Was ist da nicht in Ordnung ? // Krebsbücher

Inzwischen nehme ich die Antidepressiva lange genug, um die volle Wirkung zu haben. Leider haben sie nicht wirklich voll und ganz den Effekt, auf den ich gehofft hatte. Aber diesmal sind meine Symptome auch einfach ein wenig anders und so langsam stellt sich die Frage, ob ich nicht mal wieder zu den Flöhen, auch noch Läuse habe.

An die 60 Stunden, fast ununterbrochener Schlaf, lassen sich nicht mehr überzeugend nur mit einer Depression erklären. Dazu passiert das viel zu häufig. Am Ende weiß auch kein Mensch, was derart viele Jahre ununterbrochende Chemotherapie, in einem Körper sonst noch so anrichten.

Wenn ich keine Termine habe, kann es wirklich passieren, dass ich an die 60 Stunden so gut wie durchschlafe. Ich bin schon zwischendurch immer mal so etwas wie wach, aber eben dabei derartig bleiern müde, dass ich mich gleich wieder hinlege und sofort wieder einschlafe. Lege ich mich nicht wieder hin, kann passieren, dass ich im Sitzen weiterschlafe. Eine so langsam unheimliche und bleierne Müdigkeit die mich nun seit Monaten, immer wieder überfällt.

Ansonsten kann ich keine körperlichen Symptome feststellen.

Die Blutwerte die der Onkologe meist so bestimmt, sind aktuell, alle komplett in Ordnung.

Der nächste Schritt ist jetzt der Endokrinologe, bei dem ich diese Woche bereits war. Er hat einige unterschiedliche Röhrchen Blut abgenommen um so gut wie alle Hormone und Stoffe, zu überprüfen. Bis die Werte alle eingetrudelt sind, dauert natürlich wieder seine Zeit.

Danach, egal ob nun was rausgekommen ist, oder nicht, steht mal wieder das CT auf dem Plan. Jetzt konnte ich mich fast ein Jahr darum drücken, aber länger auch nicht mehr. Falls beim Endokrinologen nichts rausgekommen sein sollte, wird wohl auch der Kopf wieder mit in die Röhre müssen. (Im Kopf könnte auch eine mögliche Ursache für die Schlaferei zu finden sein)

Wenn man dann auch dort keine überzeugende Ursache für diese Schlafüberfälle finden sollte, wird ein Termin beim Neurologen/Psychiater gemacht. Denn dann bleibt als Ursache, eigentlich nur noch die Psyche . . . was sich bis jetzt, keiner vorstellen kann. Einfach weil das so gar nicht „typisch“ wäre. Menschen mit Depressionen, haben sehr oft einen umgekehrten Tag-Nacht-Rhythmus. Das ist sehr „typisch“. Das wiederum ist so gar nicht mehr mein Problem, mir aber von der letzten schweren Depressionszeit, durchaus vertraut. Ich glaube auch (noch) nicht an eine psychische Ursache. Ich habe kein Kopfkino und kein Gedankenkarusell. (was eigentlich dazu gehören würde)  Ich schlafe tief und fest, auch frei von üblen Träumen, aber eben bis zu 60 Stunden. Das nervt. Das Leben rauscht in diesen Tagen in einer ungeheuren Geschwindigkeit an mir vorbei. Das mag ich üüüüberhaupt nicht. Schon deshalb schließe ich „eigentlich“ die Psyche als Ursache aus. Aber wenn ansonsten niemand eine Ursache finden sollte, werde ich auch diesen Weg wieder gehen, offen sein und angebotene Hilfe gerne annehmen. So kann es auf jeden Fall nicht weitergehen.

Für die nächsten zwei drei Wochen hoffe ich jetzt einfach, dass der Endokrinologe so einen „ganz typischen“  Blutwert findet und mit ein paar neuen Pillen, alles schlagartig einfach wieder weg ist. Andererseits weiß ich natürlich, dass es nur in ganz seltenen Fällen so einfach ist.

Auf das CT bin ich nicht wirklich gespannt. Ich gehe davon aus, dass wie seit jetzt 10 Jahren, an der einen Stelle was um Millimeter größer ist und an einer anderen eben ein paar Millimeter kleiner. Am Ende ist mir das völlig egal und für mich zählt nur, wie ich mich fühle und was ich tun kann, welche Beschwerden ich habe und was eben nicht mehr für mich machbar ist. Was da um wieviele Millimeter, wo auch immer wächst, ist mir einfach wurscht. (Ich rechne nicht damit, dass die Ursache für die Schlaferei in meinem Kopf zu sehen sein könnte. Der Schlachtplan steht also und ich hoffe, wir finden einen möglichst einfach auszuschaltenden Grund und das ist leicht wieder abzustellen. Aber auch komplizierte Optionen werde ich auf jeden Fall angehen. So kann es nämlich wirklich nicht weitergehen.

