Das Warten hat sich gelohnt

Endlich hatte ich den Termin bei der Neurologin/Psychiaterin. Zwei Mal wurde der vor Monaten vereinbarte Termin, nochmal um je zwei Wochen verschoben. In der Praxis war auch die Grippe unterwegs. Aber jetzt war es dann endlich doch so weit.

Eine nette junge Ärztin. Sie ist ein klein wenig erschrocken bei den Diagnosen, hat aber nicht diesen nervigen Mitleids-Dackel-Blick aufgesetzt. Jemand mit meinen Diagnosen, Prognosen und überraschenden Überlebenszeit, hatte sie noch nicht in der Praxis.

Sie hat sehr schnell begriffen wo mein Problem seit letztem Jahr Mai liegt. Wir haben auch nicht ewig lange über Auslöser oder Ursachen geredet. Ich konnte ihr ziemlich genau den Anfangszeitpunkt nennen.

Dass aktuelle Konzept ist jetzt eine Erhöhung des mir schon bekannten Antidepressivum. Ich hatte mit der Einnahme ja schon auf eigene Faust begonnen, nachdem ich geschnallt hatte, was da gerade bei mir abgeht. Aber mit der Dosierung war ich, so ohne ärztlichen Rat, natürlich eher zurückhaltend. Da werden die Optionen jetzt einfach ausgeschöpft.

Außerdem habe ich ein Mittel bekommen, welches meinen Nachtschlaf wieder verbessern soll. Kein Schlafmittel, sondern ein Psychopharmaka.

 

So wirklich klar/sicher ist nicht, ob es sich um eine Depression handelt. Wenn der aktuelle Plan in ein paar Wochen nicht eine klare und deutliche Besserung bringt, tendiert der Verdacht eher in Richtung Narkolepsie (was nach aktuellem Stand der Wissenschaft, wohl auch eine Autoimmungerkrankung ist und damit ja in meiner Reihe der Diagnosen, sehr plausibel und passend wäre) Dafür gibt es auch schon Plan B.

Aktuelle Probleme kann ich mit der Ärztin per Mail klären. Das finde ich wirklich sehr angenehm und bin davon begeistert. Im Notfall kann ich ohne Termin auflaufen. Rezepte können auch jederzeit abgeholt werden. In ein paar Wochen möchte sie von mir lesen, wie das aktuelle Konzept greift. Den nächsten offiziellen Termin habe ich erst in gut drei Monaten. Das ist alles absolut so, wie ich es gut finde.

 

Das Problem mit der Ernährung, habe ich seit ein paar Tagen auch ohne Pillen wieder einigermaßen in den Griff bekommen. Ich habe, nachdem ich viel darüber gelesen habe, angefangen, jeden Abend ein Glas Wasser, mit einem Esslöffel Apfelessig zu trinken. Das schmeckt recht angenehm und hat auf meinen Appetit und die Lust auf „vernünftigere“ Lebensmittel einen durchweg positiven Effekt.

Ich habe mir im Bioladen einen schon fast als lecker zu bezeichnenden Apfelessig gekauft. Warum und wie mir das jetzt geholfen hat, verstehe ich nicht wirklich. Ist am Ende aber auch völlig wurscht. Es hilft und ich bleibe dabei.

 

In der Zwischenheit habe ich auch mal meinen Impfstatus wieder aktualisiert. Also Kinderlähmung, Tetanus (Wundstarrkrampf), Diphterie und Pertussis (Keuchhusten) wurden aufgefrischt. Wenn ich das 60zigste Lebensjahr erreicht habe, gibt es auch noch eine Impfung gegen irgendeine Lungentzündung auf Kassenkosten dazu. Ich weiß, dass viele Erwachsene das vergessen und möchte Euch hiermit erinnern, mal wieder den Impfpass mit zum nächsten Arzttermin zu nehmen. Was das Impfen angeht, habe ich eine ganz klare Meinung und ich bin absolut intolerant gegenüber Impfgegnern. Ich bin der Meinung, wer sein Kind in KiTa, Kindergarten, Schule, sozusagen das öffentliche Leben gibt, muss es impfen lassen (das was eben üblich ist)  Alles andere halte ich für absolut verantwortungslos.

