Life Balance // Mathadon DL

Heute hatte ich mal wieder einen Faulenzertag auf meiner Hollywoodschaukel. Da ist mir aufgefallen, dass mein Leben eigentlich ausbalanciert ist. Also die Stresstage wechseln sich mit ruhigen Tagen ab. Wenn man von dem inneren Druck durch meine etwas besondere Situation absieht, hält sich der Rest eigentlich schön in der Waage.

Meine Babysitter-Termine sind zur Zeit wichtige Termine. Die Mama ist vor kurzem gestorben (ich hatte von der Erkrankung hier geschrieben) und der Papa ist nun alleine mit Kleinkind und Baby. Da gibt es jetzt für ihn erst mal unendlich viel administrative Dinge zu regeln und da kann ich ein klein wenig Luft verschaffen. Das Baby hat nicht wirklich viel mitbekommen von den Vorgängen, im Gegensatz zu der großen Schwester. Die Schwester braucht zur Zeit immer mal ganz eigene Papa-Zeit und auch da kann ich ein klein wenig unterstützen.

Grundsätzlich ist diese Situation, innerlich,  für mich erst mal ausgesprochen beschissen. Mein erster Gedanke bei der Mitteilung vom Tod der Mama war:  „ sie hat es hinter sich“.  Danach kommen sofort Überlegungen zu den Ungerechtigkeiten. Ich lebe mit allem dem Krebs noch immer und diese Mama mit den zwei kleinen Kindern ist tot. Das ist nicht zu verstehen und ich emfpinde das so ziemlich als die Krönung von Ungerechtigkeit. Das ist aber alles nur in meinem Kopf. Davon lasse ich mir natürlich möglichst nichts anmerken und spreche selbstverständlich kein Wort in diese Richtung. Viel zu reden habe ich eh nicht. Ich versuche dem Papa ein klein wenig zu helfen und mehr kann ich nicht tun. Zu Reden gibt es auch nichts. Es ist, wie es ist. Der Papa ist in einer Situation, zu der es eben einfach auch keine Worte gibt.

All diese Gedanken schiebe ich auf die Seite und mache einfach das, was ich tun kann. Der Papa muss jetzt funktionieren und kann weder trauern noch viel nachdenken. Ich kann ihm immer mal ein klein wenig Luft verschaffen und dem Baby ein bisschen unbefangene Zeit. So lange das was ich tun kann hilfreich ist, werde ich da weiter unterstützen und meine eigene Situation einfach in den Hintergrund schieben. In ein paar Wochen wird sich in der Familie alles neu eingespielt haben und dann bekomme ich wieder eine neue Familie.

Als Ausgleich habe ich dann so Tage wie heute. Da trödel ich rum, liege auf meiner Hollywoodschaukel, schaue den Eichhörnchen und vielen unterschiedlichen Vögelchen in meinem Garten zu, freue mich über die Blüten meiner vielen Rosen und anderen Blumen . . .   melde mich mal wieder per Blog  😊

Diese Woche gab es auch mal wieder ein Treffen mit einem mit bis dahin nur virtuell bekannten Menschen. Auch eine Art Blogschreiber. Auch dort geht es viel um Krebs und eben auch um Methadon. Seine Seite wurde nach den betreffenden TV-Sendungen extrem von Anfragen überflutet und ich habe da ein klein wenig unterstützt. Wir waren an meinem Lieblingsplatz an den Landungsbrücken und haben uns nett unterhalten und den schönen Tag genosssen. Es war wieder mal spannend, vom virtuellen in das reale Leben zu  kommen. Ein paar schöne und entspannte Stunden an der Elbe 😊  (Ich hoffe, Ihr hattet noch eine Gute Zeit)

Ich muss auch nochmal auf das Thema Methadon kommen.

Nachdem das nun durch einige TV-Sendungen in aller Munde ist, gibt es ziemlich Chaos an manchen Stellen. Da wurden Arztpraxen komplett überrannt, es sind Telefonzentralen von Krankenhäusern zusammengebrochen, Internetseiten wurde überlastet, etc. und das alles weil man unbedingt ein Rezept möchte.

Leider haben sehr viele Menschen überhaupt nicht wirklich verstanden um was es sich beim Methadon DL wirklich handelt.

In erster Linie ist es einfach ein potentes Schmerzmittel und darf als solches von jedem entsprechenden Arzt (mit BTM-Rezept) verschrieben werden. Es gibt da auch keinerlei Anträge die Patienten irgendwo stellen müssten (wurde mir berichtet)

Methadon DL ist in Deutschland als Schmerzmittel ganz offiziell seit Jahrzehnten zugelassen !! Es muss als Schmerzmittel dann jedes Mal nach den Angaben auf dem Rezept in der Apotheke angemischt werden und nur dann ist es das Richtige !!

In der Schmerzmedizin gibt es sozusagen eine Rangliste der Medikamente. In dieser Rangliste kommt Methadon nach Morphinen. Wer als erfolglos Morphine bekommen hat, kann danach Methadon erhalten.

Leider wissen sehr viele Ärzte davon so rein gar nichts und kennen Methadon nur aus der Substitutionsmedizin. Daher kommen jetzt plötzlich alle mögliche (Krebs-) Patienten mit Rezepten für Substitutionsmittel in die Apotheken (da hatte der Arzt keine Ahnung und hat nicht mal nachgelesen)  Die Apotheken denken auch nicht viel mehr nach (da sollte/müsste ein Apotheker schon mal nachfragen und beraten, bzw. aufklären)   und so sitzen die Patienten mit dem völlig falschen Medikament zuhause. Die Methadonmittel der Substitutionstherapie sind (gefährlich)  erheblich höher dosiert und es ist eben nicht das richtige Methadon.

Das worauf jetzt manche Krebspatienten hoffen, ist eine Wirkung in Richtung Krebs. Die hat es in einigen Fällen gegeben. Aber immer nur in Verbindung mit einer Chemotherapie und nur mit Methadon DL !!! Nicht jede Chemotherapie ist da passend und nicht bei jeder Krebserkrankung macht das Sinn.

Sinn macht diese Art von Therapie vor allem bei Patienten mit einem Glioblastom (Hirntumor) und bei Patienten die eine gewisse Resistenz gegen eine Chemotherapie entwickelt haben.

Bei diesem Methadon handelt es sich um das Schmerzmittel Methadon DL.

Es gibt kein Fertigarzneimittel und muss immer in der Apotheke angemischt werden. Wer also mit einem Fertigarzneimittel zuhause sitzt, hat ein Medikament für die Substitutionstherapie bekommen (auf keinen Fall einnehmen !!)   Das ist dann weder ein Schmerzmittel, noch gibt es auch nur ansatzweise eine Chance auf ein Wirkung auf Krebszellen.

Wer keine Chemotherapie machen will / kann / muss ,  dem hilft Methadon als Schmerzmittel, aber ein Wirkung auf die Krebszellen kann es dann nicht geben.

Methadon DL öffnet in manchen Krebszellen eine Art Hintertürchen für die Chemotherapie.

Nicht mehr und nicht weniger !!