 

Ich bin neulich mal wieder über eines der unzählichen Krebs-Bücher gestolpert und habe es kurz überflogen. Ich habe noch gar keiner dieser Bücher gelesen (außer Sophie van der Stapp, *Heute bin ich blond*)

Bei all diesen Büchern befremdet mich immer das Gleiche. Da wird gegen den Krebs Krieg geführt und von Kampf gegen den Krebs geschrieben. Ich kämpfe doch nicht gegen meine eigenen Körperzellen und nichts anderes sind die Krebszellen. Die gehören zwar nicht unbedingt genau in dieser Form dorthin wo sie eben sind, aber es sind im Ursprung, ganz normale und funktionierende Zellen meines Körpers. Dagegen zu  „Kämpfen“  kann ich nicht nachvollziehen. Wie kann man gegen seinen eigenen Körper kämpfen. Ich habe diese Zellen, genauso wie alle anderen in meinem Körper, akzeptiert. Sie sind da und gehören zu mir, meinem Körper und meinem Leben. Ich halte es für sehr anstrengend, ständig im Krieg und Kampf gegen Teile des eigenen Körpers zu sein. (Die einzige Zeit, die wirklich was von Kampf und Krieg hatte, war die der ersten Chemotherapie. Aber da habe nicht ich gekämpft, sondern die Chemo in meinem Körper Krieg gespielt.)  Ich glaube, hätte ich die letzten 10 Jahre im Kampf verbracht, wäre ich heute nicht mehr am Leben. Das hätte mich wahrscheinlich einfach zuviel Kraft gekostet. Kraft die ich lieber für das Leben verwende. Merkwürdigerweise wird Kampf und Krieg bei anderen Krankheiten nicht erwähnt. Dabei funktionieren bei fast allen Erkrankungen einfach irgendwelche Zellen nicht mehr. Ganz egal ob es um Hepatitis, Schlaganfall, Herzinfarkt, oder sonst was geht. In all diesen Fällen, tun bestimmte Zellen nicht das, wozu sie eigentlich da sind und das kann ebenfall recht zügig zum Tod führen wie Krebs. Oder eben auch langfristig behandelt werden, wie beim Krebs heute auch. Am Ende ist diese Kämpferei dann auch irgendwie eine Fixierung auf das Thema. Auch dazu habe ich keine Lust. Ich vermeide ja schon so gut ich kann jeden Arztbesuch, weil ich einfach keine Lust habe, an unveränderliche Dinge, auch noch Kraft und Zeit zu verschwenden. Klar gibt es Zeiten in denen man sich mal ganz intensiv mit seiner Krebserkrankung beschäftigen muss, aber doch nicht immer und überall , voller Hass und über Jahre hinweg. Dass jeder Mensch eine andere Art des Umganges mit seiner Erkrankung hat und auch haben muss, ist klar. Aber muss das ein kriegsartiger Kampf sein ? Das dann noch gegen den eigenen Körper ? Für mich ist das keine Option und auch noch nie eine gewesen. Eigentlich habe ich ein gewisses Mitleid mit diesen ständigen Kämpfern. Mit den entsprechenden Büchern, kann ich deshalb so gar nichts anfangen und betrachte sie als Zeitverschwendung. Ich möchte hier auf keinen Fall versuchen irgendwem, irgendetwas ein- oder auszureden. Aber diese kriegsartigen Krankheitsberichte, sind mir einfach komplett fremd und ich halte das auch für keine gesunde Einstellung.

 

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Sonne, Strand und Meer

Nun ist er vorbei, mein Urlaub. Es war schön. Sehr schön. Sozusagen wunderbar. Wir hatten noch ein paar Tage richtig schönen Spätsommer und konnten am Strand im Sand liegen.

Diesmal hatten wir Askan dabei. Ein wunderbarer und lustiger, einjähriger Rüde. Sehr verkuschelt und verspielt. So wollte er unbedingt, nass und sandverklebt, zu mir auf meine Matte am Strand. Er hatte sich bäuchlings, möglichst unauffällig, durch den Sand zu mir gerobbt. Ein ausgesprochen sandiges Unternehmen 🙂

Nachts hat er lieber draussen im Freien geschlafen und uns bewacht. Ein ausgesprochener Hütehund. Wenn sein Rudel nicht vollständig ist, fühlt er sich nicht wirklich wohl. Wir hatten sehr viel Spass mit ihm.