 

Meine Babysitter-Termin lasse ich ja möglichst nie ausfallen. Diese Stunden tun mir noch immer ausgesprochen gut und ich kann damit auch noch jeweils eine Familie ein klein wenig unterstützen. Ich finde Kinder einfach toll. Es macht Spass die Entwicklung zu beobachten und zu erleben. Die Unterschiedlichkeit ist sehr spannend. Die Offenheit und völlige Abwesenheit von Urteilen und Vorurteilen ist erfrischend. Ab einem bestimmten Alter wird das leider anders, aber das ist bei jedem Kind zu einem unterschiedlichen Alter und Zeitpunkt.

Als Eltern hat man oft viel zu viel mit Organisation, Arbeit, Alltag, Verantwortung etc zu tun und bekommt da vieles nicht so deutlich mit. Wenn ich ein Kind hüte, kann ich mich voll und ganz darauf konzentrieren und einlassen. Das ist das Beste an meiner Zeit mit dem jeweiligen Kind.

 

Ich möchte alle Anti-Psychopharmaka Besserwisser bitten, Ihre Weisheiten für sich zu behalten. Ich war über dreissig Jahre als Krankenschwester berufstätig und ich weiß sehr genau was ich da schlucke und ich weiß ebenso gut, warum.

Spart Euch die Kommentare, ich lösche sie eh.

Das gilt auch für sogenannte Impfgegner !!

Mit gestellten Fragen, habe ich überhaupt kein Problem.

 MEIN Blog  😊

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Lebenszeichen :)

Wirklich zu berichten gibt es nichts. Es ist nichts aufregendes geschehen. Der inzwischen wirklich herbeigesehnte Termin bei der Neurologin/Psychiaterin, wurde leider verschoben. Auch Ärzte werden mal krank. Auf die paar Tage länger kommt es jetzt auch nicht mehr an. Zumal der Winter es sich ja offensichtlich dieses Jahr sehr lange überlegt hat und sich jetzt nochmal volle Breitseite bemerkbar macht.

Mir ist wichtig, dass ich, wenn der Frühling wirklich sichtbar ist, wieder fitter bin als die letzten 10 Monate.

 

Das einzige was ich vielleicht berichten kann, liegt noch ziemlich in der Zukunft.

Ich habe schon längere Zeit einen ehemals guten Kumpel, jetzt gute Freundin. Sie hat sich sehr spät erst gefunden und noch später geoutet. Beim Outing gegenüber der Mama, bin ich auf Wunsch zur Rückenstärkung damals als Begleitung mit. Etwas später wurde ich dann gefragt, ob ich sie beim letzten, zur kompletten Umwandlung notwendigen Schritt, denn auch begleite.

Natürlich komme ich da auch mit. Zum einen kenne ich diese Op, so wie sie eben in Deutschland weitgehend durchgeführt wird und Händchenhalten oder Trösten, kann ich auch. Ich kann gut verstehen, wenn man nach einer Op wieder langsam wach wird, ist ein bekanntes und vertrautes Gesicht sehr angenehm.

Tja, nun soll der Eingriff in Thailand gemacht werden. Vom Umwandungs-Op-Gott. (Korrekt heißt dieser Eingriff: Geschlechts-angleichend, das Äußere wird dem Inneren angeglichen)

Also werde ich Anfang nächsten Jahres, für voraussichtlich drei Wochen, nach Thailand fliegen. Es gibt für die Begleitpersonen, ein direkt der Klinik angeschlossenes Hotel in dem ich dann untergebracht werde. Ich habe mir das im Internet schon mal angesehen. Am Ende wird das zwar für mich kein reiner Urlaub, aber so ein bissel dann eben doch. Warum und wie, sollte ich ansonsten zu solch einer Reise kommen.

