Nicht meine Zeit // Gutes Jahr etc.

Wer schon länger bei mir liest, weiß dass ich diese dunkle, kalte und nasse Zeit nicht mag und mit dem ganzen Weihnachtsgedöns nichts am Hut habe.

Jetzt dauert es schon nicht mehr lange bis zur Wintersonnwende und dann geht es zumindest mit der Tageshelligkeit, langsam wieder bergauf. Ein echter Lichtblick.

Ich denke zur Zeit viel an den vergangenen Sommer. Ich hatte wundervolle, sonnige und warme Tage in Holland. Ein wenig später durfte ich nochmal eine Woche an Spaniens Küste den Sommer geniessen. So einen tollen Sommer hatte ich schon Jahre nicht mehr und ich denke sehr gerne daran zurück. Der nächste Aufenthalt in Holland ist nun auch schon gebucht und ich darf wieder mit. Diesmal ist der Hund wieder dabei und wir werden wieder eine gute Zeit haben. Dieses Jahr waren wir in der heißen Zeit in Holland und das war nix für den Hund. Im kommenden Jahr fahren wir wieder deutlich später und dann ist das für den Hund sicher besser auszuhalten. Im kommenden Jahr werden wir wieder im gleichen Ort, aber in einer anderen Unterkunft sein. Diese Unterkunft hatten wir uns dieses Jahr sozusagen ausgeguckt und sind sehr froh, dass es auch geklappt hat. Die Lage ist einfach nur genial. Sehr viel näher am Meer kann man dort eigentlich nicht wohnen. Mein Traum, das Meer beim Einschlafen und Aufwachen hören zu können, geht dort wohl in Erfüllung.

 

Zur Zeit bin ich mit dem Papierkram für die geplante Reise nach Thailand beschäftigt. Wegen meiner Medikamente ist da einiges an Papieren notwendig. Es gibt z. B. Stoffe, die man in Europa als Patient auf Kassenkosten verschrieben bekommt –  in Thailand wird das nicht als Medizin angesehen und man darf damit nicht einreisen. Ich habe zum Glück keines der Medikamente dieser Art, aber ich habe BTM-pflichtige Mittel und da ist ein ganzer Haufen an Papieren notwendig. Formulare die von mir und dem verschreibenden Arzt ausgefüllt werden müssen. Dann muss das alles noch von einer hiesigen Gesundheitsbehörde beglaubigt werden. Ist das alles erledigt, müssen die gesamten Unterlagen nach Thailand zu Genehmigung geschickt werden. Nach deren Genehmingung, bekomme ich alles wieder geschickt. Nur mit diesen genehmigten Unterlagen darf ich dann einreisen. Ich muss damit dann durch den Ausgang für Meldepflichtiges. Zusätzlich kompliziert wird das durch die Gültigkeitszeit. Alles ist nur drei Monate gültig. Ich bin ja voraussichtlich sozusagen einen ganzen Monat im Land . . .  es ist also auch noch gutes Timing notwendig.

 

Jetzt steht noch ein letzter Kontrolltermin für dieses Jahr beim Onkologen an und in den nächsten Wochen folgt die nächste CT-Kontrolle. Im Rücken haben sich die Schmerzen ein wenig verändert und ev. ist da dann ein MRT fällig. Mit wirklich aufregenden Erkenntnissen rechne ich nicht. Insgesamt ist meine gesamte gesundheitliche Situation von der Krebs-Seite her, unverändert. Es gibt keine wirklich einschneidenden neuen Symptome. Also wird in der Bildgebung auch nicht viel neues zu sehen sein . . .  denke ich mir zumindest.

Die Situation mit der Schlaferei ist weiterhin verbessert und stabiler als die letzen zwei Jahre.

 

In den nächsten Wochen trudelt dann auch noch das Gerichtsurteil in der Sache gegen die Unklinik hier ein. Ich habe entschieden, nicht zu der Verkündung zu gehen. Wie es danach weitergeht entscheide ich, wenn das Urteil vorliegt. Eventuell berate ich noch mit dem neuen Anwalt und höre mir an, was er empfiehlt.                 In den letzen Wochen habe ich feststellen können, dass ich mich innerlich gut von der gesamten Angelgenheit distanziert habe. Auf Ereignisse aus dieser Ecke folgen keine nächtelangen Gedankenkarusselle mehr. Ich möchte dass das so bleibt und mich nicht mehr mit den ganzen leidigen Details beschäftigen. Dem neuen Anwalt vertraue ich wieder etwas mehr und ich werde mir gut anhören, was er dazu sagt und empfiehlt. Er hatte ja schon im Vorfeld von Berufung gesprochen, weil er wohl in den Unterlagen ausreichend Anhaltspunkte für Dinge gesehen hat, die  nicht gut oder optimal gelaufen sind. Aber ich werde mir sehr gut überlegen, ob ich mich nochmal auf die angeblichen Chancen einlasse. Wenn ich mich daran erinnere, was für Summen der bisherige Anwalt bei Übernahme des Falles in Aussicht gestellt hatte . . . .   und dann bedenke, was im Gericht gesprochen wurde  . . .   das sind ganz unterschiedliche Welten – ne ein anderes Universum.

Aber ich mache mir jetzt noch keinen Kopf und warte recht entspannt, was im Urteil steht.

 

Insgesamt habe ich ein gutes und schönes Jahr hinter mir. Seit dem Jahr 2006 lebe ich nun mit der Krebsdiagnose. Seit 2009 gelte ich als unheilbar und meine Lebenserwartung lag zu diesem Zeitpunkt bei statistischen 18 Monaten. Das ist jetzt 9 Jahre her. Es gab wirklich schlechte Jahre in der Zwischenzeit. 2011 war z. B. ganz übel, bis ich die Diagnose Nebennierenrindeninsuffizienz bekam und die entsprechenden Medikamente. Damit ging es mir schlagartig erheblich besser und das Sterben war mal wieder verschoben. Den zwischenmenschlichen Mist dieser Zeit, lasse ich hier weg.

Aber auf ein so schönes und gutes Jahr wie das vergangene Jahr, habe ich nicht mehr wirklich geglaubt oder gehofft. 2018 hat recht bescheiden begonnen. Unendlich viel Schlafen und null Antrieb, monatelang. Aber dann hatte das alles auch wieder ein Ende und der Rest des Jahres war einfach nur schön.  

Das war nur Dank wirklich guter Freunde und sehr lieber Menschen möglich.

Ich bin dankbar und glücklich solche Menschen zu kennen und zu meinen Freunden zählen zu dürfen.

 

Allen die Weihnachten und den Winter lieben, wünsche ich eine gute Zeit.

Allen Anderen, dass sie schnell vorüber geht.

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„Nach der Verhandlung“

Das habe ich in den letzen Wochen mehrfach so dahingesagt. Ihr kennt das sicher –  da steht ein wichtiger Termin an und da hat man dann einfach keinen Kopf für bestimmte Dinge und will das danach erledigen. Also erst eine Sache abschließen bevor man wieder Kapaziäten für andere Dinge hat.