Wir waren eigentlich alle Tage, vom Aufstehen, bis zum Schlafen, nur draussen im Freien. Nicht dass es im Ferienhäuschen nicht schön gewesen wäre, aber das draussen sein war einfach schöner.

Wir waren jeden Abend schön und super lecker essen. Eigentlich war es jeden Abend ein Ereignis und ein kulinarisches Erlebnis. Immer wenn man dachte, besser geht nicht, kam doch noch etwas noch besseres auf den Teller. Natürlich viel Fisch, aber nicht nur.

Es war rundum alles perfekt. Wir haben uns erholt und versucht Kraft zu sammeln. Wir haben vor dem Winter nochmal ein wenig Sonne genossen. Für mich beginnt nun die Zeit, in der ich sehr gerne ein Bär wäre. Kein Eisbär, sondern ein einfacher, normaler Winterschlaf-Bär. Im Herbst wird sich ein Polster angefressen, dann ein gemütliches Plätzchen gesucht und geschlafen. Im Frühjahr, wenn es wieder wärmer wird, wird man schlank und rank wieder wach.

Ich bin schon sehr gespannt, wie sich Askan, dann ein Jahr älter und nach der Rüpelzeit, im nächsten Jahr verhält. In der Zwischenzeit werde ich sein Blog verfolgen und mich auf dem Laufenden halten  😉

Werbeaufreger „Uups Momente“ oder Der Beckenboden

Auch diesen Text hatte ich vor längerer Zeit in meinem alten Blog eingestellt. Nachdem ich vorhin mal wieder so einen bescheuertern Werbespot zum Thema gesehen habe und von einer Freundin zu diesem Thema einiges gefragt wurde, stelle ich diesen Text jetzt auch hier ein. Den Werbespot der damals mein Aufreger war, gibt es aktuell (glaube ich) nicht mehr. Aber es gibt Nachfolger, in welchen in ebenso ignoranter Art und Weise, versucht wird, Frauen davon zu überzeugen, dass Probleme mit der Blase so hingenommen werden müssen und man deren jeweiliges Produkt kaufen sollte.  An den medizinischen Fakten in meinem Text, hat sich nichts geändert.

 

Es gibt doch relativ viele Werbespots in denen vermittelt wird, dass eigentlich alle Frauen irgendwann, mehr oder weniger inkontinent werden. Inkontinent bedeutet man hat seine Blase nicht mehr unter Kontrolle. Das was bei den betroffenen Frauen allerdings meist vorliegt, ist die sogenannte „Stress“-Inkontinenz. Das heißt, beim Husten, Niesen, Lachen, Tragen schwerer Lasten, Hüpfen, Springen . . .  entleert sich die Blase ein kleines bisschen. Als einzige Möglichkeit werden alle möglichen mehr oder weniger windelähnlichen (Einlagen, Windel“höschen“) Produkte angepriesen, welche Frau sich dann in die Hose packen kann. Vorher muss man diese Produkte natürlich kaufen. Das ist schlicht und ergreifend vollkommener Blödsinn. Aber in einen Laden gehen und einfach etwas kaufen, ist natürlich einfach. Man muss dann auch mit niemand über dieses dann doch meist leider „peinliche“ Problem, sprechen.  Das ist aber keine Lösung und vor allem, gar nicht notwendig.

 

Es trifft schon mal nicht Alle Frauen. Bevorzugt taucht dieses Problem nach Geburten auf. Es kann aber auch ohne eine vorhergegange Geburt auftreten. Es gibt verschiedene Auslöser und Ursachen.  Das muss vom Gynäkologen oder Urologen untersucht und festgestellt werden. Und ja, auch als Frau geht man zum Urologen, wenn es irgendwelche Probleme mit Urin, Blase oder Nieren gibt. Wenn der Urologe der Meinung ist, es ist ein gynäkologisches Problem, wird er das sagen. Genauso anders herum.  Auf jeden Fall  muss Frau derartige Probleme auf keinen Fall einfach hinnehmen und sich dann, mehr oder weniger peinlich berührt,  irgendwas in die Hose packen.

Im Gegenteil, man sollte das, wenn es denn tatsächlich auftritt, auf keinen Fall einfach hinnehmen, aufgeben und nichts tun.

Wenn es auftritt, hat es fast immer mit der Muskulatur des Beckenbodens zu tun und da kann man recht einfach gegensteuern. Es gibt jede Menge Übungen um diesen Muskel wieder zu stärken. Das weiß so gut wie fast jede Physiotherapeutin und es gibt auch ganz spezielle Gruppen und Praxen in denen das gezeigt und geübt wird.  Manchmal ist zu dem erschlafften Beckenboden, auch noch die Blasenaufhängung schlaff, oder/und die Lage und/oder Größe der Gebärmutter hat auch noch damit zu tun. Da kann es dann schon mal sein, dass man mit den Übungen alleine, nicht den gewünschten Erfolg bekommt.