Ich habe das auch schon mal mit dem Onkologen (weil ich sowieso einen Termin dort hatte) so weit abgesprochen. Aus seiner Sicht spricht nichts gegen diese Reise, wenn mein Zustand annähernd so ist wie jetzt. Außer einer Thrombose-Prophylaxe, der Auffrischung all meiner allg. üblichen Impfungen (was sowieso an der Reihe ist)  und vermutlich noch einer Hepatitis-B Impfung, gibt es nichts zu tun oder beachten.

 

Aber viel, viel, viel früher, gibt es auch in diesem Jahr wieder eine Woche an der niederländischen Nordsee. Und weil das nicht all zu weit in der Zukunft liegt, freue ich mich schon darauf.

Diesmal wohnen wir in einer anderen Unterkunft. Im selben Ort, nur an einem anderen Ende. An einer Stelle, an welcher es keine hohe Düne zu übersteigen gibt, wenn man ans Wasser möchte. Eigentlich fast im Ortszentrum. So richtig privat und nicht in einer Touri-Siedlung. Wobei es an unseren bisherigen Unterkünften nicht wirklich etwas auszusetzen gab. Aber diese hohe Düne wird mit den Jahren nicht leichter zu übersteigen. Außerdem haben wir ja wieder den Hund dabei und da ist es einfach schön, wenn man leichter ans Wasser kommt und ringsrum ein wenig was los ist.

Wir hatten in den letzten beiden Jahren in unserer Herbstzeit dort ja immer ganz enormes Glück mit dem Wetter, also wirklich heftig Glück. Dieses Jahr fahren wir im Sommer. Da muss man das Glück vielleicht nicht überstrapazieren, weil es von Natur aus im Sommer meist sommerlich ist  🙂

 

Wenn sich an der Psycho-Front etwas grundlegendes tut, werde ich berichten. Diese elende Pennerei, Kraft- und Antriebslosigkeit, muss jetzt dann mal ein Ende haben. Im Umfeld werden langsam Stimmen laut, die für eine stationäre Hilfe sprechen.

Das möchte ich diesmal aber nicht. Das war in der letzten schlimmen Phase der richtige Weg, schon alleine um meinem damals noch bei mir lebenden Sohn, nicht weiter zur Last zu fallen. Aber jetzt lebe ich alleine und will das auch alleine und zuhause, wieder auf die Reihe bekommen. Pillen und von mir aus auch Therapie, aber von Zuhause.

Und dann geht’s an Meer . . .

Medikamente: Einnahme – Anwendung

Ich sehe seit ein paar Tagen im TV immer mal einen Ausschnitt von Dr. House. Da zeigt ihm eine Patienten wie sie ihren Inhalator anwendet. Sie sprüht sich damit, von außen gegen den Hals und ist sehr enttäuscht, dass es ihr nicht hilft. So Viele dabei auch grinsen oder lachen werden . . .  soooo ungewöhnlich ist das nicht. Ich habe Patienten erlebt die Zäpfchen gelutscht haben oder sich Salbe ins Joghurt gemischt. Einfach weil keiner erklärt hat, wie das, was sie da in Händen halten, richtig angewendet wird. Die meisten Ärzte und Apotheker gehen einfach davon aus, dass der Patient das weiß.

Das fängt schon bei der Tabletten-Einnahme an. Es gibt die Aussage:  drei Mal täglich und es gibt die Aussage:   Morgens-Mittags-Abends.

Drei Mal täglich heißt: alle acht Stunden. Z. B. 8.00 Uhr  16.00 Uhr  und 24 Uhr und eben nicht Morgens, Mittags und Abends. Zwei Mal täglich heißt dann alle 12 Stunden  und nicht Morgens und Abends. Das machen leider sehr viele Patienten falsch. Gerade bei Antibiotika, oder Blutdruckmitteln, ist das aber ein erheblicher und sehr wichtiger Unterschied. Mit der Einnahme alle acht oder alle 12 Stunden, ist gewährleistet, dass die Konzentration des Wirkstoffes im Blut, einigermassen gleichmässig ist. Bei der Einnahme morgens-mittags-abends, würde der Wirkstoffspiegel im Blut, in der Nacht, ziemlich absinken und das könnte üble Konsequenzen haben.