Das war leider nur ein Wunsch. Abgeschlossen hat dieser Verhandlungstermin nämlich überhaupt nichts. Ich war vom Gericht geladen und der Anwalt war der Ansicht, das Gericht würde mich befragen. Auch ein Irrtum.  

Ich mag hier jetzt nicht ins Detail gehen, weil mich das ansonsten wieder zu sehr aufwühlt.

Wir saßen fast zwei Stunden in diesem Gerichtssaal und es wurde lediglich der Gutachter befragt. Mir hat man keine einzige Frage gestellt und ich habe mich schon ziemlich geärgert, dass ich mich vor diesem Termin nicht doch gedrückt habe. Das war mein erster Gedanke bei der Ladung und ich hätte gut daran getan, das auch so durchzuziehen. Ende vom Lied war, die Anwälte haben nochmal zwei Wochen Zeit, etwas dazu zu schreiben und im Dezember wird ein Urteil verkündet. Bei einer derartigen Urteilsverkündung ist üblicherweise niemand anwesend und der Richter sitzt da in diesem Saal und verkündet eben sein Urteil. Anwälte und Betroffene warten dann auf die entsprechende Post des Gerichtes. Also erst dann hat die Sache „im Prinzip“ ein Ende. Allerdings hat der mich begleitende Anwalt schon vor diesem Termin auf eine Berufung angesprochen. In der Verhandlung wurde ziemlich klar, dass da einige Dinge einfach nicht richtig beim Gericht angekommen sind. Vermutlich hat der (bisherige) Anwalt da einiges nicht ausreichend verständlich formuliert (oder nicht verstanden). Ich muss dazu erklären, der Anwalt der sich von Anfang an darum gekümmert hat, sitzt rund 900km weit weg. Zu der Verhandlung wurde dann ein hiesiger Anwalt beauftragt. Der hiesige Anwalt hat eine völlig andere Einstellung. Er übernimmt prinzipiell nur ausgesuchte Fälle. Er vertritt nur Angelegenheiten, hinter denen er auch voll und ganz steht. Es ist eine ein Mann Kanzlei. Der bisherige, auswärtige Anwalt ist Teil einer riesigen Kanzlei und da kümmert sich mal der Eine und mal der Andere um eine Angelegenheit. Dort scheint es völlig egal, wie aussichtsreich oder aussichtslos ein Verfahren ist, Hauptsache überhaupt wieder einen Fall übernommen und den Mandanten in spe wird einfach erzählt, was sie hören wollen.

Sollte in meinem Fall die Angelegenheit mit dem Urteil nicht beendet sein, würde der hiesige Anwalt alles übernehmen und mich bei einer Berufung vertreten. Ich hatte den Eindruck, da er ja schon vor dieser Verhandlung von einer Berufung gesprochen hat, dass er da einiges in den Unterlagen gesehen hat, was nicht so optimal ist.

Und nun habe ich wieder ganz viele Fragezeichen im Kopf.

Ich hatte so gehofft diese leidige Geschichte mit diesem Gerichtstermin endlich und endgültig abschliessen zu können. Abhaken und vergessen. Mich nie mehr damit beschäftigen und die ganzen Vorfälle nun endlich vergessen. Eigentlich war mir jetzt auch ziemlich egal zu welchem Urteil das Gericht kommt. Aber es gab kein Urteil. Und das was während dieser Verhandlung gesprochen wurde, hat gezeigt, dass da von der Seite meines Anwaltes, nicht alles optimal gelaufen ist und man das hätte besser machen könnte.

Ganz am Anfang der Geschichte hatte ich ja (völlig blauäugig und ahnungslos) geglaubt, mit einem entsprechenden Urteil vielleicht das Nachdenken auf ärztlicher Seite auslösen zu können. Gedanken darüber, wie dort verfahren wird, eventuell ein Überdenken. Aber völlig egal wie auch immer ein Urteil ausfällt . . .  ändern wird das überhaupt nichts. So absolut rein gar nichts. Am Ende geht es um Geld das dann irgendeine Versicherung bezahlt. Je nachdem hängt sich dann auch noch meine Krankenkasse hinten dran und holt sich auch noch irgendwelche Beträge für die ursprünglich mal bezahlten Behandlungen. Das war es aber dann auch schon. Die betroffenen Ärzte erfahren vermutlich nicht mal etwas von einem Urteil.

Eigentlich möchte ich keinen einzigen Gedanken mehr an die strittigen Vorfälle verschwenden. Aber jetzt soll ich darüber entscheiden, ob das im Dezember erwartete Urteil akzeptiert wird oder ob ich eine Berufung durchziehe und mich nochmal ein paar Jahre mit diesem Sch….  beschäftige.                                         Anfangen hat das alles 2011 !!! 

Außerdem muss ich mich entscheiden ob ich zu der Urteilsverkündung gehe oder ob ich auf diese Post warte.

Und ich hatte gehofft das gesamte nervige Thema jetzt abhaken zu können.

 

 

Ansonsten gibt es nicht viel, oder wichtiges zu erzählen. Gesundheitlich ist so weit eigentlich alles im Lot. Ich habe ein bisschen Probleme mit der Ernährung. Keinen Appetit und auf nichts Lust. Aber so habe ich jetzt mal wieder mein Wunschgewicht erreicht. Auch wenn ich eigentlich ein Abnehmverbot habe, bin ich doch ganz froh über den Verlust von ein paar Kilos und schaue wieder lieber in den Spiegel. Die Schlaf-Wach-Antriebsprobleme sind weitgehend Vergangenheit. Das geht zwar nur mit Medikamenten, aber was solls. Hauptsache ich verschlafe nicht den Rest meines Lebens. Neben der Chemo und den sonstigen Pillen die ich schlucken muss, kommt es auf diese eine Tablette nun wirklich nicht mehr an.

Dann hatte ich ja vor gut einem Jahr beschlossen, mir die Haare nicht mehr schneiden zu lassen. Inzwischen bin ich auch damit richtig glücklich. Durch die Dauerchemo habe ich heute genau die Haare, die ich mir immer schon gewünscht hatte. Früher hatte ich das, was man allgemein Schnittlauchlocken nennt. Also völlig gerade Haare, mit denen abslut nichts zu machen war. Nichts hat gehalten und sie hingen eben immer einfach nur gerade runter. Jetzt habe ich leichte Wellen und was auch immer ich damit mache, es hält. Sie sind aktuell ein bisschen über schulterlang und ich bin total glücklich damit.

Meine Katzenlady ist nun 16 Jahre alt und man merkt ihr das Alter immer mehr an. Sie ist immer mal etwas vergesslich und wirkt ein wenig verwirrt. Sie ist dünner geworden, also ein wenig eingefallen. Aber sie ist überwiegend gut drauf, frisst meist gut und hat noch immer mal ihre wilden Minuten. Aber man merkt ihr das Alter jetzt eben an. Obwohl Außenstehende noch immer glauben, sie hätten es mit einer ganz jungen Katze zu tun.