Dann kann das Problem mit einem heute recht kurzen, meist ambulanten, minimalinvasiven Eingriff  gelöst werden . Selbst wenn Beckenboden und Blase und Gebärmutter am Problem beteiligt sind, kann man das heute relativ einfach operativ beheben.

Wer also tatsächlich von diesem Problem betroffen ist, sollte zuerst bei einem Termin beim Gynakologen/Urologen abklären lassen, was die tatsächlichen Ursachen sind und dass keine ernsthafte Erkrankung (sehr, sehr selten) dahinter steckt.  Dort kann man dann auch die entsprechenden Rezepte zur gezielten Physiotherapie, oder einen Überweissungsschein zur entsprechenden OP bekommen (ein Physiotherapeut zeigt die Übungen, aber man sollte sie auf jeden Fall, alleine, mögl. häufig ausführen). Üblicherweise, kommt vor einer Op immer erst die Physiotherapie. Nur wenn die Übungen nicht den gewünschten Erfolg bringen, wird operiert. Es gibt da natürlich auch Ausnahmen. Aber das entscheiden die Ärzte.

Aber auf gar keinen Fall muss man den Rest des Lebens, blöde kichernd, mit so etwas wie Windeln in der Hose, „Uups Momente“ ertragen. Mit ein klein wenig Aufklärung und Initiative der Betroffenen, wären diese ganzen Produkte eigentlich weitgehend überflüssig.

Mit ein paar kleinen Aufklärungsfilmchen, wären die Werbegelder sinnvoller angelegt. Da könnte eine Firma mit ihrem Namen dann ja auch eine Art Werbung machen. Aber eben durch Aufklärung und Unterstützung und nicht durch den Verkauf dieser überwiegend sinnbefreiten Produkte. Außerdem wird nicht nur der komplett falsche Eindruck zu diesem Problem vermittelt, sondern auch noch die „Peinlichkeit“ eher verstärkt.

 

Ich hatte nach der Geburt meines Sohnes auch eine Stress Inkontinenz. Ich habe das operativ beheben lassen und damit ist das für mich, ein für alle mal, erledigt. Damals gab es noch keinen minimalinvasiven Eingriff und es war dann eine recht große Bauchoperation, bei welcher auch gleich noch die Gebärmutter (weil sie auch beteiligt war) entfernt wurde. Nach der Operation, kommt das normalerweise dann nie mehr wieder, auch im Alter nicht.

Ich kenne die diversen Varianten des Eingriffs, so wie er heute gemacht wird, durch meine Arbeit als OP-Schwester in den entsprechenden Ops. So wie das heute gemacht wird, ist es echt ein Klaks. Ich war, nach dem doch recht großen Baucheingriff, damals am 8. Tag zuhause. Der große Bauchschnitt hat noch eine zeitlang immer mal ein bisschen gezwiebelt, aber das war es dann auch schon.

Ich habe den Eingriff nie bereut und rege mich regelmässig über diese dämlichen Werbespots auf. In den Spots wird es so hingestellt, als wäre jede Frau irgendwann inkontinent und außer diesen bescheuerten Produkten gäbe es keine Möglichkeiten. Als ob es eine Freude wäre mit, wie auch immer gearteten Windeln/Einlagen durch das Leben zu gehen. Ich rege mich schon über die Frauen auf, die diesen Spot drehen, damit Geld verdienen und sich so auch hinter das Produkt stellen. Diesen Frauen fehlt ganz offensichtlich das Wissen um die Tatsachen. Ansonsten sollte Frau sich für so etwas nicht hergeben.

Auch diese Werbung will nichts, außer ein Produkt verkaufen und hat mit der Realität nichts zu tun. Keine Frau, egal wie alt und egal ob Kinder geboren wurden, muss dieses Problem mit Windelhosen oder wie auch immer angepriesenen ähnlichen Produkten lösen.

Nur wenn man nicht in der Lage ist, diese Übungen zu machen und in keinem Zustand, der den entsprechenden ambulanten Eingriff erlaubt, müßte man sich mit diesen Produkten abfinden. Aber nur dann und das kommt ausgesprochen selten vor.

Die notwendigen Übungen verlangen auch keinen wirklich sportlichen Einsatz und sind gut in den Alltag einzubauen. Das kann „eigentlich“ jede Frau. Laßt Euch nicht einreden, dass man sich damit abfinden und deshalb diese Produkte kaufen muss.