 

Es macht also viel Sinn, bevor man mit der Anwendung/Einnahme eines Medikamentes beginnt, genau nachzufragen. Oft wissen da auch die Apotheker ein wenig mehr, als die Ärzte. Da sollte man auch keine falsche Scham an den Tag legen. Es gibt wirklich einige Medikamente, bei denen die korrekte zeitliche Einnahme, sehr wichtig ist.

 

Dann noch zu den Wechselwirkungen:   es gibt inzwischen die Erkenntnis, dass Grapefruit/Pampelmuse, in jeder Form, viele Medikamente in ihrer Wirkung erheblich verändert. Wer also Tabletten schluckt, sollte auf Grapefruit in jeder Form verzichten.

 

Es gibt auch noch einige Medikamente, die sich nicht mit Milch oder Mildprodukten vertragen. Da sollte zwischen der Einnahme und dem Konsum von Milchprodukten eine gewisse Zeit vorrüber gegangen sein.

 

Es macht also auf jeden Fall Sinn, sich in der Apotheke oder beim Arzt, nochmal genau zu erkundigen, wie das jeweilige Medikament eingenommen werden soll und was an Besonderheiten zu beachten ist.

Vorurteile – Oberflächlichkeit

Wie manche von Euch schon wissen, bin ich die meiste Zeit des Jahres, mit einem Palmo T 150 unterwegs. Damit habe ich zwar beim Fahren ein Dach über dem Kopf, muss mich aber in der kalten Jahreszeit,  immer entsprechend gut anziehen. Zur Zeit benutze ich da oft für meinen Kopf, so ein Stoffteil  (auf welche Arten sich das tragen läßt, ist auf der Verpackung zu sehen)  gleichzeitig Haar- Stirnband, Mütze und Schal. Ein praktisches Stück Stoff, das sich variabel nutzen läßt.

Als ich neulich nach einem Babysitter Termin noch einkaufen gefahren bin, hatte ich keine Lust mehr, aus der Mütze ein Haarband zu formen und habe einfach einen Teil auf dem Kopf behalten und den Rest hinten runter hängen lassen. Es war spät, dunkel, kalt und ich müde. Ist ja auch egal, ich wollte ja nur noch ganz schnell ein paar Kleinigkeiten einkaufen.

Ich war in einem Laden, in dem ich auch sonst oft bin.

Diesmal war irgendetwas anders. Ich wurde völlig anders angesehen. Es läßt sich nicht so genau in Worte fassen. Es war anders und sehr, sehr komisch. Die Art und Weise wie reagiert wurde, wenn ich vorbei wollte. Ein wenig Gaffen dabei. Ich habe überhaupt nicht verstanden, was da gerade passiert.

Wieder zuhause und im Vorbeigehen am Spiegel ist dann der Groschen gefallen. Mein Kopfwärmdings sah aus, wie das klassische, viel diskutierte und umstrittene „Kopftuch“  . . .

Krass, ich war mir ja nicht bewußt, auf was die Umgebung da gerade reagiert, ich habe nur gemerkt, es wird reagiert. Nicht freundlich und völlig verändert im Gegensazt zu dem, was ich ansonsten so erlebe. Das nur wegen diesem blöden Teil auf meinem Kopf ??  Da war das ganze Ding mit den Vorurteilen, mit der Oberflächlichkeit zu spüren. Gelegentlich komisch begafft zu werden, bin ich gewohnt. Seit der Amputation und dem Tattoo, passiert das im Sommer immer wieder. Das nehme ich meist kaum noch wahr. Man kann sich auch daran gewöhnen. Diesmal war das anders. Es hat sich vollkommen anders angefühlt, da waren ganz andere Gefühle im Hintergrund. Wie gesagt, ich kann das nicht ganz genau in Worte fassen, ich weiß nur, es hat sich nicht gut angefühlt.