Methadon DL muss eingeschlichen werden. Am Anfang macht es entsetzlich müde und schlapp und Übelkeit tritt mehr oder weniger heftig auf. Gegen die Übelkeit gibt es Hilfe. Die Müdigkeit muss man ausschlafen und aushalten. Es muss immer etwas für eine regelmässige Darmtätigkeit getan werden. Von Anfang an und währen der gesamten Einnahmezeit.

Die Fertigmedikamente aus der Substitutionstherapie sind erheblich höher (gefährlich) dosiert, enthalten nicht alle notwendigen Bestandteile des Schmerzmittels und bringen daher weder als Schmerzmittel noch in Richtung Krebs irgendetwas. (Diese Mittel bekommen Menschen die eine gewisse Zeit heftige Drogen genommen haben und deren Körper an solche Stoffe „gewöhnt“ ist. Damit wird sozusagen die Sucht nach der Droge genommen)

Und nochmal:

Ich kann KEINE Ärzte nennen die mit Methadon arbeiten, weil ich keine kenne !! Schickt mir keine Anfragen !! Könnt Ihr Euch vielleicht vorstellen wie frustrierend es ist, ständig um Hilfe gebeten zu werden, das aber nicht leisten zu können ?? Mein eigener Onkologe steht auch nicht hinter meiner Therapie und quasselt das nach, was die Methadon-Gegner eben so von sich geben.

Sucht Euch entsprechende wissenschaftliche Artikel aus dem Internet und sprecht mit Euren Ärzten. Es gibt immer wieder Ärzte die sich überzeugen und aufklären lassen.

Für das Schmerzmittel Methadon DL gibt es viele, viele gute Argumente die man im Netz finden kann. Das fängt bei den Kosten an und geht über die Abbauwege weiter zu den Nebenwirkungen.

Über die Wirkung auf Krebs (nur in Verbindung mit einer Chemotherapie),  gibt es viele Einzelergebnisse, noch keine anerkannten Studien und es ist dafür nicht zugelassen !!! Studien, wenn es denn irgendwann mal welche gibt, werden Gliompatienten betreffen.

Durch ein paar Rückmeldungen weiß ich, dass es sich lohnt, mit den eigenen Ärzten zu verhandeln. Mit Ärzten über eine Therapie zu verhandeln ist nicht einfach und fordert auch ein  wenig diplomatisches Geschick, aber es lohnt auf jeden Fall den Versuch.  Alle notwendigen Informationen findet man im Internet.

Außerdem kann man durchaus auch bei Onkologen oder Palliativ-Ärzten das Recht auf freie Arztwahl nutzen und wechseln bis es eben paßt.

Zur Zeit in Hamburg / Vermischtes / Methadon DL

Ich werde zur Zeit viel gefragt was ich von dem G20 Gipfel und dem Drumherum so mitbekomme. Zum Glück nicht all zu viel. Ich wohne außerhalb dieser „kritischen“ Zonen. Aber über der gesamten Stadt liegt eine ganz komische Atmosphäre. Eine gewisse Anspannung ist zu spüren. Nicht sehr angenehm.
Was man so im Fernsehen von der Randale sieht ist ätzend. Radaubrüder die nur wegen der Randale angereist sind. Menschen die keinerlei politische Interessen vertreten, sondern einfach nur Ärger machen wollen. Absolut überflüssig.
Ich finde es gut wenn Menschen mit einander reden. Gerade bei Politikern kann das nur von Vorteil sein. Normalerweise kommt etwas dabei raus, wenn Menschen miteinander reden. Das kann also auch in diesem Fall, nicht falsch sein.
Warum das allerdings mitten in einer Stadt wie Hamburg stattfinden muss, entzieht sich meinem Verständnis. Die Örtlichkeiten sind nicht gerade gut zu übersehen oder zu kontrollieren. In der aktuellen Zeit, mit Randalebrüdern und Terroristen, ist es eine blöde Idee, mit derart hochkarätigen und vielen Politikern, mitten in dieser Stadt, diverse Konferenzen abzuhalten. Am Ende geht es darum was dabei rauskommt und dazu ist es völlig wurscht, wo genau die Herren und Damen miteinander reden. Hauptsache sie tun es. Es hätte mit Sicherheit deutlich bessere Örtlichkeiten gegeben als ausgerechnet mitten in Hamburg.
Alleine der Zirkus mit den ganzen Anreisen, war heftig und ging durch die gesamte Stadt. Ständig riesen lange von Schlangen Polizeifahrzeugen mit Blaulicht und Sirene. Das Ganze dann wieder bei den Abreisen. Absolut überflüssig und hätte sich wirklich anders lösen lassen.
Auch wenn die ganzen Politiker und deren Entourage wieder abgereist sind, wird in der Stadt noch lange nicht wieder Normalität eintreten. Da wurde einiges zerstört. Viel Dreck, viel Müll . . . das dauert noch. Ich finde, das muss man keiner Großstadt zumuten, weder NewYork, noch Hamburg.
Aber das ist meine Meinung. Es gibt Andere. Auswirkung hat meine Meinung sowie keine.

Ansonsten gibt es nicht viel zu berichten. Gesundheitlich gibt es keine wirkliche wichtigen Neuigkeiten. Es klemmt immer mal wieder an der einen oder anderen Ecke, aber bisher sind das alles nur kleine Nebenbaustellen und ändern an meiner Gesamtsituation nichts. Die Medikation ist seit drei Jahren unverändert. Es gibt auch keinen Grund irgendetwas zu ändern.
Eigentlich wäre jetzt wieder ein Kontrol-CT fällig gewesen. Das habe ich aber ausfallen lassen. Völlig egal was im CT zu sehen wäre, es hätte keinen Einfluss auf die Medikation oder sonst was. Es gibt keine neuen Symptome und daher spare ich mir die Zeit beim Radiologen. Mein Onkologe fand die Idee beim letzten Termin gar nicht so toll, aber da ich auch einfach bei ihm nicht erscheine, ist das auch egal. Ich bin ausgesprochen Arzt müde. Ich kann Wartezimmer und Anmelde-Tresen nicht mehr sehen. Nach gut 10 Jahren mit Krebs, habe ich einfach schon sehr viel Zeit dort verbracht und irgendwann ist dann mal gut. Ich werde sicher auch in der Zunkunft noch einige Zeit an diesen und ähnlichen Plätzen verbringen. Da es im Augenblick aber eben keinen wirklich überzeugenden Grund gibt, mag ich einfach nicht, nur so aus Routine-Gründen, Zeit dort verbringen.

Seit Methadon DL durch die Medien geht, werde ich oft um Hilfe angeschrieben. Nochmal: ich kann KEINE Ärzte nennen die hinter dieser Therapie-Ergänzung stehen.