Und für den Fall, dass ich jetzt wieder mal gefragt werde, ob ich in meiner Situation nichts besseres zu tun habe . . .   ich halte dieses (Frauen-) Thema für wichtig und es hat mich auch selbst betroffen. Und nur weil ich unheilbar an Krebs erkrankt bin, lebe ich nicht auf einer einsamen Insel oder unter einer Käseglocke.  Ich bekomme durchaus mit, was ansonsten so auf der Welt los ist und habe dazu eine Meinung.

Außerdem finde ich es beschämend, wie wenig die meisten Frauen (Menschen)  über ihren eigenen Körper wissen und nur dadurch ist solche Werbung überhaupt möglich. Wenn diese Werbung keinen Erfolg hätte, also entsprechend viele Frauen auch wirklich diese Produkte kaufen und anwenden würden, gäbe es sie nicht.  Und gerade diese Art Werbung für Frauen- Produkte, arbeitet ganz genau mit diesem Unwissen und vermittelt völlig falsche Bilder und Vorstellungen . . . .  als ob alle Frauen ganz selbstverständlich früher oder später mit Windeln unterwegs wären . . .  teilweise noch ganz schön jung . . . .  fröhlich kichernd,  eben lediglich ein „Uups Moment“.                  BULLSHIT !!!

Alleine die Vorstellung/Aussicht ständig mit irgendetwas windelähnlichem in der Hose rumlaufen zu müssen, sollte enormen  Informationshunger auslösen, Initiative und Aktivität. Das möchte doch niemand freiwillig und das wird durch diese Werbung auch nicht angenehmer. Wenn ich mir vorstelle, was bei dem einen oder anderen Teenager beim Sehen dieser Werbespots im Kopf abgeht . . . schlimm und dazu auch noch überflüssig und die Infos die da transportiert werden, sind schlicht komplett falsch. Mamas von Töchtern sollten das Thema offen ansprechen und den Mädels klar machen, dass sie sich NICHT selbstverständlich auf solchen komischen Windel-Kram einstellen müssen wenn sie älter werden.

 

Bei der Gelegenheit:  das gilt eigentlich auch für diesen ganzen Einlagen-Kram. Wer gesund ist, braucht keine, wie auch immer propagierte Pappe in der Hose. Spezielle Artikel für die Zeit der Menstruation sind natürlich ausgeschlossen. Aber dieser  sog. Alltags „Hygiene“-Kram ist für eine gesunde Frau komplett überflüssig. Frau wäscht sich und ihre Wäsche völlig normal und regelmässig. Auch „Hygiene“ Waschmittel oder -Spülungen sind für eine gesunde Frau, rausgeschmissenes Geld (außerdem steigert man durch diesen überflüssigen „Hygiene“-Kram, die Neigung zu Allergien) Man wechselt regelmässig sein Wäsche und dann muss man als gesunde Frau so gar nichts reinkleben. Falls man doch das Bedürfnis hat, sollte man beim Arzt mal eine Kontrolle machen lassen. Eigentlich sind diese Produkte genauso überflüssig, wie die Windeln und dieser windelähnliche Kram. Es gibt natürlich Erkrankungen, die solche Produkte mal vorübergehend sinnvoll machen. Aber nur dann und nur vorrübergehend.

Aber über diesen ganzen anderen neuen Hygienkram und die ständige Desinfektion von Allem und Jedem, könnte ich jetzt nochmal einen langen Beitrag schreiben . . .. lass ich.

Aber bitte kümmert Euch um Eure Beckenbodengesundheit und akzeptiert nicht still und leise, mehr oder weniger schamvoll,  wenn es da mal Probleme gibt. Wer noch jung ist und/oder sowieso regelmässig Sport macht, kann auch da vorbeugen und den Beckenboden stark machen. Man muss sich nur mal zeigen lassen, wie das geht. Das gehört z. B. in den meisten „Studios“ nicht zum normalen Trainingsprogramm und da muß man selbst nachhaken oder man geht eben zur Physiotherapie.

Da wird mit Eurem (überflüssigen)  Schamgefühl Geschäft gemacht. Weil manche (leider meist uninformierte) Frau mit niemand, auch keinem Arzt, darüber sprechen möchte, kauft sie sich lieber diese Produkte . . .. sorry, der falsche Weg. Geldverschwendung und sicher keine Steigerung der Lebensqualität.