Das kann jede Frau ja auch mal ganz bewußt ausprobieren. Es ist auf jeden Fall spannend, was sich da im Umfeld so schlagartig ändert.

Im Nachhinein darüber nachgedacht, hätte ich gerne direkt reagiert. Zum Beispiel einfach lächelnd wieder einen Schal oder ein Haarband daraus gemacht. Aber ich habe ja gar nicht kapiert um was es da geht. Ich habe erst zuhause vor dem Spiegel verstanden was der Auslöser war.

Vielleicht gehe ich nochmal mit diesem Kopfwärmer einkaufen . . .   😉

Stand der Dinge . . . und so

Heute war beim Onkologen die Besprechung der aktuellen CT-Befunde.

Wenn man die Bilder von jetzt, mit dem Anfang vor acht Jahren verlgeicht,  haben sich die Metastasen in der Lunge in ihrer Größe, verdoppelt. Sind aber noch immer recht klein und liegen sehr weit unten in der Lunge. Sie werden mir also auch bei weiterem Wachstum, wohl keine Luft zum Atmen wegnehmen.

In der Leber ist jetzt wieder eine einzige, auch recht kleine Metastase zu sehen, die bis jetzt, auch keinerlei Probleme macht. Direkt über der Leber, in Richtung Zwerchfell, gibt es einen winzig kleinen Erguß. Ebenfalls noch so klein, dass es keinen Grund zur Beunruhigung oder irgendwelchen Schritten gibt.

Da man an Knochenmetastasen nicht stirbt, werden die weder in ihrer Anzahl, noch in der Größe bewertet.

Es gibt also keinerlei Änderung an der Therapie.

Ich habe sozusagen eine Zellteilungsrate, wie eine Hundertjährige. (Alten Menschen sagt man bei einer Krebsdiagnose oft, sie bräuchten sich keine großen Sorgen machen, weil alles ganz langsam wächst. Je älter man wird, umso langsamer teilen sich die Zellen)

Die Chemo läuft weiter, ebenso das Methadon und die ganzen anderen Pillen die ich eben so schucken muss.

Der aktuelle CT-Befund zeigt allerdings auch keine wirklichen Gründe für meine merkwürdigen Schlaf- und sonstigen Probleme (wenn man davon absieht, dass auch langsamer Krebswachstum einfach auch Kraft fordert). Also habe ich mich ans Telefon gehängt und mich bemüht, einen Termin bei einem Neurologen und gleichzeitig Psychiater zu vereinbaren. Nach vielen vergeblichen Telefonaten (erstaunlich viele Praxen haben Aufnahmestopp oder noch später erst einen Termin anzubieten) habe ich jetzt einen Termin für Mitte Februar. Das ist zwar noch hin, aber noch früh genug, um bis zum Sommerbeginn, wieder voll da zu sein. Wenn ich jetzt noch den Winter weiter mehr oder weniger verpenne, ist mir das eigentlich reichlich wurscht. Ich kann diese Jahreszeit eh nicht leiden. Wobei es ja leider eben nicht nur um den Schlaf geht, ich habe ja auch alle möglichen anderen Symptome die unter anderem, ganz typisch zu einer Depression gehören. Sie passen allerdings auch teilweise zu anderen Erkrankungen, weswegen ich eine Neurologen der gleichzeitig Psychiater ist, benötige. So kann dann einiges bei einem einzigen Arzt geklärt werden . . . .  hoffe ich.

Beim Onkologen habe ich heute keinen weiteren Termin vereinbart. Eigentlich würde er mich gerne alle etwa acht Wochen sehen, aber das ist mir erheblich zu oft. Ich gehe immer mit den Worten zur Türe:  „ich melde mich dann“  und zack bin ich raus.

Also hoffe ich nun auf ein paar mehr Wochen, ohne Warte- und Sprechzimmer.