Sucht Euch entsprechende Veröffentlichungen im Netz und geht damit zum Arzt Eures Vertrauens. Es gibt kein adäquates Fertigprodukt weltweit. Es muss jedes Mal in der Apotheke, nach den Angaben auf dem BTM-Rezept, angemischt werden. Alles andere ist einfach nur unwissender Quark. Methadon DL ist als Schmerzmittel zugelassen und darf als solches auch von jedem Arzt rezeptiert werden !! Da braucht es keine Privat-Rezepte oder irgendwelche Heimlichkeiten.
Was die Therapie der wenigen und nicht wirlich dramatischen Nebenwirkungen angeht, kann man sich gerne bei mir melden. Die meisten der Nebenwirkungen verschwinden mit Erreichen der Zieldosis und sind nur während der Einschleichzeit, therapiebedürftig. Wer auch immer hier von dramatischen Nebenwirkungen spricht, hat keine Ahnung. Am Ende ist das auch alles immer eine Frage der Dosierung und Einschleichgeschwindigkeit. Wer angesicht von Chemotherapien, beim Thema Methadon DL vor Nebenwirkungen warnt, hat einfach nicht alle Tassen im Schrank. Ich empfinde diese sogenannten Argumente gegen das Methadon DL, als Beleidigung und eine Unverschämtheit. Wir Betroffenen, die diese von den Fachleuten empfohlenen Hardcore-Chemos über uns ergehen haben lassen müssen, können diese Gegner des Methadon wirklich nur auslachen. Solche Menschen kann ich nicht ernst nehmen. Die haben keine Ahnung und sich nie wirklich mit dem Thema oder Betroffenen, beschäftigt. Das sind oberflächliche, nachgequatschte, unwahre Sprüche.
Wenn ich da im Fernsehen irgendwelche Proffs, Ärzte, Chefärzte, von den „schlimmen“ und „unabschätzbaren“ Risiken bei Methadon DL reden höre, muss ich umschalten, weil ich sonst platze. Diesen Unfug kann ich nicht anhören. Ich nehme seit gut drei Jahren Methadon DL und kenne einige andere Betoffene . . . da geht mir echt der Hut hoch.
Selbstverständlich hat auch Methadon DL Nebenwirkungen. Die sind aber weder gefährlich, noch uneinschätzbar. Vor allem gibt es sie fast nur während der Einschleichphase. Außerdem lassen sie sich gut kontrollieren. Alles keinerlei Vergleich mit dem Nebenwirkungsprofil von den meisten Chemotherapien, Antihormon-Therapien, Aromastasehemmern, etc. Sorry, ihr sogenannten Fachleute, da seid ihr komplett auf dem falschen Dampfer !!! Nur weil mit Methadon DL nicht wirklich Geld zu verdienen ist, ist es gefährlich oder nutzlos ?? Die Sache mit dem Geld verdienen, interessiert Betroffene nicht wirklich.

Radionuklidtherapie

Da ich in jüngster Zeit mehrfach angefragt wurde, hier mal wieder etwas „fachliches“ aus meinem alten Blog:

Auf die physikalischen Details gehe ich hier nicht ein. Das ist im Internet sehr gut vielfach erklärt.

Die Radionunklidtherapie ist eine Schmerztherapie bei Knochenmetastasen. Es ist keine Therapie gegen die Metastasen. Die Radionunklidtherapie läßt Knochemetastasen weder schrumpfen noch verschwinden. Es gibt zur Zeit Versuche bei einer ganz bestimmten Art Knochenmetastasen, mit anderen Stoffen, etwas in diese Richtung zu erreichen, aber bisher ist das einzig und alleine eine Schmerztherapie.

An den Stellen im Knochen wo Metastasen sind, ist der Stoffwechsel höher als an anderen Stellen und das genau wird bei der Radionuklidtherapie genutzt.
Es wird ein radioaktiver Stoff (Samarium) in Verbindung mit einem Bisphosphonat gespritzt. Durch den erhöhten Stoffwechsel in den Metastasen, wird dort davon dann etwas eingelagert. Durch die Strahlung direkt vor Ort, können die Schmerzen meist gebessert werden. Durch die Strahlung können die manchamal vorliegenden Entzüdungen reduziert werden, was Schmerzbesserung bedeutet.
Die Sorte Knochenmetastasen welche Knochenmaterial aufbauen, lagern mehr von dem Radionuklid ein und daher ist da der Erfolg manchmal etwas besser. Manchmal gibt es in den ersten drei Tagen eine Schmerzverschlimmerung, manchmal aber zeigt sich schon wenige Stunden nach der Injektion eine deutliche Schmerzverbesserung. Das Spektrum ist groß.
Es macht Sinn, eine Radionuklidtherapie recht früh anzugehen. Die Wirkung kann bis zu drei Jahre anhalten und man kann die Therapie wiederholen.

Die Therapie selbst läuft so ählich ab wie ein Knochenszintigramm. In den folgenden drei Tagen sollte man möglichst keine Schwangeren umarmen oder Babys rumtragen. Ansonsten besteht für das Umfeld keinerlei Gefahr. Die Strahlung hat eigentlich nur wenige Millimeter Reichweite und diese Abstände sind einfach zur Sicherheit.

Nebenwirkungen:
Da sich in manchen Knochen Knochenmark befindet, kann dies durch die Strahlung mal etwas „lahmen“ . Das heißt, das Blutbild kann sich vorübergehend verschlechtern. Aber nicht massiv und nicht lange. Aber es macht Sinn, es nach der Radionuklidtherapie ein wenig überwachen zu lassen. Manchmal sollte man auch vorher nachsehen lassen, ob es wirklich in Ordnung ist. Meist wird das von den durchführenden Ärzten auch so angefordert.

Durchgeführt wird eine Radionuklidtherapie von Nuklerarmedizinern. Es gibt radiologische Praxen in denen auch Nuklearmediziner arbeiten.
Ich habe den Meinigen per Internet ausgesucht. Auf fast allen Internetseiten der Ärzte die diese Therapie durchführen, wird auch ausführlich erkärt, wie das technisch durchgeführt wird. Meist benötigt es ein paar Tage Vorlaufzeit, weil das radioaktive Nuklid erst beschafft werden muß. Diese radioaktiven Dinge werden ja gut verschlossen gelagert, überwacht und kontrolliert und auch der Transport erfolgt unter vorgeschriebenen Sicherheitsbedingungen.

Ich selbst habe in den ersten Wochen nach der Entdeckung meines massiven Knochenmetastasenbefundes, sofort eine Radionuklidtherapie machen lassen. Bevor ich nur wegen Knochenschmerzen Tabletten schlucke, die ja dann nicht weniger werden, halte ich so eine Radionuklidtherapie für sinnvoll. Man vergibt sich nichts. Es gibt keine dauerhaften Schäden. Ich hatte auch im Blutbild keinerlei Veränderungen und die Durchführung ist ein Klaks (schneller als ein Szintigramm, aber vom Ablauf her ähnlich). Wenn es optimal läuft, hat man danach längere Zeit vor diesen Schmerzen Ruhe.