Mit ein klein wenig Eigeninitiative  und Information läßt sich dieses Probleme beheben. Falls Euer Gynäkologe/Urologe keine Ahnung hat und etwas von Abfinden oder Arrangieren plappert, eine_n Andere_n suchen. Es gibt für den Beckenboden Fachleute. Mit diesem Problem muß man sich nicht arrangieren. Damit muß man nicht leben. Das ist zu beheben. Auf unterschiedliche Weise und nicht immer sofort und gleich, aber man bekommt es wieder unter Kontrolle.

Wechseljahre

Diesen Beitrag hatte ich 2013 im alten Blog eingestellt. Nachdem ich nun mehrfach darauf angesprochen wurde, ist er hier nochmal:

Zunächst ein paar medizinische Fakten, möglichst einfach erklärt:

Die Gebärmutter ist das Gebärorgan und hat mit den Wechseljahren oder Hormonen, rein gar nichts zu tun. Lediglich während einer Schwangerschaft werden in der Gebärmutter Hormone produziert. Ob man eine Gebärmutter hat oder nicht, hat keinerlei Einfluß auf Zeitpunkt oder Intensität der Wechseljahre. Im Gegenteil, wer keine Gebärmutter hat, merkt oft nichts vom Beginn der Wechseljahre.

Die entsprechenden Hormone,  werden von der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) und den Eierstöcken (Ovarien) reguliert.

Die Hirnanhangsdrüse regt die Eierstöcke an Östrogen/Estrogen (es gibt hier einige Untergruppen, das spielt aber zum Verständnis keine Rolle)  zu produzieren und der Östrogenspiegel im Körper reguliert die Hirnanhangsdrüse. Das ist sozusagen ein Kreislauf.

Was genau die Wechseljahre auslöst und warum, ist nicht wirklich bekannt.

Zu einem gewissen Zeitpunkt reduziert entweder die Hirnanhangsdrüse ihre Arbeit oder die Eierstöcke geben langsam die Hormonproduktion auf.

Wenn die Hirnanhangsdrüse zuerst schlapp macht, dann hat man oft keinerlei der bekannten Symptome.

Sind es die Eierstöcke welche zuerst beginnen, fallen die Symptome heftiger aus.

Was nun zuerst anfängt diesen Prozeß einzuleiten, läßt sich von außen nicht beeinflußen. Die Dauer dieses Prozesses ist komplett unterschiedlich lang.

Das Unterhautfettgewebe produziert auch eine gewisse Menge Östrogen/Estrogen. Daher sind Menschen mit sehr viel Unterhautfettgewebe oft recht weiblich.

Östrogen/Estrogen ist für einige Prozesse im Körper verantwortlich und daher macht der sinkende Spiegel, dann auch entsprechend unterschiedliche Symptome.

Gesundheitlich sehr wichtig, ist die Wirkung auf den Knochenstoffwechsel. Osteoporose (bruchgefährdete Knochen) ist oft die Folge.

Die Idee, die Symptome und einen Teil der Folgen der Wechseljahre einfach durch Zuführung der entsprechenden Hormone durch Pflaster oder Tabletten zu umgehen, ist nicht neu. Das ist ein sehr umstrittenes Thema. Das gilt auch für die pflanzlichen Produkte. Immer wieder gibt es neue Studien, mit komplett wechselnder Aussage, vor allem zum Risiko an Brustkrebs zu erkranken. Dazu möchte ich mich nicht äußern und das muß jede Frau für sich selbst entscheiden. Infos dazu sind überall leicht zu finden.

 

Symptome und Probleme:

Wie schon geschrieben, hängen Intensität und Umfang der Symptome davon ab, ob zuerst Hirnanhangsdrüse oder Eierstöcke den Prozeß beginnen. Daher gibt es Frauen, die so gut wie überhaupt keine Symptome haben (Ich gehöre leider nicht zu dieser glücklichen Gruppe). Manche Frauen haben nur einen Teil der Symptome, Andere haben Alles.

Der Einfluß auf die Psyche hängt manchmal auch davon ab, wie man grundsätzlich zu seiner „Fruchtbarkeit“ steht.

Für manche Frau ist schon dieses fühlbare „Ende“ der Fruchbarkeit ein ziemliches Problem, manchmal überhaupt nicht bewußt.

Oft fällt der Zeitpunkt der ersten Symptome auf den Zeitpunkt, an welchem die Kinder flügge werden. Das bedeutet dann für manche Frau eine komplette Neuorientierung und zusätzlich noch die ganzen neuen und nervigen Symptome. Das kann dann schon mal an die Grenzen der Belastbarkeit gehen. Hier gibt es ganz unterschiedliche Möglichkeiten des Umgangs und der Verarbeitung.

Der reine Hormonmangel führt bei manchen Frauen zu einer Depression. Über den Umgang mit einer Depression gibt es auch sehr unterschiedliche Meinungen. Wichtig ist nur, dass man eine Depression wahrnimmt und reagiert. Auf jeden Fall lieber zu früh.