Dann fange ich nun langsam an, ein paar Dinge für die Thailand-Reise vorzubereiten. Die Mitnahme meiner gesamten Medikamente ist gar nicht so einfach. Da sind ein paar Formulare notwendig. Teilweise müssen ganz spezielle Formulare ausgefüllt und beglaubigt werden und von einer Behörde in Thailand, vor meiner Einreise, genehmigt werden.

Ich würde mich nun gerne voll und ganz auf diese Dinge konzentrieren . . . .   wenn da jetzt nicht noch ein Gerichtsurteil und eine ev. Berufung in der Luft hingen.

Mal wieder

Nach einer doch recht langen Pause, möchte ich mich mal wieder hier melden.

Es gab und gibt, eigentlich nicht wirklich viel zu berichten.

Der meiste Papierkram in Sachen Pflegegrad ist erledigt und die Dinge nehmen ihren Lauf. Es ist noch nicht jedes Detail geklärt und mit der Pflegeversicherung gestaltet sich alles etwas kompliziert, aber die für mich wirklich aufregenden und/oder anstrengenden Dinge, sind wohl überstanden.

 

In den nächsten Wochen steht der für mich sehr, sehr aufwühlende Gerichtstermin an. DerAnwalt, der sich von Anfang an mit der Angelegenheit beschäftigt hat, wird nicht anwesend sein. Er hat einen anderen Fachanwalt mit der Vertretung beauftragt. Diesen Vertreter lerne ich in den nächsten Tagen kennen. Ich hoffe, ich kann mir einen Eindruck über seine Kenntnis und das Engagement machen. Ändern kann ich an allem sowieso nichts. Aber ein Anwalt, der sich zumindest die Akten mal etwas genauer angesehen hat und einigermaßen interessiert wirkt, würde mich doch ein wenig ruhiger machen. Aber am Ende läuft es eben so wie es läuft. Ich rechne mit gar nichts mehr. Ich habe in den vergangenen Jahren einiges über unser Rechtssstem gelernt. Für die Anwälte in unserem Land, ist es völlig egal wie ein Verfahren ausgeht. Jedes Verfahren das von einem Anwalt vertreten wird, bringt ihm Geld. Daher wird dem Mandanten in Spe, natürlich jede Menge Blech erzählt, was die Aussichten angeht. Unsere Anwälte hier, werden nach Aufwand bezahlt. Ähnlich wie bei Architekten. In den USA z. B. sind Anwälte bei einem gewonnen Verfahren, an den auszuzahlenden Summen, beteiligt. So etwas steigert das Engagement natürlich enorm. Da ändern sich schlagartig alle Aussagen über einen möglichen Ausgang. Ein Verfahren, welches „eigentlich“ zum Scheitern verurteilt ist, oder keine guten Summen verspricht, wird dann natürlich nicht übernommen, oder eben nur gegen eine entsprechende Summe vom Mandanten. Mit entsprechenden Summen könnte man vermutlich auch einen hiesigen Anwalt zu etwas mehr Engagement bringen . . .  naja, das ist für mich keine Option. Also der Kennenlerntermin, ist mit einer gewissen Spannung für mich verbunden. Davon ist dann auch meine Verfassung vor und bei der Verhandlung ein wenig abhängig. Aber mal ganz abgesehen vom Ausgang an sich, ich hoffe inständig, dass der Verhandlungstermin dann endlich einen endgültigen Abschluß der gesamten Angelegenheit bringt.

 

In Sachen Krebs, gibt es keine Neuigkeiten. Im Dezember steht wieder mal ein CT auf dem Plan.

Aber ich rechne mit keinen Überraschungen.

Die Schlaf-Wach-Antriebsproblematik, habe ich inzwischen weitgehend im Griff. Nachdem X Antidepressiva so überhaupt keinen Erfolg gezeigt haben, konnte ich die Ärztin von meiner eigenen Therapie-Idee überzeugen. Es hat dann wieder ein bisschen gedauert, aber ich kann wirklich sagen, das Problem WAR ein Problem. Ich hoffe, das bleibt so. Meine gesamte Verfassung und auch  meine Stimmung, sind wieder da, wo ich sie gerne möchte. In meinem gesamten Umfeld fällt das auf. Ohne dass die betreffenen Personen von den vergangenen Problemen etwas wußten, fällt auf, dass ich zur Zeit einen völlig anderen, rundume wesentlich positiveren Eindruck mache. Die aktuellen Pillen sind Off-Label-Use und ich muss sie selbst bezahlen. Das ist es mir aber auf jeden Fall wert. Dieser Off-Label-Use ist auch der Grund, warum ich auf die Pillen hier nicht weiter eingehe und ich bitte, dies zu verstehen und zu akzeptieren.

Hauptsache ist:  es geht mir mal wieder erstaunlich gut und ich bin darüber ausgesprochen glücklich.

Stand der Dinge

Alle aktuellen Befunde liegen jetzt vor. Es ist wie immer. Alles wächst im Schneckentempo, bisher ohne irgendwelche Konsequenzen. Natürlich wird aus einer noch so langsam wachsenden Metastase, im Laufe der Jahre, irgendwann, etwas bedrohliches. Aber noch ist dieser Zeitpunkt nicht erreicht.

Mein Onkologe will sich in den nächsten Tagen mal noch die CD´s mit den Aufnahmen ansehen und mit älteren Aufnahmen vergleichen. In den Befunden aus der radiologischen Praxis wird immer nur mit dem letzten Vorbefund verglichen. Da stehen dann jedes mal eben nur wenige Millimeter. Irgendwer muss das nun mal als Ganzes sehen und beurteilen. Ich sehe das nach wie vor, recht entspannt. Ich kann es nicht ändern. Ganz egal was da wie schnell oder langsam wächst und welche Konsequenzen es hat – es ist wie es ist.

An der sonstigen gesundheitlichen Situation hat sich nichts geändert. Ich schlafe nach wie vor, erheblich mehr, als mir recht wäre. Sämtliche Konzepte haben bisher versagt. Immer erst ein Mittel einschleichen, wenn es nichts bringt, wieder ausschleichen. Auf Dauer auch ziemlich nervig. Vor allem, wenn das alles so überhaupt nichts bringt.

Es stellt sich natürlich immer mal wieder die Frage, ob ich das einfach akzeptieren muss, weil mein Körper ja doch einiges zu wuppen hat. Der Onkologe meint Nein. Ich selbst habe noch eine Einstellung gefunden. Mich nervt diese dauernde Pennerei und Müdigkeit.

Jetzt kommen ein paar Wochen auf mich zu, die anders sein werden. Ganz ohne irgenwelche Pillen.

Zunächst bin ich wieder eine Woche an der Nordsee in Holland. Dank einer lieben Freundin. Fast schon ein jährliches Ritual. Ich freue mich sehr auf diese Tage. Es ist immer sehr entspannt, aber eben nicht verpennt 😊. Wir haben uns immer viel zu erzählen, gniessen das leckere Essen dort, sind viel an Strand und Meer und lassen einfach die Seele baumeln.

