„Nach der Verhandlung“

Das habe ich in den letzen Wochen mehrfach so dahingesagt. Ihr kennt das sicher –  da steht ein wichtiger Termin an und da hat man dann einfach keinen Kopf für bestimmte Dinge und will das danach erledigen. Also erst eine Sache abschließen bevor man wieder Kapaziäten für andere Dinge hat.

Das war leider nur ein Wunsch. Abgeschlossen hat dieser Verhandlungstermin nämlich überhaupt nichts. Ich war vom Gericht geladen und der Anwalt war der Ansicht, das Gericht würde mich befragen. Auch ein Irrtum.  

Ich mag hier jetzt nicht ins Detail gehen, weil mich das ansonsten wieder zu sehr aufwühlt.

Wir saßen fast zwei Stunden in diesem Gerichtssaal und es wurde lediglich der Gutachter befragt. Mir hat man keine einzige Frage gestellt und ich habe mich schon ziemlich geärgert, dass ich mich vor diesem Termin nicht doch gedrückt habe. Das war mein erster Gedanke bei der Ladung und ich hätte gut daran getan, das auch so durchzuziehen. Ende vom Lied war, die Anwälte haben nochmal zwei Wochen Zeit, etwas dazu zu schreiben und im Dezember wird ein Urteil verkündet. Bei einer derartigen Urteilsverkündung ist üblicherweise niemand anwesend und der Richter sitzt da in diesem Saal und verkündet eben sein Urteil. Anwälte und Betroffene warten dann auf die entsprechende Post des Gerichtes. Also erst dann hat die Sache „im Prinzip“ ein Ende. Allerdings hat der mich begleitende Anwalt schon vor diesem Termin auf eine Berufung angesprochen. In der Verhandlung wurde ziemlich klar, dass da einige Dinge einfach nicht richtig beim Gericht angekommen sind. Vermutlich hat der (bisherige) Anwalt da einiges nicht ausreichend verständlich formuliert (oder nicht verstanden). Ich muss dazu erklären, der Anwalt der sich von Anfang an darum gekümmert hat, sitzt rund 900km weit weg. Zu der Verhandlung wurde dann ein hiesiger Anwalt beauftragt. Der hiesige Anwalt hat eine völlig andere Einstellung. Er übernimmt prinzipiell nur ausgesuchte Fälle. Er vertritt nur Angelegenheiten, hinter denen er auch voll und ganz steht. Es ist eine ein Mann Kanzlei. Der bisherige, auswärtige Anwalt ist Teil einer riesigen Kanzlei und da kümmert sich mal der Eine und mal der Andere um eine Angelegenheit. Dort scheint es völlig egal, wie aussichtsreich oder aussichtslos ein Verfahren ist, Hauptsache überhaupt wieder einen Fall übernommen und den Mandanten in spe wird einfach erzählt, was sie hören wollen.

Sollte in meinem Fall die Angelegenheit mit dem Urteil nicht beendet sein, würde der hiesige Anwalt alles übernehmen und mich bei einer Berufung vertreten. Ich hatte den Eindruck, da er ja schon vor dieser Verhandlung von einer Berufung gesprochen hat, dass er da einiges in den Unterlagen gesehen hat, was nicht so optimal ist.

Und nun habe ich wieder ganz viele Fragezeichen im Kopf.

Ich hatte so gehofft diese leidige Geschichte mit diesem Gerichtstermin endlich und endgültig abschliessen zu können. Abhaken und vergessen. Mich nie mehr damit beschäftigen und die ganzen Vorfälle nun endlich vergessen. Eigentlich war mir jetzt auch ziemlich egal zu welchem Urteil das Gericht kommt. Aber es gab kein Urteil. Und das was während dieser Verhandlung gesprochen wurde, hat gezeigt, dass da von der Seite meines Anwaltes, nicht alles optimal gelaufen ist und man das hätte besser machen könnte.

