbst krank, in diese Sache hineinziehen. Und weiß der Kuckuck, ob das überhaupt jemand wirklich so genau gesehen hat. Ich bin ein paar Wochen mit einem Rollstuhl rumgefahren, hatte jede Menge Metall im Körper und entsprechende Operationen, um das wieder zu entfernen. Außer einer saftigen Arthrose, nun auch in diesem Gelenk, sind aber keine großen Schäden geblieben. Alles Metall ist draussen und das Gelenk funktioniert so weit. Das verlorene Gerichtsverfahren hat mich psychisch sehr belastet, weil in diesem Fall, ein gerichtstauglicher Beweis, eigentlich überhaupt nicht möglich ist und meine Anwälte, das hätten wissen müssen, anstatt mir Hoffnungen zu machen. Inzwischen ist das abgehakt.

Aktuell 03.2017 ist noch immer Stillstand.  In der Leber ist aktuell nichts mehr von Metastasen zu sehen. In der Lunge und den Knochen, wächst alles, gaaaanz langsam, weiter. Wie lange das bleibt, ist unbekannt. Die Metastasen in der Lunge, sind allerdings sehr weit untern. Bei einem Facharzttermin Anfang 2017 habe ich erfahren, dass mir diese Metastasen, aufgrund der Lage, voraussichtlich, nicht den Atem nehmen werden.

Ich lebe auf einem Schleudersitz, der Sprengstoff ist montiert, das Zündkabel gelegt, die Fernbedienung aber in unbekannter Hand.

In den vergangenen Jahren habe ich auch einige menschliche Tiefschläge einstecken müssen. Teilweise aus sehr überraschenden Ecken. Aber so ist das Leben. Das geht auch gesunden Menschen nicht anders. Jeder Mensch hat seine Päckchen zu tragen und muss mit Narben leben. An Krebs erkrankt, unheilbar zu sein, schützt weder vor anderen Erkrankungen, noch vor menschlichen Tiefschlägen.

Was aktuell bei mir los ist, wie es mir geht, . . . . das ist im Blog zu lesen.

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18 Gedanken zu “Einleitung/Grundsätzliches/Anamnese

  1. Liebe Sue,
    ich lebe in Hamburg und hätte gern den Namen des Onkologen der Ihnen das Methadon verschreibt. Zu meiner Person: ich bin Ärztin und an einem Ovarialkarzinom erkrankt. Bekomme z.Zt. wegen eines Rezidive die 2. Chemo (Carboplatin). Würde gern zusätzlich Methadon DL nehmen.

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  2. Hallo Sue,
    könntest Du mir auch Deinen Onkologen nennen, der das Methadon verschreibt.
    Waren heute bei Dr.Hilscher und haben das erste Rezept erhalten, aber nun möchte
    ich dies natürlich auch weiter in Hamburg bekommen und bis jetzt stellt sich die
    Onkologin noch quer.
    Lieben Gruss

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  3. Hallo, ich habe gerade mit dem Brustzentrum telefoniert und die haben mir mitgeteilt, dass ich nächste Woche Termin im Bestrahlungszentrum habe und am Freitag beginnt die Antihormontherapie. Sie haben mir erklärt, dass ich täglich Tabletten nehmen muss. Alle 14 Tage erfolgt eine Kontrolle im Brustzentrum. Dort wird mir dann noch ein zusätzliches Medikament verabreicht (Blutkontrolle etc.). Bestrahlung wird täglich sein. Nur, wie viele Bestrahlungen ich bekomme, erfahre ich erst nächste Woche. Bei meiner ersten Erkrankung habe ich 42 Bestrahlungen bekommen (täglich – 5 x pro Woche). Ich wäre dankbar, wenn Sie mir die Adresse des Onkologen geben könnten, wenn Sie haben gern auch eine Adresse in Berlin oder Umgebung. Hier in der Region besteht zwar Interesse an diesem Thema, aber es traut sich niemand richtig ran. Ich brauche zeitnah die notwendigen Informationen, da ich nicht mit der „falschen“ Chemo anfangen möchte bevor ich nicht alle Möglichkeiten ausgelotet habe. Vielen lieben Dank.

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  4. Hallo Sue,

    ich melde mich mit der Bitte um Hilfe für meine Freundin, die seit 2006 an Brustkrebs – leider mittlerweile metastasiert – erkrankt ist. Sie lebt in HH und bräuchte hier eine Anlaufstelle für einen Arzt, der Ihre Methadoneinahme weiter betreuen und ggf. auch Folgerezepte ausstellen kann. Es wäre toll, wenn Du mir vielleicht jemanden nennen könntest, der uns im Raum HH helfen kann. Danke!

    Liebe Grüße,
    Katja

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    • Hallo Brigitte,
      gerne könnt Ihr meine Seite verlinken.
      Ich würde, immer wenn ich gefragt werde, was genau auf dem Rezept stehen muss, gerne den Link zu Eurer Seite dazu verschicken. Zumal da auch schön die ganzen Dosierungsangaben / Umrechnungszahlen v. Dr. Hilscher gleich mit dabei stehen. Ich hoffe, das ist ok.
      Lieben Gruß
      Sue