 

Ansonsten gibt es nicht wirklich viel zu berichten. Ich habe mir für die Feiertage schon mal eine Serie (Battlestar Galactica) organisiert, die ich nie wirklich ganz, oder die paar Folgen in irgendeiner sinnvollen Reihenfolge gesehen habe. Außerdem habe ich einiges an Bastelarbeiten hier liegen, die ich eigentlich gerne schon ewig fertig gehabt hätte. Krempel an dem was genäht werden sollte, liegt ebenfalls in einer Ecke. Es mangelt mir ja nicht so sehr an Zeit, sondern an der Motivation zur rechten Zeit.

Dann habe ich ja noch immer meine alte Katzenzickenlady. Sie ist oft einfach nur zum Grinsen. Nach wie vor sollten fremde Menschen sie nicht streicheln. Ganz egal was sie für Signale gibt. Daran hat sich überhaupt nichts geändert. Aber inzwischen kennt sie doch einige meiner regelmässigen Besucher und die dürfen sie dann auch gelegentlich mal kurz streicheln.

Es ist immer lustig mit ihr, wenn Besuch da ist. Zuerst werden, eventuell für sie erreichbare Taschen, Jacken und Schuhe intensivst beschnüffelt und möglichst mit ihrem Duft versehen. Dann kann sie es offentsichtlich nicht leiden, wenn ich mich mit jemand mehr oder weniger intensiv unterhalte. Sie kommt dann angetippelt, stellt sich auf meine Beine, genau zwischen mich und den jeweiligen Besuch und fordert meine Aufmerksamkeit. Egal ob es Leckerlis sind oder ein paar Einheiten Fell bürsten. Sie möchte meine volle Aufmerksamkeit, sofort. Da wird geschubst, geschoben und gerieben und immer auf die Leckerlidose oder Bürste gestarrt, bis ich reagiere.

Wenn ich Pakete bekomme, lasse ich den Karton für sie immer noch ein paar Tage stehen. Auch das geniesst sie dann sehr. Dann rumpelt und raschelt es, der ganze Karton wackelt und sie kommt mit aufgeregtem Blick rausgedüst. Keine Ahnung was sie da macht, wen sie da drin jagt, aber es scheint ihr Spass zu machen. Nach draussen geht sie kaum noch. Auf der einen Seite ist da immer noch dieser Kater der ihr immer mal zusetzt und auf der anderen Seite ist das Wetter einfach nix für Madame. Da sind wir uns sehr ähnlich  😊

Der nächste Schritt

Diese Woche war Termin beim Onkologen. Diesmal ein sehr langer Termin. Wir haben etwa eine Stunde gesprochen. Als ich neulich in der Praxis ein paar Rezepte abgeholt habe, hat mich ein Kollege von ihm, über den Tresen hinweg, vor einigen anderen Patienten, wegen des Methadon blöd und für alle hörbar, angemacht. Das konnte ich natürlich nicht auf sich beruhen lassen. So was geht gar nicht und ich lasse mir solche Dinge schon lange nicht mehr gefallen. Sämtliche Ärzte der Praxis sind, was Methadon angeht, ziemlich entnervt. Sie mußten fast jedem Patienten erklären, wann und warum, dieses Mittel Sinn macht, oder eben nicht. Da fehlt bei sehr vielen Patienten einfach viel Wissen um die Zusammenhänge. Wenn man das dann zum dreihundertsten Mal erklärt hat, verliert auch ein Onkologe mal jedes Gefühl für Anstand . . .  so ungefähr war die Erklärung. Am Ende ist mir das als Betroffene aber völlig egal und ich kann wenigstens so etwas wie Privatsphäre verlangen. Mein Onkologe wird mit seinem Kollegen wohl noch mal darüber sprechen.

Im Anschluß hat er mir den Termin für das CT vereinbart und den Überweisungsschein fertig gemacht. Dann mußte auch schon wieder Blut abgenommen werden, weil vor dem CT-Kontrastmittel immer die Schilddrüsen-und die Nierenwerte aktuell geprüft werden müssen.

Eine Woche danach, ist dann die Besprechung des akutellen CT.