Eine Familie, deren jetzt vierjährige Tochter ich seit zwei Jahren immer mal hüte, wandert im August nach Spanien aus  (ein berufliches Angebot der Vaters ist der Anlass) Ich wurde jetzt gefragt ob ich für eine Woche dorthin kommen könnte/würde/möchte (die Gegend um Malaga). Die Eltern müssen schon arbeiten, aber die Kita ist noch zu. Ich habe mich schon über die Frage sehr gefreut, schnell alles rundum abgeklärt und zugesagt. Ich finde es spannend zu sehen, wie die Lütte sich dort einlebt und vielleicht kann ich es ihr ja ein ganz klein wenig einfacher machen.

Nochmal ein paar Tage am Meer, mit einer süßen Kleinen dabei . . .  gerne. Wir hatten hier immer viel Spass in der gemeinsamen Zeit und werden das dort mit Sicherheit auch haben. Ich habe mich sehr gefreut über dieses Angebot. Zeigt es mir auch, dass es da Vertrauen und einfach eine gute Basis gibt. Ich hatte ja nun leider auch schon andere Erlebnisse mit Eltern von Hütekindern und da freut mich das jetzt umso mehr.

 

Das ist auch so ziemlich das Einzige, was ich noch auf die Reihe bekomme:  meine Kinder-Termine. Da bin ich nicht müde, vergesse meinen ganzen Kram und habe einfach nur Spass. Auch wenn ich dann manchmal hinterher, wirklich fast stehend ko bin, diese Zeit ist die beste Zeit für mich.

Ähnlich unmüde war ich auch im letzten Jahr in Holland und so wird das auch diesmal wieder sein.

 

 

 

Was genau meine Müdigkeit verursacht ist nicht klar. Es ist auf jeden Fall KEINE Narkolepsie. Bei Narkolepsie schläft man unbemerkt und ungewollt und aus dem Stand ein.  Davon bin ich weit entfernt. Zum Glück (Nicht das auch noch). Für eine Depression habe ich nicht (mehr) wirklich die richtige Stimmung(en), bzw. auch ein recht normales Gefühlsleben. Daher haben die ausprobierten Antidepressiva auch keinerlei Wirkung gezeigt. Meine Blutwerte sind auch in Ordnung, also kein Eisenmangel oder ähnliches.

Selbstverständlich ist meine Gesamtsituation nicht gewöhnlich und nicht einfach. Aber die ist schon seit gut acht Jahren, so wie sie jetzt ist. Diese Müdigkeit habe ich aber erst seit Mail 2017 und angefangen hat es in Kombination mit einer Depression. Die Depression ist weg, nur die Schlaferei ist geblieben und will einfach nicht wieder verschwinden. Das Einzige was neben der elenden Pennerei noch geblieben ist, ist die Antriebslosigkeit. Ich bekomme nix auf die Reihe. Nur das was ungedingt muss und eben meine Kinder-Termine.

 

Jetzt stehen erst mal Reisen an. Danach kann ich mich wieder um meine Probleme kümmern. Bis dahin geniesse ich so gut es geht: Sommer, Sonne, Strand und Spaß

Cortison // Nebennierenrinde

Weil es gerade auch zum Thema Rheuma paßt, hier ein Eintrag zum Thema Cortison. Den Beitrag hatte ich am 26.09.2014 in meinem alten Blog eingestellt. Der Inhalt ist aber nach wie vor, aktuell.

 

Heute möchte ich mal ein paar Worte zu Cortison loswerden.     

Die aktuell richtigen chemischen Bezeichnungen spare ich mir. Das spielt hier jetzt keine Rolle. Auch die Frage ob synthetisch oder natürlich ist hier nicht wichtig.

Im allgemeinen wird einfach von Cortison gesprochen.

Es handelt sich um eine Gruppe von Stoffen die in unterschiedlichen Zonen der Nebennierenrinde gebildet werden. Bei jedem gesunden Menschen. Also ein körpereigener Stoff der seine Aufgaben hat.

 

Es gibt Menschen die lassen sich völlig unbesehen wegen Pippifax mit Cortison vollpumpen. Es gibt auch Menschen die diesen Stoff komplett ablehnen. Meist wissen die Betroffenen überhaupt nicht wirklich, was Cortison ist und was es macht. Vor allem ist vielen Menschen nicht klar, dass es in jedem Körper vorkommt und lebensnotwendig ist.

 

Es gibt viele Menschen mit Krankheiten die eine ständige oder widerholte Gabe von Cortison benötigen. Viele Haupterkrankungen werden mit Cortison behandelt. Bei Allgerieschocks ist es überlebensnotwendig. Bei schlimmen MS-Schüben werden hohe Dosen verabreicht. Bei Organtransplantationen ist die Einnahme unerlässlich. Diese Liste könnte noch lange fortgesetzt werden.

 

Für sehr wichtig halte ich, dass man einen Mechanismus der damit zusammenhängt kennt und versteht.

 

Die körpereigenen Produktion von Cortison wird über die Hirnanhangsdrüse gesteuert. Ist der Cortisonspiegel im Blut zu niedrig, kommt von der Hirnanhangsdrüse per Botenstoff die Aufforderung an die Nebennierenrinde, Cortison zu produzieren.  (Also in Wirklichkeit gibt es da noch ein paar andere Stoffe und Wirkungen, aber das ist hier jetzt nicht so wichtig.)

Dieser Botenstoff bzw. dieses Hormon heißt ACTH.

Z. B. bei Stress wird mehr davon produziert und darauf produziert die Nebennierenrinde dann mehr Cortison.

Natürlicherweise hat der Mensch am Morgen, so gegen 8 Uhr den höchsten Cortisonspiegel.

 

Menschen die regelmässig und /oder über eine gewissen Zeit Cortison einnehmen, müssen bestimmte Dinge beachten. Durch die Erhöhung des Cortisonspiegels von aussen, muß die Hirnanhangsdrüse ja keinen Botenstoff mehr absenden und die Nebenniere nichts mehr oder weniger Cortison produzieren.

Durch Cortisoneinnahme  kann daher passieren, dass diese natürliche Regelung einfach einschläft und nicht mehr aufwacht.

 

Durch sehr sehr, langsames, in kleinen und kleinsten Stufen, Ausschleichen, versucht man das zu verhindern. Das gelingt nicht immer.

Die Folge kann dann ein Versagen der Nebennierenrinden sein. Eine Nebennierenrindeninsuffizienz. Die gibt es auch aus anderen Gründen und heißt dann Morbus Addison.