Leider ist diese Form der speziellen Schmerztherapie nicht wirklich bei den Onkologen angekommen und bekannt. Für mich ist die Frage danach immer die Testfrage für einen neuen Arzt. Wer das nicht kennt, ist mir nicht kompetent genug. Ich finde es eine Schande, dass es Onkologen gibt, denen ich erklären mußte, was eine Radionuklidtherapie eigentlich ist. Und das ist kein Witz, das ist mir zwei Mal passiert. (Beide Ärzte sind inzwischen nicht mehr in dieser Praxis womit ich nichts zu tun hatte, es aber sehr begrüße) Knochenmetastasen sind ja nun nicht gerade selten in einer onkologischen Praxis und wenn die behandelnden Ärzte diese Option nicht kennen und vorschlagen können, ist ein Patient nicht optimal beraten.

Bei der Gelegenheit möchte ich auch mal noch ein paar Worte zum allgemeinen Knochenszinitgramm schreiben.
Diese Untersuchung verweigere ich erfolgreich seit mehreren Jahren. Aus gutem Grund. Jedesmal wenn irgendein Arzt ein Szintigramm wollte, konnte man am Ende, nur aufgrund des Szintigramms, doch so rein gar nichts sagen. Es konnte keine Diagnose erhoben und schon gar keine Therapie vorgeschlagen werden. Immer und jedesmal mußte im Anschluß entweder ein CT oder ein MRT gemacht werden. Erst dann war Klarheit. Also spare ich mir den Tag den ein Szintigramm immer kostet und gehe lieber gleich zu CT oder MRT.
Um gernell nachzusehen ob man Knochenmetastasen hat, ist das Szintigramm ein angebrachtes Verfahren. Ebenso sinnvoll ist ein Szintigramm um einschätzen zu können, in wie weit entzündliche Prozesse, wie Rheuma, für Knochen-und/oder Gelenkbeschwerden verantwortlich sind.
Laßt Euch nicht, ohne jeden Sinn, einfach dahin schicken.
Wenn ich erkläre, warum ich das nicht möchte, hat das bisher noch jeder akzeptiert und dann eben gleich CT oder MRT angeordnet. Mir bleibt dadurch jedesmal ein unangenehmer Tag erspart. Warum das dennoch immer wieder so völlig umsonst angefordert wird, ist mir ein Rätsel. Ich muß auch dann noch zum Schluß erklären, dass bei mir, nach der ersten Chemo und in der „krebsfreien“ Zeit, wegen unklarer Rippenbeschwerden auch ein Szintigramm gemacht wurde. Bei der Bildbesprechung wurde mir dann genauestens erklärt, dass ich multiple Rippenbrüche hätte und die Bilder seien ganz typisch. Heute weiß ich, das waren die ersten Knochenmetastasen und die Diagnose war falsch. Also ich pfeif auf Szintigramm. In jeder Hinsicht. Ich kann jedem Betroffenen nur raten, sich sehr genau zu überlegen, ob man ein Szintigramm machen lassen möchte und wozu.

Methadon//Ärzte

Aus gegebenem Anlass muss ich nochmal darauf hinweisen, dass ich keinen Arzt nennen kann, der Methadon DL verschreibt.

Mein eigener Onkologe verschreibt mir zwar meine Folgerezepte, aber für das Erst-Rezept, musste ich nach Iserlohn fahren.  Er hält von Methadon, auch als reines Schmerzmittel, nichts. Er plappert genau den Quark, den man in der Fernsehsendung von den „Gegnern“ auch vernehmen kann. Er hat ganz offensichtlich keine Erfahrungen und spricht nur nach, was er auf irgendwelchen Kongressen vernommen hat. Meine eigenen, durchgängig postiven Erfahrungen haben an seiner Einstellung nichts geändert und ich bin in dieser riesen großen onkologischen Praxis, noch immer die einzige Patientin unter Methadon DL. Leider.

Dass mir seit der Fernsehsendung ständig neue Anfragen geschickt werden, ist für mich reichlich frustrierend.

Ich wäre sehr dankbar, wenn ich einen Onkologen wüßte, der da eine etwas offenere, weniger voreingenommene Einstellung hat. Wer also entsprechende Informationen hat, kann sich sehr gerne melden, aber ich kann bisher leider keinen Arzt nennen mit dem man hier gut zusammenarbeiten könnte. Ich habe meine Praxis bisher nur nicht gewechselt, weil es eben keine Alternative gibt . . . bzw. ich noch keine kenne.

Ich finde die gesamte Situation um das Methadon DL ausgesprochen nervig. Auf der einen Seite gibt es nun Menschen, die tun als gäbe es da jetzt ein Wundermittel, was bei jedem Krebs hilft und auf der anderen Seite die Gegner, die dann gleich jegliche Wirkung verneinen. Methadon ist weder das Eine, noch  das Andere. Es gibt Fälle/Situationen, in denen Methadon eine Option darstellt. Ganz besonders beim Glioblastom und bei Lebermetastasen . .  das ist aber weit entfernt von einem Wundermittel. Außerdem ist Methadon einfach ein lange bekanntes und eigentlich alt bewährtes Schmerzmittel.

Ärzte die da offen und realistisch sind, sind leider eine Seltenheit und das müssen die Patienten, für die das Methadon eine Option wäre, ausbaden. Also es ist weder ein Wundermittel, noch sollte man sämtliche Wirkungen verteufeln oder absprechen. Die Nebenwirkungen sind lange nicht so, wie von den „Gegnern“ dargestellt. Dafür gibt es inzwischen wirklich ausreichend Nachweise und Erfahrungen.

 

 

 

 

Methadon

Dieser Beitrag wurde 01.2015 von mir in meinem alten Blog eingestellt. Aus gegebenem Anlass, stelle ich ihn heute, als zweiten Beitrag zu Methadon, hier ein.

Nachdem es nun schon seit Wochen durch das Netz geistert und ich inzwischen mehrfach darauf angeschrieben wurde, werde ich jetzt mal ein wenig dazu schreiben.

Methadon ist ein in Deutschland zugelassenes BTM-rezeptpflichtiges Schmerzmittel.

Außerdem zugelassen ist es (in völlig anderer Dosierung und Zubereitung) zur Ersatztherapie bei Heroinabhängigkeit. Es ist aber keine DROGE. Es kann abhängig machen, aber nicht süchtig, wie z. B. Morphium.

Durch die Verwendung bei Heroinabhängigkeit meinen viele Menschen, leider auch Ärzte, es sei eine Droge mit entsprechender Wirkung, was nicht stimmt.

Methadon belastet, im Gegenteil zu Morphinen, weder die Niere noch die Leber.

Verschrieben werden darf es nur mit einem BTM-Rezept. Das dürfen allerdings nicht alle Ärzte.

Auf die unterschiedlichen Zusammensetzungen und Namen, gehe ich hier jetzt nicht ein. In diesem Fall handelt es sich um Methadon DL.

Wichtig ist wirklich, es ist ein Schmerzmittel und nur als solches rezeptierfähig.

Ich hätte Methadon gerne als Schmerzmittel, da ich mit Morphinen Probleme mit dem Kreislauf habe und auch mehr als dröselig davon werde. Ich muß mich täglich entscheiden ob ich entweder weniger Schmerzen möchte, dafür aber praktisch ans Haus gebunden bin, oder eben die Schmerzen in Kauf nehme und mit klarem Kopf und stabilem Kreislauf unterwegs sein möchte. Beides hat nicht wirklich viel mit Lebensquailität zu tun.