Stimmungsschwankungen sind nicht immer gleich eine Depression und gehören auch zu den typischen Symptomen. Ungeduld, ein dünnes Nervenkostüm, eine gewisse Aggresivität, Weinerlichkeit, etc. und das alles oft in buntem und nicht wirklich kalkulierbaren Wechsel. Auch hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten zu reagieren oder damit umzugehen.

Bei allen „psychischen“ Problemen ist es wichtig, sie wahrzunehmen. Psychische Probleme  (ich nenne das eigentlich lieber seelische Probleme) zu haben heißt nicht das man geisteskrank ist oder „eine Macke“ hat (andererseits haben wir doch alle irgendeine „Macke“)

Mit einem gebrochenen Fuß geht man zu einem Chirurgen, zum Einkaufen in den Supermarkt und mit störenden, belastenden seelischen Probleme sollte man ebenso selbstverständlich zu einem entsprechenden Fachmannn gehen. Wenn man darunter „leidet“ sollte man Maßnahmen ergreifen.                                                      Sollte es überflüssig gewesen sein, hat man sich nichts vergeben. Wenn es richtig und angebracht war, hat man das nicht für Alle erkennbar, auf die Stirn tätowiert.

 

Schweißausbrüche und Hitzewallungen sind in aller Munde.

Über Produkte die helfen sollen, vom Arzt oder aus der Apotheke, äußere ich mich nicht, das  (Bisphoyphonatesollte jede Frau mit dem Arzt ihres Vertrauens klären. Was man aber immer ausprobieren kann, ist Salbei. Wer das  mag, kann sich jeden Tag eine ordentliche Menge von Tee gönnen und manchmal hilft das richtig gut. Wie gesagt, machmal. Aber damit kann man nichts falsch machen und man vergibt sich nix.  Ich selbst mag keinen Salbei und als Tablette hat mir das nichts gebracht. Ich weiß aber von Frauen denen das erhebliche Linderung gebracht hat.

Durch den reduzierten Hormonspiegel verändert sich auch z. B. der Haarwuchs. Er wird am Körper allgemein, meist stärker. Läßt an anderen Stellen aber deutlich nach. Leider genau anders herum, als uns Frauen das lieb wäre.

Den veränderten Knochenstoffwechsel und die daraus oft resultierende erhöhte Bruchgefahr, habe ich oben schon erwähnt. Hier kann man aber, in Zusammenarbeit mit einem Arzt, hormonfrei eingreifen (Bisphosphonat, Calcium,Vit. D).  Sport, auch und besonders Kraftsport, hat auch hier eine nachgewiesene positive Wirkung

Der gesamte Stoffwechsel ist durch die Wechseljahre ebenfalls verändert, was bei einigen Frauen zu einer gewissen Fettumverteilung und/oder –zunahme führt. Hier kann man durch Sport und Ernährung aber viel auffangen und in den Griff bekommen.

 

Ich halte es für wichtig, zu wissen was da so im Körper passiert und es einigermassen zu verstehen. Auch das Wissen, dass man kaum Einfluß auf das Geschehen hat, ist wichtig.

Darüber nachzudenken was das „Frausein“ ausmacht, wie man das für sich selbst definiert macht Sinn. Eventuell kann man da auch die Eine oder Andere (vielleicht traditionelle und althergebrachte) Meinung ändern und sich dadurch den Umgang mit den Symptomen erleichtern.

 

Starke Stimmungsschwankungen und depressive Anzeichen sollte man ernst nehmen und nicht übergehen. Klar läßt sich manches durch ein neues Hobby, neue Freunde, eben Ablenkung, erleichtern. Das ersetzt aber nicht notwendige therapeutische Schritte.

Es kann auch hilfreich sein, sich mit Gleichgesinnten und ebenfalls Betroffenen auszutauschen.

Letztendlich muß jede Frau selbst, einen für sie sinnvollen und richtigen Weg finden. Aber mal zu sehen, wie andere Frauen das machen, kann nicht schaden.

Das Thema zu tabuisieren ist auf jeden Fall keine Lösung. Sich zu schämen ist absolut überflüssig und schädlich. Das sind alles natürliche Vorgänge, denen man kaum aus dem Weg gehen kann und niemand hat sich das alles ausgesucht. Natürlich muß man das nicht einfach hinnehmen und still vor sich hin leiden. Es gibt viel zur Unterstützung und Hilfe. Aber man muß sich darum kümmern und sich darüber klar sein, wo man Hilfe und Unterstützung will und braucht.