 

Die Symptome einer dauerhaften (zu) hohen Dosierung sind bekannt:         Vollmondgesicht, Stammfettsucht, Wundheilungsstörung, etc. . . . . Diese Dinge können manchmal sehr schnell und sehr intensiv auftreten, aber auch das Gegenteil ist möglich. Es gibt Situationen, in denen aber einfach auf solche eine hohe Dosierung  nicht verzichtet werden kann.                                                                                Eine dauerhafte, niedrige Dosierung, kann eine Depression forcieren (auch wenn es noch immer viele Ärzte gibt, die das verneinen. Die Psychiater sind sich da absolut einig)

 

Die Symptome eines über eine gewisse Zeit gehenden Cortisonmangels sind vielfältig:                                                                                                                           Übelkeit, Appetitmangel, Antriebsschwäche bis zur Depression , Magen-Darm Probleme, extreme Müdigkeit . . . manchmal dem Fatique Syndrom sehr ähnlich. Wundheilungsstörung, Kreislaufschwäche, starke Stimmungsschwankungen . . .  bis hin zu der lebensbedrohlichen Addison-Krise (dazu findet man viel im Netz)

 

 

So und nun noch ein Grund warum ich das hier schreibe.

 

Während einer Chemotherapie wird fast immer Cortison gegeben. Manchmal in heftigen Mengen und über einige Tage. Das Ganze dann über Monate immer wieder.

Allerdings wird hier nie ausgeschlichen, sondern immer sofort wieder aufgehört. Das birgt aber das Risiko, dass es hinterher eben kein körpereigenes Cortison mehr gibt. Je nachdem, wie lange man, wieviel bekommen hat.

Ich weiß nicht, warum die Onkologen sich nicht darum kümmern und das was andere Ärzte tun, einfach links liegen lassen. Vielleicht ist in Anbetracht der lebensbedrohenden Krebsbehandlung dieser Aspekt oft einfach nicht naheliegend. Während einer Chemotherapie hätte man noch nicht wirklich richtig augeschlichen, da kommt schon die nächste notwendige hohe Gabe.

Es ist sicher nicht der Regelfall, dass die Nebennierenrinde dann nicht wieder anspringt. Aber es kommt eben vor. Das ist zum Teil auch abhängig davon, wie oft und wieviel Cortison man ansonsten schon in seinem Leben erhalten hat (z. B. Rheumatiker)

 

Bei mir war es so und wäre ich nicht selbst auf die Idee gekommen, was in Wirklichkeit hinter den fiesen Symptomen steckt, wäre ich nicht mehr am Leben.  Es ging mir richtig extrem schlecht und immer schlechter. Ich war innerhalb von wenigen Wochen, ein paar Mal ohnmächtig geworden. Alle in meinem Umfeld, auch die Onkologen, waren der festen Überzeugung, dass mich nun eben der Krebs dahinrafft.

Mir waren die Symptome aber irgendwie bekannt, habe mich selbst gekümmert und bin zu einem Endokrinologen. Ich hatte bis dahin mehrere Addison-Krisen (nach der Diagnose war klar warum ich mehrfach umgekippt war)  und viel, viel Glück, das überlebt zu haben. Mit der ersten Substitution des fehlenden Cortisons waren sämtliche Symptome und einige die ich nie damit in Zusammenhang bringen würde, schlicht und ergreifend sofort verschwunden.

 

Der Cortisonmangel führt nach einer gewissen Zeit direkt zum Tod. Meist durch eine Addison-Krise. Wenn wenigstens noch eine mini Produktion besteht, kann man solche Krisen überleben, aber nicht dauerhaft.

Die genauen chemischen und körperlichen Vorgänge bei einer Addison Krise und was dazu führt, spare ich mir hier ebenfalls. Wer das wissen will, kann es im Netz nachlesen oder bei mir nachfragen. Wichtig ist nur, zu wissen, dass es das gibt.

 

Wer nach Beendigung einer Chemotherapie mit Cortisongaben, übermässig lange braucht sich zu erholen, massiv unter dem sogenannten Fatique-Syndrom leidet, vielleicht auch mal ohnmächtig wird . . . sollte darauf bestehen, seinen ACTH –Spiegel überprüfen zu lassen. Das gilt auch besonders für Menschen die in ihrem Leben aus ganz anderen Gründen schon immer mal wieder, oder auch dauerhaft Cortison einnehmen mußten oder injeziert bekamen.

Dieser Wert ist noch keine Diagnose, gibt aber einen Anhaltspunkt und am besten berät man dann (oder schon vorher) mit einem Endokrinologen. Ob der Wert direkt vom Endokrinologen oder einem Onkologen gemacht wird, ist völlig egal. Aber ein klar erhöhter ACTH-Wert ist ein ziemlich klares Zeichen und muss vom Endokrinologen geklärt werden. All zuviel Zeit, würde ich da nicht verstreichen lassen.

Natürlich gibt es auch jede Menge Krankheiten die damit zu tun haben können, aber darum geht es mir heute nicht.

Ich bin der festen Überzeugung (durch eigene Erfahrung) dass es eine Anzahl Menschen gibt, die nicht an ihrem Krebs sterben, sondern schlicht und ergreifend an einem Versagen der Nebennierenrinde (Nebenniereninsuffizienz) Und das völlig unerkannt. Das ist in meinen Augen völlig überflüssig. Ich bin da nur sehr, sehr knapp daran vorbei geschrammt (lt. Endokrinologen)

 

Ich mache es keinem Arzt zum Vorwurf, nicht daran gedacht, oder es nicht erkannt zu haben. Gerade ein Onkologe hat eine völlig andere Sichtposition und kann vermutlich überhaupt nicht auch an diese Möglichkeit denken. Zumal die Symptome eben sehr gut in den Zustand „nach Chemo“ passen.

Ich fände es an der Zeit, dass hier mal eine Studie gemacht wird. Es kostet kein Vermögen, nach einer Chemotherapie einen Blutwert mehr zu kontrollieren und im Auge zu behalten. Wir werden ja sowieso alle paar Wochen angezapft für andere Werte.

Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass es sehr viel Sinn macht, diesen Nebenwirkungs-Aspekt der Chemotherapie, nicht aus dem Auge zu verlieren.

 

Wer mehr zu Cortison und Nebennierenrindeninsuffizienz  (NNRI) wissen möchte, findet im Netz sehr viele Infos. Ich stehe für Rückfragen und Unsicherheiten auch gerne zur Verfügung. Ich bin kein Arzt, stelle keine Diagnosen. Ich kann nur Tipps geben und den Rücken stärken.

Wer wie ich damals, einen Onkologen hat, der das überhaupt nicht einsieht oder versteht, sollte schnellstens den Arzt wechseln. Es bricht auch einem Onkologen keinen Zacken aus der Krone, mal einen Überweisungsschein zum Endokrinologen auszustellen. Meiner hat sich damals ziemlich angestellt und mir den Schein mit den Worten:  „Du gibst ja eh keine Ruhe“  rübergeschoben (das war dann auch der vorletzte Termin bei ihm  😉 )

Der Endokrinologe hat bei Betrachtung meiner Werte die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen und mir zu meiner Berufswahl gratuliert.

 

Hört auf Euer Bauch- und Körpergefühl. Es ist Euer Körper. Ihr seid die längste Zeit mit ihm zusammen und kennt ihn am besten. Manchmal erkennt der Patient eine Situation besser als der Arzt und dann muss man sich durchsetzen.