Mein Onkologe meinte er verschreibt Methadon nur sozusagen in den letzten Lebensstunden . . . . sorry, aber da brauche ich das dann auch nicht mehr und bin vielleicht lieber beduselt.

Eine Schmerzpraxis verkündete mir zunächst, dass Methadon nur während eines 14-tägigen stationären Aufenthaltes aufzudosieren sei, sie würden sich aber nochmal kundig machen und sich melden. Bei der Rückmeldung kam dann die Aussage, sie hätten keine Zulassung um Methadon zu rezeptieren . . .  sorry aber dann könnt ihr die Praxis als Schmerzpraxis auch schliessen und verarschen kann ich mich alleine auch ganz gut. Eine Schmerzpraxis die keine BTM-Rezepte ausstellen darf ist mehr als ein Witz und das ist schlicht und ergreifend einfach nicht wahr.

Jetzt nehme ich in den nächsten zwei Wochen nochmal einen Anlauf. Das geht nur, weil ich von einer Freundin unterstützt werde. Ich muß halb Deutschland durchqueren und das geht nicht einfach mal eben so. Aber ich bin optimistisch . . . .  wie immer.  Die Hilfe und Unterstützung ist kombiniert mit einem Besuch bei mir und darauf freue ich mich sehr. So werde ich auch diesen Termin, irgendwie und vor allem in bester Gesellschaft, viel leichter überstehen.

(Nachtrag 2017:  es hat alles gut geklappt und ich bin mit einem ersten Rezept über Methadon DL Tropfen und den entsprechenden Mitteln gegen die Nebenwirkungen beim Aufdosieren, wieder nach Hause gekommen. Seit Ende 2016 sind in der Leber keine Metastasen mehr sichtbar. Mein Onkologe schreibt mir brav die Folge-Rezepte. Er ist nach wie vor kein Freund von Methadon und spielt die Situation mit der Leber komplett runter. Außer einer super guten Schmerztherapie, sind meine Schlafstörungen weitgehend beseitigt. Ich habe keine Kreislaufprobleme mehr, wie ich sie mit den Morphinen hatte.)

Schmerztherapie/ Methadon DL

Ich stelle heute mal zwei meiner alten Beiträge hier ein. In beiden Beträgen geht es um Methadon DL. Dazu gab es gerade auch eine TV-Sendung

Über die Bezeichnungen, DL, D und L erkläre ich hier nichts. Das läßt sich im Netz nachlesen.

Ich schreibe hier über das Methadon DL

Seit Methadon einen festen Platz in der Substitutionstherapie Heroinabhängiger hat, ist es in aller Munde.  Leider hat das auch dazu geführt Methadon als „Ersatzdroge“ zu bezeichnen. Das ist aber völlig falsch. Methadon ist keine Droge, denn Methadon als Schmerzmittel in dieser Form, macht keinerlei Trips, Kicks oder wie sonst man das nennt. Im Gegenteil, die Eingewöhnung / Aufdosierung die absolut notwendig ist, ist begleitet von weniger angenehmen Nebenwirkungen. Vor allem Übelkeit. Wenn man es unbedingt so bezeichnen will, dann ist es ein Drogen – Ersatz.

Methadon besetzt (vereinfacht erklärt) die Stellen im Gehirn, an denen ansonsten das Heroin andockt. Damit wird die „Gier“ auf die Droge unterdrückt und die Betroffenen können dadurch ein weitgehend normales Leben führen. Das Ganze ist natürlich im Detail ein wenig komplizierter und hat noch einige weitere Aspekte, das ist hier jetzt aber nicht wichtig und wer da mehr wissen möchte, wird im Netz fündig.

Es gibt in der Schmerztherapie eine Art Rangliste. (Eigentlich logisch dass man nicht mit den heftigsten Mitteln beginnt) Da steht Methadon ziemlich weit oben und ohne vorher nicht mit anderen Mitteln behandelt worden zu sein, also ohne eine schon vorangegangene Behandlung mit Morphinen, gibt es keine Opiate.

Ob das Sinn macht, oder nicht, ist eine andere Sache. Diese beiden Medikamentengruppen haben unterschiedliche Nebenwirkungsprofile und meiner Meinung nach, sollte es da nicht nach Rangordnungen gehen. Da sollte nach anderen Gesichtspunkten entschieden werden, aber das habe nicht ich zu entscheiden.

Leider gibt es auch bei den Ärzten erheblich Wissenslücken was Methadon angeht. Auch Ärzte haben leider oft nicht viel mehr dazu als „Ersatz-Droge“ im Kopf und ganz genau so wird man dann auch angesehen. Ich habe eine lange Odysee hinter mich gebracht, bis ich mein erstes Rezept in den Händen hatte.

Die Apothekerin meines Vertrauens ist zum Glück sehr gut informiert und sie hat praktisch an allen Stellen, an denen ich damals vergeblich angefragt hatte, inzwischen Aufklärungsarbeit betrieben. Auch bei Ihren Angestellten, die sich teilweise wirklich lächerlich benommen haben, wenn sie mit meinem Methadon-Rezept das erste Mal zu tun hatten.

In einer reinen Schmerzambulanz wurde mir z. B. erklärt: „dürfen wir nicht rezeptieren“ was absoluter Humbug ist, denn wenn eine Schmerzambulanz keine BTM-Rezepte ausstellen darf (und mehr ist dazu nicht notwendig), kann sie dicht machen. Ich bekam auch zu hören:  „ das geht nur stationär“  ebenfalls von einem Schmerzarzt und ebenso Quark.

So und ähnlich ergeht das leider einem sehr großen Anteil an Krebspatienten die schon lange, auch ganz streng medinzinrechtlich gesehen, das Recht hätten, Methadon als Schmerztherapie zu erhalten.

Ich habe mein erstes Rezept von einem etwa 600 km entfernten palliativ Arzt erhalten  (an dieser Stelle nochmal herzlichen Dank an Gabi, die mich da hin gekarrt und begleitet hat) im Anschluss hat sich mein Onkologe kundig gemacht und die weiteren Rezepte waren kein Problem mehr.

Zuvor hatte ich schon geraume Zeit ein Morphinpräparat als Schmerzmittel. Damit kam ich aber überhaupt nicht zurecht. Das Morphinzeug hat meinen sowieso schon niedrigen Blutkdruck komplett in den Keller gefahren und entweder war ich einigermassen schmerfrei aber nicht wirklich in der Lage mich aufrecht zu bewegen, oder ich mußte mich mit einem gewissen Maß an Schmerzen irgendwie abfinden.

Methadon wird in kleinen Schritten aufdosiert und gleichzeitig kann mit Haldol Tropfen gegen die Übelkeit gekämpft werden. Haldol ist sozusagen die extrem verschärfte Form von Paspertin, welches nicht mehr auf dem Markt ist. Mit zwei, drei Tropfen Haldol hatte ich meine Übelkeit gut im Griff und nach ein paar Wochen war das sowieso kein Thema mehr.