Eigentlich erwarte ich nichts. So gar nichts. Seit sieben Jahren tippel ich regelmässig zum CT und es ist immer das Gleiche. Veränderungen im Millimeterbereich, welche keinerlei Einfluss haben. Da sich sowohl an der Therapie, als auch symptomatisch, nichts verändert hat, wird das auch beim CT so sein. Ich hatte mich ja jetzt erfolgreich volle 12 Monate davor gedrückt, aber jetzt ging kein Weg mehr daran vorbei. Ich gehe davon aus, dass man im Hirn wieder mehr Entzündungsherde sieht, was von der MS kommt und zumindest teilweise diese übermäßige Müdigkeit erklären kann. Aber wirklich neu, ist das ja auch nicht. Selbst wenn da jetzt irgendwelche größeren Veränderung im negativen Sinn gefunden werden sollten, werde ich mich auf keine Änderungen in der Therapie einlassen. So lange ich nicht unter irgendwelchen schlimmen Symptomen leide, bleibt alles wie es ist.

Ich hoffe, wenn ich das CT und die Besprechung   hinter mir habe, kann ich das Thema Ärzte und Wartezimmer, wieder für möglichst viele Monate, abhaken. Ich bin mir sehr bewußt, dass sich die Situation, jederzeit um 100% drehen kann. Aber das werde ich merken wenn es losgeht und da mache ich mir dann einen Kopf. Die Zwischenzeit verbringe ich, wie bisher, möglichst Arzt frei.

Der nächste Nordseeurlaub ist schon gebucht. Diesmal ein paar Monate früher, und daher nicht mehr ganz so wahnsinnig weit weg. Darauf freue ich mich schon sehr und ich werde diese Tage, so raus aus allem Alltag, wieder mehr als geniessen. Man mag das für bekloppt halten, aber ich habe heute, weil ich gerade drüber gestolpert bin und es ein Angebot war, eine Flasche After Sun Gedöns gekauft . . . .  da liegt mein Fokus und das bleibt auch so.

Dann wurde ich für einen Award nominiert

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Dazu schreibe ich demnächst einen eigenen Beitrag. Da muss ich erst noch ein wenig nachdenken und den Kopf einigermaßen frei haben. Ich wollte es nur schon mal erwähnt haben. Auch damit klar wird, dass es bei mir angekommen ist  😉

Einen kleinen Schritt weiter // Spielplatz

Was meinen aktuellen Gesundheitszustand angeht und die Schlaferei bin ich einen kleinen Schritt weiter. Der Endokrinologe hat einen deutlichen Vit. D Mangel festgestellt. Das ist recht einfach zu  beheben und ist mit Sicherheit zumindest an meiner Müdigkeit beteiligt. Alle anderen Werte waren völlig in Ordnung. Das ist zwar gut, aber eine klare Diagnose, auf die man alles schieben könnte, wäre mir eigentlich lieber gewesen.

Inzwischen geht der Verdacht der Beteiligten immer mehr in Richtung MS  als (Mit- oder Haupt-) Ursache. Das wird sich, nach dem jetzt dann folgenden CT klären. Da wird man sehen, ob es mehr, oder größere Entzündungsherde im Hirn gibt.

Vorher habe ich noch den Termin beim Onkologen um den aktuellen Stand zu besprechen und er wird wohl den Termin für das CT vereinbaren. Das überlasse ich immer ganz gerne ihm, da ich es hasse, mit diesen Tresen-Damen zu sprechen. Wer oft zum Arzt muss, weiß was ich meine.

Auch meine rheumatische Erkrankung könnte eine Rolle spielen. Auch das wird man an den CT Bildern sehen. Wenn es da mehr Verkalkungen an der Wirbelsäule und in den Gelenken gibt, sind das auch klare Zeichen für das Fortschreiten an dieser Front. Viele gleichzeitige Entzündungen in diversen Gelenken, können auch mit an der Müdigkeit beteiligt sein.

Der psychische Anteil scheint deutlich geringer zu sein, als zunächst befürchtet. Die Antriebsprobleme die ich zeitweilig hatte, sind eigentlich mit den Antiderpressiva, weitgehend verschwunden. Aber eben das enorme Schlafbedürfnis nicht. Es ist zwar ein wenig besser geworden, aber eben nicht mehr. Auch 24 Stunden Schlaf sind noch deutlich zuviel . . .  bei ansonsten normaler Belastung.