Ganz am Anfang der Geschichte hatte ich ja (völlig blauäugig und ahnungslos) geglaubt, mit einem entsprechenden Urteil vielleicht das Nachdenken auf ärztlicher Seite auslösen zu können. Gedanken darüber, wie dort verfahren wird, eventuell ein Überdenken. Aber völlig egal wie auch immer ein Urteil ausfällt . . .  ändern wird das überhaupt nichts. So absolut rein gar nichts. Am Ende geht es um Geld das dann irgendeine Versicherung bezahlt. Je nachdem hängt sich dann auch noch meine Krankenkasse hinten dran und holt sich auch noch irgendwelche Beträge für die ursprünglich mal bezahlten Behandlungen. Das war es aber dann auch schon. Die betroffenen Ärzte erfahren vermutlich nicht mal etwas von einem Urteil.

Eigentlich möchte ich keinen einzigen Gedanken mehr an die strittigen Vorfälle verschwenden. Aber jetzt soll ich darüber entscheiden, ob das im Dezember erwartete Urteil akzeptiert wird oder ob ich eine Berufung durchziehe und mich nochmal ein paar Jahre mit diesem Sch….  beschäftige.                                         Anfangen hat das alles 2011 !!! 

Außerdem muss ich mich entscheiden ob ich zu der Urteilsverkündung gehe oder ob ich auf diese Post warte.

Und ich hatte gehofft das gesamte nervige Thema jetzt abhaken zu können.

 

 

Ansonsten gibt es nicht viel, oder wichtiges zu erzählen. Gesundheitlich ist so weit eigentlich alles im Lot. Ich habe ein bisschen Probleme mit der Ernährung. Keinen Appetit und auf nichts Lust. Aber so habe ich jetzt mal wieder mein Wunschgewicht erreicht. Auch wenn ich eigentlich ein Abnehmverbot habe, bin ich doch ganz froh über den Verlust von ein paar Kilos und schaue wieder lieber in den Spiegel. Die Schlaf-Wach-Antriebsprobleme sind weitgehend Vergangenheit. Das geht zwar nur mit Medikamenten, aber was solls. Hauptsache ich verschlafe nicht den Rest meines Lebens. Neben der Chemo und den sonstigen Pillen die ich schlucken muss, kommt es auf diese eine Tablette nun wirklich nicht mehr an.

Dann hatte ich ja vor gut einem Jahr beschlossen, mir die Haare nicht mehr schneiden zu lassen. Inzwischen bin ich auch damit richtig glücklich. Durch die Dauerchemo habe ich heute genau die Haare, die ich mir immer schon gewünscht hatte. Früher hatte ich das, was man allgemein Schnittlauchlocken nennt. Also völlig gerade Haare, mit denen abslut nichts zu machen war. Nichts hat gehalten und sie hingen eben immer einfach nur gerade runter. Jetzt habe ich leichte Wellen und was auch immer ich damit mache, es hält. Sie sind aktuell ein bisschen über schulterlang und ich bin total glücklich damit.

Meine Katzenlady ist nun 16 Jahre alt und man merkt ihr das Alter immer mehr an. Sie ist immer mal etwas vergesslich und wirkt ein wenig verwirrt. Sie ist dünner geworden, also ein wenig eingefallen. Aber sie ist überwiegend gut drauf, frisst meist gut und hat noch immer mal ihre wilden Minuten. Aber man merkt ihr das Alter jetzt eben an. Obwohl Außenstehende noch immer glauben, sie hätten es mit einer ganz jungen Katze zu tun.

Dann fange ich nun langsam an, ein paar Dinge für die Thailand-Reise vorzubereiten. Die Mitnahme meiner gesamten Medikamente ist gar nicht so einfach. Da sind ein paar Formulare notwendig. Teilweise müssen ganz spezielle Formulare ausgefüllt und beglaubigt werden und von einer Behörde in Thailand, vor meiner Einreise, genehmigt werden.

Ich würde mich nun gerne voll und ganz auf diese Dinge konzentrieren . . . .   wenn da jetzt nicht noch ein Gerichtsurteil und eine ev. Berufung in der Luft hingen.

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