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  5. Liebe Sue
    Ich habe heute das Medikament IBRANCE in Tablettenform von meinem Onkologen verschrieben bekommen.
    Habe die letzte Chemotherapie (Juli 2017) mit Methadon erfolgreich gemacht und dann jedoch das Methadon auch wieder abgesetzt. Anschliessend starteten wir eine Antihormontherapie Nolvadex (Tamoxifen) 3 Monate lang. Ich habe von meiner Naturheil-Therapeutin das Melatonin 20mg in Kapseln bekommen und habe das zusätzlich zur Antihormontherapie genommen. Wie stehst Du zu Melatonin? Am 05. Februar 2018 war ein weiteres CT. Befund, die Metastasen sind leider auf der Leber wieder aktiv geworden. Jedoch nicht mehr so gross wie bei der Erstdiagnose. Auf meinen Knochen ist im Moment ruhe eingekehrt und ich habe auch keine Schmerzen. Nun, wie gesagt IBRANCE. Hast Du schon von IBRANCE mit Methadon zusammen gehört? Wie geht es denn Dir heute?
    Liebe Grüsse Patricia

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    • Hallo Patricia;
      ehrlich gesagt kümmere ich mich nicht wirklich um andere Therapien. Also ich lese da nichts drüber. Ich beschäftige mich mit dem gesamten Thema nur so weit, wie es unbedingt sein muss. Daher kann ich Dir zu Deiner Frage, keine Antwort geben.
      Krebmässig wird bei bei mir jetzt seit acht Jahren, in jedem CT immer ein „geringes“ Metastasen-Wachstum nachgewiesen. Viele Jahre ein „bisschen“, ist irgendwann dann auch mal zuviel. Aber wann, weiß man eben nicht.
      Gruß
      Sue

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  6. Hallo liebe Sue, danke dafür, dass du uns an deinem sehr persönlichen Blog teilhaben lässt. Habe mir nun deinen Weg durchgelesen, da hast ja nun nicht wirklich viel ausgelassen. Ich dachte mir immer, wenn mal Metastasen da sind, kann ich mir gleich die Kugel geben, aber wie es scheint, muss es selbst dann noch nicht sein, Du bist dafür der beste Beweis- seit 2010 Metastasen. Nö, Moment, ja eigentlich seit 2009 oder?^^- zwar nicht so wichtig einerseits, andererseits ja aber doch, da es noch ein zusätzliches Lebensjahr dadurch ergibt. Was ich hier schon ziemlich stark finde, ist, dass nach deiner Beschreibung und deiner sehr berührenden Geschichte, wie ich finde, alle Kommis sich hier nur um Medis handeln, und welche Ärzte usw.. (sogar Ärzte fragen dich hier?^^ – ähm)- nun, vllt kann man Fragen dazu haben, aber mit absolut keiner Silbe auf dich einzugehen, finde ich nun ein ziemlich starkes Stück. Zumindest – wünsche ich dir weiterhin viel Kraft, Ausdauer und Geduld – wie es scheint, bist du eine sehr starke und selbstbewusste Frau, aber ich denke, das weißt du 🙂 und falls nicht, dann eben jetzt 😀 Weiterhin alles, alles Gute auf deinem Weg- und recht haste, lass dich ja nicht beirren! ❤ Glg Herta

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    • Liebe Herta,
      vielen Dank für Deine Worte.
      Hier fehlen ja die Jahre vor den Metastasen, die Zeit ohne Wohnung, Stalker, etc. Da sah es gesundheitlich noch nicht ganz so übel aus, aber dafür hat ansonsten überhaupt nichts mehr gestimmt.
      Ich kann manche der Frager verstehen. Da gibt es eine ganz frische Diagnose und dann herrscht erst mal nur Panik. Da ist dann kein Platz auch noch an Andere zu denken.
      Schön finde ich das auch nicht. Aber so sind die Menschen.
      Lieben Gruß
      Sue

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      • Ja, kenne da auch leider einiges- alles kann und möchte man auch nicht immer, veröffentlichen, – würden sonst auch alles lauter Romane werden 😉 Stimmt schon, wenn man frisch die Diagnose bekommt, hat man kaum noch Gedanken an andere Menschen (bei mir war es damals so, dass ich gar nicht im Netz war..zumindest kann ich mich nicht daran erinnern, war wie in Trance). Dennoch aber schön, wenn andere durch solche Blogs auch wieder Hilfe erfahren (nicht unbedingt durch Fragestellungen 😉 , aber alleine dadurch, dass man weiß, man ist nicht alleine. Es gibt andere Menschen, denen geht es gleich und es geht ihnen gut und- sie geben nicht auf!!) Danke! Glg Herta

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  7. Liebe Sue,
    Danke für deinen tollen offenen Beitrag über deinen Umgang mit Krebs. Mir fehlen oft die Worte wenn ich mit meinen Eltern über ihr Älterwerden, Krankheiten und Sorgen reden soll. Toll, wie du das alles in Worte fassen kannst. Ich gehe seit Kurzem regelmäßig zur Mammographie und lasse mich professionell abchecken, man kann nie sicher genug sein.

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    • Hallo Lena,
      Danke 🙂
      Regelmässig eine Mammographie machen zu lassen, ist gut. Reicht aber leider nicht. Mein Brustkrebs war in der Mammographie nicht zu sehen. Nur im Ultraschall. Also sollte man das auch immer mal machen lassen. Bei familiärer Vorbelastung wird das (in Deutschland) von den Kassen übernommen (ohne das irgendwie überprüfen zu können 😉 )
      Außerdem werden immer noch über 70 % der Tumore, von den Frauen selbst, beim Abtasten gefunden. Also das wirklich ganz regelmässige (jeden Zyklus zur gleichen Zeit) Abtasten der Brust ist die allerwichtigste Vorsorge.
      Lieben Gruß
      Sue

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