Es wird also noch ein paar Untersuchungen und Gespräche geben müsssen, um das wieder auf normal zu bekommen. So wie es aktuell aussieht, wird man wohl nicht die eine einzige Ursache finden. Aber egal, Hauptsache es hört wieder auf.

 

Trotz dieser Schlafsache, bin ich immer noch recht regelmässig Babysitten bzw. Kinderhüten und daher immer mal auf allen möglichen Spielplätzen. Ich kann nur empfehlen, sich das mal zu gönnen. Einfach mal einen Kaffee holen und auf einen Spielplatz sitzen.

Da sieht man Helicopter-Mütter, welche auch sofort zu erkennen sind. Manchmal bin ich sprachlos über das, was ich da so miterlebe. Nicht nur ausgesprochen verwunderliche Mamas und Papas, auch ausgesprochen verwunderliche Kinder. Ganz offensichtlich leicht verhaltengestörte Kinder,  welche vom jeweiligen Elternteil, als völlig normal empfunden werden.

In Hamburg gibt es Spielhäuser. Also für jeden Menschen nutzbare Häuser, mit Wickelraum und recht gut ausgestatteten Spielzimmern und auf dem Gelände meist noch ein großer und schöner Spielplatz. Im Spielhaus gibt es dann auch z. B. Lese-, Tromml-, Bastel-, Nachmittage. Das nutze ich manchmal sehr gerne, zumal das Wetter sich eben nicht immer für einen reinen Spielplatzbesuch eignet. Was ich dort und auf dem Spielplatz immer mal so höre und mitbekomme, läßt mich wirklich wundern. Was kommen da für Menschen auf die Zukunft zu ?  Natürlich gibt es auch völlig normale und durchschnittliche Kinder und Eltern, aber der Anteil an dem was ich nicht als so wirklich normal empfinde, ist doch überrraschend hoch. Die Kinder von Helicopter-Eltern, dürfen überhaupt nichts selbst lernen, erfahren. Sie werden überall hingehieft, hochgehoben und hin und her getragen. Ich halte mich immer komplett raus und im Hintergrund. Wenn meine Hütekinder Hilfe wollen und einfordern, bekommen sie das natürlich. Aber ich trippel nicht ständig hinterher und lasse sie möglichst alles erst mal völlig alleine ausprobieren. Ich finde das wichtig, auch für das Selbstvertauen des Kindes. Und ich freue mich immer mit, wenn so ein Kleines _er etwas alleine geschafft hat und das stolz präsentiert oder vorführt. Aber so viele Eltern verhindern mit ihrem Verhalten, solche Erfolge. Auch die Gefahr die von bestimmten Dingen, Geräten oder Situationen ausgeht, lernen diese Kleinen nicht kennen, weil schon der kleinste Stolperer verhindert wird. Sollte er dennoch passieren, wird ein riesen Tamtam und ganz enorm viel Betüddelei und Trösterei gestartet. Manche Kinder starten ein Riesengeschrei, ganz ohne dass irgendetwas passiert ist, nur um diese Reaktion der Eltern zu provozieren. Es ist wirklich spannend, was man da so alles erlebt. Wie gesagt, setzt Euch mal auf einen Spielplatz, wenn dort ein wenig was  los ist.

Ich geniesse die Stunden mit den Kleinen immer sehr und sie sind sehr kurzweilig und spassig. Das bekomme ich gut gewuppt und es tut mir ausgesprochen gut. Da steht meine Krankengeschichte komplett außer vor und spielt so gar keine Rolle.Die Eltern meiner Hütekinder sind glücklicherweise alle super nett, total normal und geerdet. Es ist völlig in Ordnung, wenn wir  mal völlig voll Sand und Matsch zurück kommen und das Kind vielleicht auch mal irgendwo einen blauen Fleck hat.