Es ist für mich auch überhaupt kein Problem, wenn ich mal eine Einnahme vergesse (was recht regelmässig passiert und ich als ein gutes Zeichen sehe) habe ich keinerlei Probleme. Also auch was man so über „Abhängigkeit“ hört, ist nicht ganz so dramatisch, wie es manchmal dargestellt wird. (bei den meisten Schlafmitteln z. B. ist das genau anders herum) Das war allerdings auch schon bei dem Morphin-Präparat kein Problem für mich. Da konnte ich auch mal einfach ein paar Tage aussetzen und habe von einem Entzug so überhaupt nichts bemerkt.

Vergesse ich von meinem Methadon aber mal über ein paar Tage hintereinander immer mal wieder eine (von zwei täglichen)  Einnahmen, merke ich das schnell deutlich an den Schmerzen und mein Schlaf wird auf sofort wieder schlecht.

Ich war unter anderem auf Methadon aufmerksam geworden, weil ich mit dem Morphinpräparat so überhaupt nicht klar kam und auf Artikel gestossen war, in denen ein Zusammenhang mit einer „Krebswirkung“ hergestellt wurde.

Es gibt Krebsarten, bei denen durch Methadon eine bessere Wirkung der Chemotherapie erreicht wird.

Da sind unter Methadon und Chemo schon Tumore und Metastasen verschwunden. Das passiert nicht bei allen Krebsarten, ist aber eine Option, die ich nicht auslassen wollte. Zumal ich sowieso dringend ein besseres Schmermittel benötigt habe.

Besonders erfolgreich nachgewiesen wurde diese „Krebswirkung“  bei Hirntumoren wie dem Glioblastom. Aber eben nicht nur. Es gibt aus ganz unterschiedlichen Ecken diverse Erfolgsgeschichten (auch dazu ist im Netz viel zu finden).

Ich nehme nun seit etwa 18 Monaten Methadon, aber verschwunden oder kleiner geworden ist bei mir nichts.  (Nachtrag `11 2016: in der Leber sind keine Metastasen mehr sichtbar)

Ich würde aber trotzdem auf keinen Fall auf das Methadon verzichten wollen.

Ich hatte über 20 Jahre Schlafstörungen vom feinsten. Das ging von extrem schlechtem Einschlafen, bis hin zu stündlichem nächtlichen Erwachen . . . .  Ich war nie ausgeschlafen oder fit. Dann hatte ich schon immer ein recht niedrigen Blutdruck, der durch das Morphinpräparat oft komplett in den Keller gerauscht ist. Also entweder einen hohen Schmerzlevel oder einen dröseligen Kopf. Das hatte mit einem einigermassen lebenswerten Leben, nicht sehr viel zu tun. Von Leistungsfähigkeit oder Konzentrationsproblemen, rede ich noch gar nicht. Immer müde, aber nicht vernünftig schlafen können. Das kostet auf Dauer ganz enorm Kraft (was der Krebs sicher auch gerne für sich nutzt).

Mit dem Methadon war das schlagartig verschwunden.

Ich kann gut einschlafen und mein Schlaf hat eine gute Qualität. Das ist kein synthetischer Schlaf wie durch Schlafmittel (die ich natürlich auch mal ausprobiert hatte, aber danach grundsätzlich ablehne), sondern ein sich natürlich anfühlender, tiefer und erholsamer Schlaf.

Natürlich gibt es auch heute immer mal eine Nacht die weniger gut ist. Auch heute gibt es Nächte in denen ich nicht durchschlafe. Aber das ist die Ausnahme geworden und hat dann eigentlich immer einen (meist leicht erklärbaren) Grund.

Meine Lebensqualität hat sich dadurch mehr als verbessert. Ich bin tagsüber ein ganz anderer Mensch. Ich kann mit meinen Tagen jetzt wieder etwas anfangen. Außerdem sind die Schmerzen die ich durch die Metastasen im gesamten Skelett (vom Schienbein bis zum Schädelknochen in jedem Knochen, in jeder Rippe, tlw. mehrere, in jedem Wirbel… eben im ganzen Skelett) habe, deutlich erträglicher. Diese verbesserte Lebensqualität, durch vor allem die erhebliche Schlafverbesserung, verdanke ich einzig und alleine dem Methadon.

Ich persönlich gehe davon aus, dass diese „Krebswirkung“ des Methadons in Verbindung mit einer Chemotherapie, eine Frage des Genfehlers des jeweiligen Krebses ist. Also nicht eine Frage des Organs das vom Krebs betroffen ist, sondern der Gene die da beschädigt sind. Daher ist es meiner Meinung nach, immer einen Versuch wert.

Sehr wichtig ist auch, dass diese Krebswirkung nicht in Verbindung mit jeder Chemo funktioniert und das muss man mit entsprechenden Fachleuten ganz genau absprechen. Leider gibt es von denen nicht sehr viele. Ich weiß von Fällen, in denen Onkologen ganz genau die falsche Chemo dazu verordnet hatten, aber behaupteten, sich damit auszukennen.

Also für Alle die davon betroffen sind: Bitte wirklich gut erkundigen. Es gibt einige Anlaufstellen und auch eine geschlossene Facebook-Gruppe dazu. Ich bin natürlich für Rückfragen auch erreichbar.

Außer den anfänglichen Nebenwirkungen in der Eingewöhnungszeit (was man aber in Griff bekommt und nicht wirklich lange geht), kann ich absolut nichts negatives über Methadon berichten. Natürlich hat auch Methadon weniger tolle Nebenwirkungen. Zum Beispiel legt es gerne den Darm oder auch Magen in eine Art Tiefschlaf. Aber das ist wirklich mehr als leicht und mit ganz unterschiedlichen Mitteln, gut in den Griff zu bekommen. Aber fast immer muß man eben irgendetwas tun und darf das auf gar keinen Fall ignorieren In meinem Fall, hebt sich diese Nebenwirkung, fast komplett mit der exakt gegenteiligen Nebenwirkung meiner Chemo  (Xeloda/Capecitabine), auf.

Eine gute Schmerzbekämpfung, ohne schlechten Einfluß auf meinen Blutdruck wollte ich haben und ich habe viel mehr bekommen.

 

NACHTRAG:  nachdem mir nun ein paar Fragen gestellt wurden, möchte ich darauf hinweisen, dass es noch ein paar Einträge mehr zum Thema Methadon hier gibt und die solltet Ihr VOR den Fragen auch lesen. Da erledigt sich vermutlich die eine oder ander Frage von selbst.