Rheuma // Fibromyalgie

Heute will ich mal ein wenig über Rheuma schreiben und ein paar Dinge erklären und klarstellen. Das gilt auch für Fibromyalgie, weiter unten.

Da gibt es leider sehr viel Unwissen. Ich versuche das so einfach wie möglich zu erklären. In Wirklichkeit ist dies ein riesen grosser Fachbereich mit sehr viel Wissenschaft und Forschung. Ich schreibe hier nur das, was man als normaler Mensch vielleicht darüber wissen sollte. So entfällt vielleicht der eine oder andere (überflüssige) Spruch, Betroffenen gegenüber.

 

Rheuma ist keine Krankheit. Rheuma hat absolut nichts mit dem Alter zu tun.

Rheuma ist ein Begriff für eine ganze Menge sehr unterschiedlicher Erkrankungen.  Diese Erkrankungen können Menschen jeden Alters bekommen. Vom Kleinkind bis zum Greis.

Diese Erkrankungen heißen zum Beispiel:  rheumatoide Arthrits, M. Bechterew, Lupus erythematodes, . . . . .

All diesen Erkrankungen liegt ein Fehler im Immunsystem zugrunde. D. h. die körpereigene Abwehr, greift körpereigene Substanzen an und  das geht immer mit mehr oder weniger schweren Entzündungen einher. Je nach Erkrankung.

Die Krankheiten unterscheiden sich durch die Art des angegriffenen Gewebes.           Z. B.  Bei rheumatoider Arthritis, werden Gelenkhäute und Knorpel der kleinen Gelenke angegriffen. Bei Lupus gibt es zwei Formen:   eine greift die Haut an, die Andere Organe. Und so betrifft jede rheumatische Erkrankung, einen anderen Bereich. Bei den kleinen Gelenken angefangen, bis zum Auge. . .(welcher Bereich bei welcher Erkrankung betroffen ist, kann man wunderbar im Netz lesen)

Daher ist auch klar, dass es nicht ein „Rheuma-Mittel“ geben kann.

Behandelt werden diese Erkrankungen stufenweise und nach Symptomen.

Bei starken örtlichen Entzündungen und Schmerzen versucht man es erst mit den sog. nicht steroidalen Mitteln (NSAR). Also so etwas wie Ibuprofen. Das soll die Schmerzen und die lokale Entzündung bessern.

Danach kommt die Behandlung mit Cortison. Das soll die generelle Entzündungsreaktion des Körpers reduzieren. Diese Behandlung birgt gewisse Risiken, benötigt absolute Zusammenarbeit und Aufklärung der Patienten.

Bei rheumatoider Arthritis gibt es auch noch operative Optionen, indem man z. B. die „befallenen“ Gelenkhäute entfernt. Oder ganze geschädigte Gelenke ersetzt. So gibt es bei der einen oder anderen rheumatischen Erkrankung, noch spezielle Therapie Optionen.

Die letzte Stufe medikamentöser Therapie, ist dann eine Chemotherapie. Sie soll die gesamte Abwehrreaktionen des Körpers einschränken. (bei einer rheumatischen Erkrankung, bei welcher eine Chemotherapie angewandt wird, wird im allgemeinen das Mittel MTX gegeben. Oft wissen die Patienten überhaupt nicht, dass es sich dabei um eine Chemotherapie handelt) Am Ende ist aber die Chemotherapie die einzige medikamentöse Therapie, welche auf dem Verlauf der Erkrankung Einfluß haben kann. Alle anderen medikamentösen Therapien richten sich (nur) gegen die Symptome und haben keinen Einfluß auf den Verlauf.

 

Die jeweilige Diagnose erhält man oft durch Blutuntersuchungen. Es gibt aber auch rheumatische Erkrankungen ohne eindeutige Blutwerte (seronegativ) Es gibt diverse Rheumafaktoren die im Blut nachgewiesen werden können, es gibt Entzündungswerte, Röntgenbefunde, Szintigrammbefunde und lokale Zeichen. Die Diagnose sollte aber von einem Fachmann erhoben werden. Ein Arzt anderer Fachrichtungen kennt sich  mit dem riesen großen Fachgebiet der Rheumatologie, meist nicht ausreichend aus.

 

 

Fibromyalgie findet man überall noch immer unter der Rubrik Rheuma. Das ist falsch.

Fibromyalgie ist keine entzündliche Erkrankung.

Bei Fibromyalgie wird keinerlei Gewebe geschädigt.

Fibromyalgie ist eine chronische Schmerzerkrankung.

Über Auslöser und Ursachen wird seit Jahrzenten mehr oder weniger erfolglos geforscht. Der einzig nachgewiesene Mechanismus, ist ein erhöhter Schmerzfaktor (P)  in der Rückenmarksflüssigkeit. Man nimmt an, dass durch langjährige Schmerzen (z. B. nach Schleudertrauma) das Schmerzgedächtnis und die Schmerzchemie im Hirn, manchmal durcheinander kommen können.

An den Stellen, an welchen Betroffene Schmerzen haben, ist absolut nichts in Unordung, geschädigt,  entzündet oder sonst irgendetwas. Diese Schmerzen sind, im Gegensatz zu vielen anderen Schmerzen, kein Warnzeichen des Körpers, sondern eine Fehlmeldung.

 

Fibromyalgie mit entzündungshemmenden Mitteln zu behandeln, oder gar mit Cortison, ist also völliger Unsinn. Schmerzmittel bringen oft rein gar nichts.

So lange Ursachen und Aulsöser nicht klar sind, ist eine Behandlung mit jeglicher Form von Medikament, eher ein Risiko als sinnvoll und ist nichts weiter, als Stochern im Nebel.

Da die Patienten aber Schmerzen haben, ist das Verlangen nach Medikamenten, natürlich immer groß. Da hilft nur Aufklärung.

Was auf Dauer, nachgewiesen und mehrfach überprüft, immer hilft, ist moderater Ausdauersport, regelmässige, mässige Bewegung. Das scheint die Schmerzchemie im Körper ein klein wenig in Ordnung zu bringen. Durch diese Art Bewegung, trotz Schmerzen und durch die Schmerzen durch, scheint das Gehirn (Schmerzgedächtnis) in gewisssem Maße von selbst zu verstehen, dass an den schmerzenden Stellen kein Schaden vorliegt und alles gut und normal funktioniert. Genau das, muss ein Arzt seinen Patienten richtig erklären, denn das Bewegen, trotz und durch Schmerzen, fällt nicht jedem leicht und das versteht auch nicht jeder sofort.

 

Die Diagnose Fibromyalgie, war eine zeitlang eine Mode-Diagnosen. Wenn ein Arzt nicht wußte was ein Patient wirklich hat und vielleicht auch nicht sehr kooperativ war, hat man einfach geschrieben, das ist Fibromyalgie und da kann man eh nix machen. Damit muss man eben leben. Oft gab (gibt) es dann einfach noch ein Rezept für irgendein Schmerzmittel dazu, oder, wenn es ganz dick kommt, auch für Psychopharmaka.