Frühling // Ehrenamt // und so

Endlich ist der Frühling hier spürbar angekommen. Die Zeit wurde auch schon wieder auf Sommer umgestellt . . passt alles.
Die ätzende feuchte Kälte hat sich seit ein paar Tagen verkrümelt und es soll auch noch ein bisschen so frühlingshaft bleiben. Das ist zwar hier, ganz im Norden, noch lange nicht das Gleiche wie im Süden, aber egal. Hauptsache die Sonne und Plus Grade.
Gestern habe ich den ganzen Tag im vorderen Garten gewerkelt. Der hat soooo laut nach Arbeit gerufen und des war jetzt genau der richtige Zeitpunkt. Nach dem Aufstehen war mir wieder mal gleich ordentlich kotzig. Das hat sich zum Glück, nach einer Pille und noch mal einer Stunde Schlaf, wieder erledigt und ich konnte das tun, was ich mir für Schönwetter, vorgenommen hatte.
Das Thema Essen, Ernährung und Appetit, sind leider noch immer aktuell. Es ist nicht mehr ständig und täglich problematisch, aber es ist eben auch noch immer nicht wirklich gut. Diese immer wieder auftetende Übelkeit ist einfach nervig. Ich habe das zwar meist schnell mit einer Pille und oft auch noch einer Stunde Schlaf wieder weg, aber es nervt eben ein wenig. Außerdem macht mir die letzten Tage die linke Hüfte vermehrt Probleme, vor allem beim Aufstehen nach Sitzen. Ich unternehme da jetzt erst mal nichts und werde einfach beobachten wie sich das entwickelt. Die letzten Wochen war einfach auch Wetter bei dem viele Menschen vermehrt, Gelenk- und Knochen- Probleme habe und ich möchte das jetzt erst mal unter diesem Aspekt betrachten. Umdenken kann ich immer noch.

Heute habe ich es dann auch noch geschafft, (ohne Übelkeit nach dem Aufstehen) auf der Terrasse und im hinteren Garten auch wieder klar Schiff zu machen. Ein neuer Sichtschutz zu dem unangenehmen Nachbarn ist montiert, jede Menge Laub entfernt, die Sitz- und Liegemöbel frisch bezogen und der ganze Kram, der sich den Winter über so angesammelt hatte, auf- und weggeräumt. Eine Neuanschaffung ist noch notwendig und dann ist auf meiner Terrasse alles genau so, wie ich es von Anfang an wollte. Ich habe bisher zwei „Truhen“ für den ganzen Gartenkrempel. Die brauchen aber recht viel Stellplatz und rein bekomme ich nicht wirklich viel. Außerdem ist es eine fürchterliche Wühlerei, wenn ich mal etwas suche. Also muss da jetzt noch so ein wetterfester Gartenschrank hin. Ich habe auch schon ein entsprechendes Teil gefunden, aber das muss jetzt noch ein wenig warten. Das Ding ist zwar nicht wirklich richtig teuer, im Vergleich sogar eigentlich recht günstig, aber für mich leider keine Kleinigkeit.
Jetzt kann das Wetter gerne so bleiben und weiter immer sommerlicher werden. Heute habe ich auch endlich meine im letzten Jahr erstandene Feuerschale getestet. Auch das hat super geklappt und ich kann jetzt auf meiner Terrasse schön Feuer machen, wann immer ich das möchte.

Ich bin ja immer noch ehrenamtlich tätig. Da stand jetzt wieder ein Wechsel bei der zu betreuenden Familie an. Ich bekomme dann immer von meiner Koordinatorin Kontaktdaten von einer Familie, die auf der Warteliste steht. Ich setzte mich dann mit denen in Verbindung und wir vereinbaren einen ersten Termin, zum Kennenlernen. Da wird dann besprochen, wie genau meine Hilfe aussehen sollte und wo die Bedürfnisse sind.
Da bin ich jetzt zwei Mal granatenmässig bei sehr merkwürdigen Menschen gelandet. Die hatten keinerlei Vorstellung davon, wie eine Hilfe aussehen könnte, weil sie eigentlich gar keine Hilfe benötigen. Ich habe dann mal alle entsprechenden Bereich abgeklopft und da kam dann sogar noch raus, dass es sogar schon einen Babysitter gibt. Also bei beiden Familien kam das ans Licht.
Ich finde das so was von unverschämt. Da wird sich mal schnell gemeldet, weil es etwas „billig“ gibt, obwohl weder die persönliche, noch die wirtschaftliche Situation das erforderlich machen würden. Ich war schon bei Familien die „eigentlich“ nicht wirklich ehrenamtliche Unterstützung gebraucht hätten, aber da gab es dann wenigstens einen Anlass wie z. B. eine Operation der Mutter und die Mutter, mit einem ein paar Wochen alten Baby, noch nicht wirklich wieder fit . . . da kann ich dann, auch wenn die sonstigen wirtschaftlichen Verhältnisse richtig gut sind, ohne schlechtes Gewissen anderen Familien gegenüber, tätig werden. Es geht ja immer nur um drei bis vier Monate.
Aber so überkanditelte Muttis, mit Ehemann und deutlich mehr Geld als der Durchschnitt, denen einfach noch kein ihren Ansprüchen gerechter Babysitter begegnet ist. Gesunde, sichtbar und deutlich gut situierte, nicht alleinerziehende Mütter, die meinen auf diesem Weg noch mehr sparen zu können . . . da krieg ich Pickel, das ist Mißbrauch und ausgesprochen unsozial und egoistisch. . . . .nöööö, da mache ich nicht mit.

Aber es war einfach nur blöder Zufall, dass ich jetzt gerade zwei solcher Fälle erwischt habe.
In der vergangenen Woche hat mich nun ein echter Notfall erreicht und ich kann endlich wieder wirklich sinnvolles tun. Eine noch nicht vierzig Jahre alte Mutter, Vater, Dreijähriges und ein paar Wochen altes Baby und die Mutter wird in den nächsten Wochen an ihrem unheilbar, metastasiertem Krebs sterben. Das ist drei Wochen nach der Geburt das Babys herausgekommen. Palliativ- und Hospiz-Dienste sind schon tätig und wir versuchen nun, von unserer Seite aus die Familie so gut es geht zu unterstützen. Da gibt es keine zwei Meinungen darüber ob das sinnvoll ist oder nicht und das geht auch sofort los. Ich hoffe, dass wir da wirklich helfen können und dass ich in Zukunft keine derart egoistischen und rücksichtlosen Familien mehr erwische. So egoistisch, rücksichtsloses Verhalten macht mich wirklich wütend und ist auch frustrierend. Wobei ich das während meines Termines vor Ort, komplett runterschlucke. Ich mache dann lediglich keinen weiteren Termin und gebe alles an meine Koordinatorin. Ich würde diesen Familien lieber ordentlich die Meinung sagen . . . mache ich aber nicht. Glücklicherweise scheint so unsoziales Verhalten nicht wirklich eine Tendenz zu sein, sondern war einfach nur Zufall, zwei Mal direkt hintereinander auf so etwas zu stossen.
Insgesamt ist diese ehrenamtliche Tätigkeit für mich genau das Richtige. Die Verabschiedung bei der letzten von mir über vier Monate betreuten Familie war auch ganz rührend. Ich habe ein kleines Fotoalbum der Kinder, eine handbemalte ganz entzückende Karte und ein wenig Süßkram zum Abschied geschenkt gekommen. Der Kleine den ich während dieser Zeit immer betreut habe, war richtig sauer, dass ich nicht mehr komme. Wir konnten es ihm zwar einigermassen verständlich erklären, aber die Art und Weise wie er beleidigt reagiert hat, war einfach total süß. Er ist ein ganz besonderen kleine Kerl. Er hat mich immer wieder zum lächeln und grinsen gebracht und wir haben viele tolle Sachen miteinander unternommen. Für ihn das tollste Erlebenis war wohl die Fahrt mit dem Riesenrad aber er konnte sich beim Abschied auch noch an viele andere Unternehmungen erinnern. So ein Abschied ist immer schwer, aber wenn ich weiß, dass der nächste Einsatz wirklich Sinn macht, dann komme ich damit klar.