Die einzige wirkliche Option ist, den Schmerz möglichst zu ignorieren und sich ganz, ganz regelmässig, aber mässig (z. B. Walking) zu bewegen.

Die Diagnose Fibromyalgie ist erst mal eine Ausschlußdiagnose. Was bedeutet, dass eine entzündliche Erkankung ausgeschlossen wird (Blutwerte) und ebenso ein „Schaden“ vor Ort (Röntgen od. CT od. MRT) Wenn da absolut nichts gefunden wurde, muss ein richtiger Fachmann für Fibromyalgie befragt werden.

Der prüft die sogenannten Tender-Points. Da werden mit einem fest definierten Druck, etwa 28 Stellen geprüft. Wenn 11 oder mehr der vordefinierten Stellen positiv sind, gibt das die Diagnose Fibromyalgie. Alles andere ist Wahrsagerei. Nur dieses Gesamtpaket, ergibt eine glaubhafte Diagnose.

 

 

Ich selbst habe ca. 1997 die Diagnose Fibromylagie erhalten und 2001 die Diagnose rheumatoide Arthitis. Die  Fibromyalgie habe ich mit Walking in den Griff bekommen und gegen die rheumatiode Arthritis hilft mir heute meine Krebs-Chemo (die Jahre davor, Ibu und Cortison)

Antworten

Heute möchte ich auf alle aktuellen Kommentare auf ein Mal, hier antworten.

Außerdem habe ich inzwischen auch eine Antwort meines Rechtanwaltes zu meiner Frage der Anwesenheit. Der Anwalt hat da eine klare Meinung: ich sollte unbedingt anwesend sein. Es sei wichtig, dass das Gericht mir direkt Fragen stellen kann und gewisse Dinge aus meiner Sicht hört. Darum brauche ich mit also keinen Kopf mehr machen.

Es wird für mich aber sehr schwer werden, in der Zeit bis dahin, meinen Kopf davon frei zu halten. Gedanken dazu, wer da was von mir wissen möchte, der Horror davor, still und leise der Gegenseite zuhören müssen, egal was da für Unverschämtheiten und Unwahrheiten erzählt werden . . . mich geistig von all dem, weit, weit weg zu halten, wird ein harter Kampf werden.

 

All das, was Ihr in den Kommentaren geschrieben habt, hilft mir ein wenig. Sowohl das Verständnis dafür, dass ich einfach keinen Bock und keine Kraft mehr habe, als auch das Mutmachen und Zureden.

 

Vielleicht findet diese elende Angelegenheit ja mit diesem Termin endlich ein Ende. An ein Ende in meinem Sinn, glaube ich schon lange nicht mehr. Die Gegenseite wird von der Allianz-Versicherung vertreten, da hat man ja schon einiges weniger tolles drüber gehört. Aber ein Ende wäre trotzdem gut für mich. Diese blöden Dinge einfach abhaken, vergessen. Kein Ende durch meinen Tod, sondern ein Ende durch ein Urteil . .  wie auch immer es ausfällt.

Sämtliche Vorfälle haben am Ende die gleiche Ursache: mangelnde Kommunikation. Auf allen Ebenen. Diese Klinik hat sich zu tode organisiert. Da wird alles schriftlich gemacht und am Ende macht jeder einfach das was er denkt. Ich würde jedem dort beschäftigen Mediziner raten, ein einziges Mal das Procedere für eine stationäre Aufnahme vor einem nicht all zu großen Eingriff zu durchlaufen . . . (oder auch einem der Richter 😉 )

 

Jetzt werde ich versuchen, das Thema wieder ganz weit nach hinten in meinem Kopf zu verschieben und die kommende Jahreszeit zu geniessen. . . .  außerdem kommt lange vor dem Gerichtstermin noch eine Woche Nordsee und darauf freue ich mich schon seeeehr.

Endlich

Endlich ist der Frühling auch hier angekommen. Es fängt an überall wieder grün zu werden. Ich habe zum ersten Mal dieses Jahr, den Rasen gemäht. Es war zwar anstrengend, aber ich habe es geschafft und war auch ein bisschen stolz. Außerdem kann ich mit meinem Hütekind jetzt endlich wieder öfter auf den Spielplatz. Aber sehr viel mehr ist, was meine Aktivität und Motivation angeht, leider nicht geschehen.

Also leider scheint das akutelle Konzept das ich mit der Psychiaterin/Neurologin abgesprochen hatte, nicht aufzugehen. Also werde ich nächste Woche mal eine Mail an sie schicken und abwarten was sie meint. Ich nehme an, jetzt kommt dann der Plan B. Also nur mal kurz in die Praxis und meine Apotheke und neue Pillen ausprobieren.

Da mein Antrieb nach wie vor, komplett abhanden gekommen ist, gibt es auch nicht wirklich viel zu erzählen. Die Stimmung ist eigentlich gut, nur diese Antriebsprobleme frustrieren auf Dauer einfach. Jetzt hoffe ich auf Plan B.

 

 

In der Zwischenzeit ist ein Gerichtsscchreiben eingegangen. Eine Ladung zu Beweisaufnahme und Verhandlung in der Sache gegen die Unklinik. Der letzte Vorfall war 2011, jetzt ist der erste Gerichtstermin anberaumt. Im Herbst soll das statt finden. Ich bin noch sehr unentschlossen, ob ich versuche, nicht anwesend sein zu müssen. Wenn mein Anwalt es für einen wirklich sinnvollen Vorteil hält, werde ich es auf mich nehmen. Aber eigentlich würde ich das gesamte Thema lieber weiter verdrängen und vergessen. Das Gefühl der Hilflosigkeit, des Ausgeliefertseins, der Frust und die Wut, das alles hat im Laufe der Jahre deutlich zugenommen. Ich konnte ja schon die mir geschickte Akte nicht lesen, weil es mir sofort immer schlechter ging. Ich weiß noch nicht, wie es mir geht, wenn der Termin wirklich in die Nähe kommt. Es ist ja noch ein bisschen Zeit bis dahin und ich werde ganz intensiv versuchen, mir nicht jetzt schon einen Kopf um diesen Termin zu machen.

 

 

Für Alle die damals noch nicht mitgelesen haben (in diesem Blog hier, steht davon nichts): 

Es gibt mehrere Vorwürfe gegen die Klinik. So z. B. wurde eine Bauchspiegelung gemacht, bei der hinterher keiner schlauer war als vorher, weil keine Aufnahmen der Metastasen gemacht wurden. Die Assistenzärztin die den Eingriff vorgenommen hat, wußte überhaupt nicht um was es geht und hat bei Erblicken der vielen Metastasen, sofort den Eingriff abgebrochen und beendet. Dabei wurde der Eingriff geplant, um anahnd von Fotos, Wachstum und Größe der Metastasen im Bauchfell (Peritoneum) zu beruteilen. Außerdem bei einem Stentwechsel  des Stents im rechten Harnleiter, einfach auch mal grundlos und winfach so, ein Stent in den linken Harnleiter geschoben. Der in einem weiteren, völlig überflüssigen Eingriff, wieder entfernt werden musste. Außerdem hat sich die Anästhesieabteilung, mehrfach nicht an Absprachen ghalten, welche die Therapie der Nebennniereninsuffizienz betrafen. . . .  naja und eben mehrere ähnliche Vorfälle. Wenn es nur um eine einzige Angelegenheit gegangen wäre, hätte ich so einen Zirkus mit Anwalt und Klage, nicht angefangen.

Ein Bekannter hatte das gesamte Elend mitbekommen und mir einen mit ihm, aus ähnlichen Fällen, bekannten Anwalt vermittelt. Die Aussage der Anwälte war eindeutig, also ging das Schreiben mit Anwälten, Gerichten, Gutachtern, etc. los. Im Laufe der Zeit habe ich aber festgestellt, dass ich eigentlich lieber alles vergessen würde. Jeder Brief, jedes Gutachten, kostet mich Schlaf und Nerven. Da kommt das, was ich in der jeweiligen Situation empfunden habe, verstärkt in mir hoch. Eine gewisse Fassungslosigkeit, Sprachlosigkeit, Wut, Frust, Hilflosigkeit . . .  Damals, auf mehrere Vorfälle verteilt, jetzt hoch konzentriert. . . .    aber wie schon gesagt, der Gerichtstermin ist erst im Herbst.

Das Warten hat sich gelohnt

Endlich hatte ich den Termin bei der Neurologin/Psychiaterin. Zwei Mal wurde der vor Monaten vereinbarte Termin, nochmal um je zwei Wochen verschoben. In der Praxis war auch die Grippe unterwegs. Aber jetzt war es dann endlich doch so weit.

Eine nette junge Ärztin. Sie ist ein klein wenig erschrocken bei den Diagnosen, hat aber nicht diesen nervigen Mitleids-Dackel-Blick aufgesetzt. Jemand mit meinen Diagnosen, Prognosen und überraschenden Überlebenszeit, hatte sie noch nicht in der Praxis.

Sie hat sehr schnell begriffen wo mein Problem seit letztem Jahr Mai liegt. Wir haben auch nicht ewig lange über Auslöser oder Ursachen geredet. Ich konnte ihr ziemlich genau den Anfangszeitpunkt nennen.

Dass aktuelle Konzept ist jetzt eine Erhöhung des mir schon bekannten Antidepressivum. Ich hatte mit der Einnahme ja schon auf eigene Faust begonnen, nachdem ich geschnallt hatte, was da gerade bei mir abgeht. Aber mit der Dosierung war ich, so ohne ärztlichen Rat, natürlich eher zurückhaltend. Da werden die Optionen jetzt einfach ausgeschöpft.

Außerdem habe ich ein Mittel bekommen, welches meinen Nachtschlaf wieder verbessern soll. Kein Schlafmittel, sondern ein Psychopharmaka.

 

So wirklich klar/sicher ist nicht, ob es sich um eine Depression handelt. Wenn der aktuelle Plan in ein paar Wochen nicht eine klare und deutliche Besserung bringt, tendiert der Verdacht eher in Richtung Narkolepsie (was nach aktuellem Stand der Wissenschaft, wohl auch eine Autoimmungerkrankung ist und damit ja in meiner Reihe der Diagnosen, sehr plausibel und passend wäre) Dafür gibt es auch schon Plan B.

Aktuelle Probleme kann ich mit der Ärztin per Mail klären. Das finde ich wirklich sehr angenehm und bin davon begeistert. Im Notfall kann ich ohne Termin auflaufen. Rezepte können auch jederzeit abgeholt werden. In ein paar Wochen möchte sie von mir lesen, wie das aktuelle Konzept greift. Den nächsten offiziellen Termin habe ich erst in gut drei Monaten. Das ist alles absolut so, wie ich es gut finde.

 

Das Problem mit der Ernährung, habe ich seit ein paar Tagen auch ohne Pillen wieder einigermaßen in den Griff bekommen. Ich habe, nachdem ich viel darüber gelesen habe, angefangen, jeden Abend ein Glas Wasser, mit einem Esslöffel Apfelessig zu trinken. Das schmeckt recht angenehm und hat auf meinen Appetit und die Lust auf „vernünftigere“ Lebensmittel einen durchweg positiven Effekt.

Ich habe mir im Bioladen einen schon fast als lecker zu bezeichnenden Apfelessig gekauft. Warum und wie mir das jetzt geholfen hat, verstehe ich nicht wirklich. Ist am Ende aber auch völlig wurscht. Es hilft und ich bleibe dabei.

 

In der Zwischenheit habe ich auch mal meinen Impfstatus wieder aktualisiert. Also Kinderlähmung, Tetanus (Wundstarrkrampf), Diphterie und Pertussis (Keuchhusten) wurden aufgefrischt. Wenn ich das 60zigste Lebensjahr erreicht habe, gibt es auch noch eine Impfung gegen irgendeine Lungentzündung auf Kassenkosten dazu. Ich weiß, dass viele Erwachsene das vergessen und möchte Euch hiermit erinnern, mal wieder den Impfpass mit zum nächsten Arzttermin zu nehmen. Was das Impfen angeht, habe ich eine ganz klare Meinung und ich bin absolut intolerant gegenüber Impfgegnern. Ich bin der Meinung, wer sein Kind in KiTa, Kindergarten, Schule, sozusagen das öffentliche Leben gibt, muss es impfen lassen (das was eben üblich ist)  Alles andere halte ich für absolut verantwortungslos.

 

Meine Babysitter-Termin lasse ich ja möglichst nie ausfallen. Diese Stunden tun mir noch immer ausgesprochen gut und ich kann damit auch noch jeweils eine Familie ein klein wenig unterstützen. Ich finde Kinder einfach toll. Es macht Spass die Entwicklung zu beobachten und zu erleben. Die Unterschiedlichkeit ist sehr spannend. Die Offenheit und völlige Abwesenheit von Urteilen und Vorurteilen ist erfrischend. Ab einem bestimmten Alter wird das leider anders, aber das ist bei jedem Kind zu einem unterschiedlichen Alter und Zeitpunkt.

Als Eltern hat man oft viel zu viel mit Organisation, Arbeit, Alltag, Verantwortung etc zu tun und bekommt da vieles nicht so deutlich mit. Wenn ich ein Kind hüte, kann ich mich voll und ganz darauf konzentrieren und einlassen. Das ist das Beste an meiner Zeit mit dem jeweiligen Kind.

 

Ich möchte alle Anti-Psychopharmaka Besserwisser bitten, Ihre Weisheiten für sich zu behalten. Ich war über dreissig Jahre als Krankenschwester berufstätig und ich weiß sehr genau was ich da schlucke und ich weiß ebenso gut, warum.

Spart Euch die Kommentare, ich lösche sie eh.

Das gilt auch für sogenannte Impfgegner !!

Mit gestellten Fragen, habe ich überhaupt kein Problem.

 MEIN Blog  😊