Meine alte Katzenlady hat gestern und heute bemerkt, dass ich draussen bin und sich das auch alles mal genauer angesehen, aber dann ist sie doch lieber wieder in meinem Bett verschwunden und hat geschlafen. Sie ist nun deutlich spürbar eine alte Lady geworden. Sie hat nicht mehr sehr viel Lust, draussen rum zu streunern, zumal das immer auch Zusammentreffen mit andern Katzen und Katern bedeutet. Darauf hatte sie noch nie viel Lust und inzwischen überhaupt nicht mehr. Sie nutzt inzwischen lieber das Katzenklo, als ihre Geschäfte draussen zu erledigen. Man merkt es an allen Ecken. Aber ansonsten ist sie ganz die Alte und geniesst ihr Leben eben auch nach ihrer Vorstellung und ihren Kräften.

Einigermassen warmes und trockenes Wetter, mein Garten und Termine mit Kindern/Babys. Jetzt kann der Sommer kommen und so kann es gerne weiter gehen.

weiter gehts


Es gibt nicht wirklich irgendetwas spannendes zu berichten. Es geht einfach weiter. Immer Tag für Tag.
Inzwischen war mal wieder Termin beim Onkologen. Diesmal war auch wieder die übliche Blutentnahme an der Reihe. Inzwischen erkundige ich mich nicht mehr nach den Werten. Während der ganzen letzten Jahre waren meine Blutwerte immer so gut, dass Gesunde neidisch werden könnten. Ganz egal, wie es mir eigentlich in Wirklichkeit geht, die Blutwerte sind immer super. Klar, während einer akuten Erkrankung gibt es mal erhöhte Entzündungswerde, aber das ist ja klar. Dass ich nach sieben Jahren Dauer-Chemotherapie, noch immer absolut normale Leberwerte habe, ist allerdings schon fast erstaunlich. So wird auch die heutige Blutentnahme nichts neues an Erkenntnissen bringen. Ich lasse das nur machen, weil das eben zum onkologischen Behandlungs- und Kontroll-Programm gehört.
Es gab auch mal wieder ein nicht so behandlungs bezogenes Gespräch. Ich wurde gefragt, ob ich mich darüber freue, dass ich, entgegen aller Erwartungen, noch immer lebe.
Ich lebe ganz gerne, unternehme einiges, aber wirklich von Freude, kann ich da nicht sprechen. Mit diesen Zeitbomben im Körper, ist das einfach anders. Es gibt Dinge im Alltag, über die ich mich freue, oder auf die ich mich freue, aber mein Über-Leben, gehört nicht so wirklich dazu. Es ist ein Überleben unter bestimmten Bedingungen. Bedingungen, auf die ich wenig Einfluss habe. Auch die Tatsache, dass ich noch immer am Leben bin, hat mit einer getroffenen Entscheidung, nicht viel zu tun. Das ist einfach passiert. Passiert noch immer.
Ich schlucke ständig jede Menge Medikamente, habe Nebenwirkungen, habe Symptome, muss mich nun auch doch noch mit den Dingen des Alt-werdens beschäftigen, der Krebs ist ständig und immer dabei. Da dann über Freude zu sprechen, schaffe ich nicht. Das hat nichts damit zu tun, ob ich gerne lebe und am und mit meinem Leben Spass und Freude habe.
Um Missverständnisse auf jeden Fall zu verhindern. Nochmal, ich lebe gerne, ich bin nicht suizidgefährdet oder lebensmüde. Aber um von Freude über mein Überleben zu sprechen, reicht es eben nicht.
Der Onkologe meinte, er könnte das, so weit das eben ein gesunder Mensch verstehen kann, verstehen. Therapeutisch bleibt alles wie es ist und es heißt weiter leben und abwarten was die Zeitbomben tun.
Ich habe in diesem Gespräch auch mal angedeutet, vielleicht die nächste normal anstehende CT-Kontrolle ausfallen lassen zu wollen . . . wirklich begeistert war er nicht. Aber am Ende bin ich diejenige die einen entsprechenden Termin ausmacht – oder eben nicht.
Normalerweise wird in dieser Praxis, am Ende des einen Termins, gleich der nächste vereinbart. Ich mache das grundsätzlich nicht. Ich melde mich dort dann, wenn ich Zeit, Lust und eben einen Grund habe.
Wie im Titel schon geschrieben . . . weiter geht’s.

Blog weg

Blog weg / wieder Neuanfang

Seit gestern ist meine bisherige Blogseite nicht mehr im Netz erreichbar. So genau weiß ich nicht warum und weshalb. Eine Ankündigung gab es aktuell nicht. Vor einigen Jahren hieß es mal, dass die Seiten aus dem Netz genommen werden, aber daraufhin, ist nichts passiert. Immerhin schreibe ich dort, mit einer kurzen Unterbrechung, seit 2006,

Ich bin ja nun schon eine ganze Weile hier bei WordPress, aber ich habe mich damit noch nicht wirklich befaßt. Das wird sich nun ändern müssen.

Meine alten Texte habe ich weitgehend gesichert. Üblicherweise schreibe ich meine Einträge erst in einem Textverarbeitungsprogramm auf meinem Rechner. Daher ist aus der alten Zeit nur sehr wenig verloren. Die ganzen alten Texte, chronologisch hier ein zu stellen, wird aber Zeit benötigen. Außerdem muss ich mich erst mit der Technik hier bei WordPress auseinander setzen . . auch das benötigt Zeit. Vor allem aber auch Lust mich damit mal ein paar Stunden intensiv zu befassen. Da es daran im Augenblick noch hapert, schreibe ich jetzt erst mal nur aktuell hier weiter.

Nach meiner bisherigen Erfahrung mit den Anbietern solcher Blog-Plattformen, können die am Ende alles löschen, offline nehmen, oder was auch immer, ohne dass man irgendetwas dagegen unternehmen kann. Daher habe ich jetzt zwar mal den Anbieter angeschrieben, rechne da aber mit so rein gar nichts sinnvollem. Am Ende wird mir nichts anderes übrig bleiben, als mich hier jetzt nieder zu lassen und alle alten Texte, Seite für Seite, einzeln hier einzustellen.
Für meine alten Leser, die schon seite Jahren mitlesen, ist es wahrscheinlich egal, ob ich die alten Texte einstelle oder nicht. Aber ich denke für neue Leser, ist gerade auch die Zeit der Erstdiagnose, Erst-Chemotherapie und später dann die Zeit mit der Metastasen-Diagnose interessant. Damit das weitere Bloggen dan Sinn macht, werde ich also wohl mal ein paar Stunden Arbeit investieren müssen . . . demnächst.