Alle Frauen bekommen Wechseljahre. Manche mit mehr, manche mit weniger Symptomen.

Depression

Ich habe überlegt ob ich darüber schreibe, oder lieber nicht und mich dann dafür entschieden.

Depression ist ja ein Thema, bei welchem manche Menschen so ein vorgefertiges Bild vor Augen haben. Was Quatsch ist. Depression ist eine Krankheit, die bei jedem ein wenig anders ist. Bei mir hat Depression nicht mit Weinen oder Traurigkeit zu tun. Ich zweifle auch nicht am Sinn meines Lebens und kenne in diesem Zusammenhang, keine Suizidgedanken. Depression ist eine Erkrankung mit ganz unterschiedlichen Symptomen.

Ich hatte das mit etwa 20 Jahren zu ersten Mal. Damals gab es das noch nicht und ich bekam von der Ärztin ein Amphetamin (Aufputschmittel, heute nicht mehr auf dem Markt) verschrieben. Beim nächsten Arztbesuch in dieser Angelegenheit wurde mir Valium (Beruhigungsmittel) verschrieben. Beides ist, wie man heute weiß, völlig verkehrt und unangebracht. Glücklicherweise hatte ich schon damals ein gutes Gefühl dafür, was mit hilft und was nicht. Ich habe beide Medikament nicht genommen und mich einfach irgendwie da durch gewurschtelt. So gab es noch ein paar Versuche die immer ähnlich verlaufen sind.

Vor etwa 12 Jahren, war es mal wieder so weit, dass ich ärztliche Hilfe deswegen in Anspruch nehmen wollte.  Diesmal bin ich auf einen Arzt gestossen (außerdem ist das einfach heute auch ein ganz anderes Thema)  der erkannt hat um was es geht und welche Hilfe ich benötige. Ich wurde stationär aufgenommen und mit einem Antidepressivum eingestellt. Nach etwa vier Wochen konnte ich die durchweg positive Wirkung bemerken und wurde in der fünften Woche wieder entlassen. Ich habe das Mittel bis zur Diagnose meiner Metastasen, durchgenommen. Danach hatte ich den Eindruck, ich brauche es nicht mehr.

Ich war der Meinung, der Kampf ums Überleben wegen der Metastasen, steht irgendwie im Widerspruch mit Depression. Weit gefehlt. In den letzten Monaten hat sich leider wieder die gleiche Symptomatik gezeigt, wie ich sie ja schon lange kenne.

Bei mir zeigt sich die Depression durch eine absolute und massive Antriebslosigkeit und eine bleierene Müdikeit. Das fängt recht unauffällig an und steigert sich dann über Wochen. Bis ich festgestellt habe, der Sommer rauscht so an mir vorbei und ich bekomme überhaupt nichts mit. Ich habe zwar immer noch zwischendurch ein paar Kinderhüte-Termine wahrgenommen, aber das war es dann auch schon. Ansonsten Schlafen, Schlafen, Schlafen. Ich bin dann nicht in der Lage, eine einigermassen vernünftige Ernährung zu bereiten, der Nachtschlaf ist unangenehm und gestört, dafür haut es mich tagsüber komplett aus den Latschen und in Tiefschlaf. Ein normaler Tag – Nacht – Rhythmus sieht anders aus. Dazwischen immer belastende Träume und ein elendes Gedankenkarusell. Die Belastungen der letzten Jahre kommen immer wieder hoch. Das fängt an mit diesen fürchterlich verletzenden und verleumderischen Buchtexten. Dieser Schock steckt mir noch heute in den Knochen. (Die Person, die das alles veröffentlicht hat, habe ich als junger Mensch mal sehr verehrt).  Es geht weiter mit dem Prozess gegen die Uniklinik, bis zum Unfall auf der kaputten Treppe in der Rehaklinik. Natürlich gab es auch sonst noch einige menschliche Tiefschläge. Dann wurde ich, nachdem das Thema Methadon durch alle Medien gegangen ist, von Hilfeanfragen und den entsprechenden Kranken-(Horror-) Geschichten, sozusagen überschwemmt, was auch ganz schön belastend ist, vor allem wenn man eben nicht helfen kann  . . . . . von meiner grundsätzlichen Situation mit dem drohenden Tod seit nun fast acht Jahren, mal ganz abgesehen . . . . .

Jetzt nehme ich seit knapp drei Wochen wieder mein Antidepressivum und merke langsam erste Verbesserungen. Es wird noch ein bisschen dauern, aber ich habe zum Glück diesmal wohl ein klein wenig früher gemerkt, was da mit mir los ist und konnte schneller gegensteuern.

Als ich damals stationär war, war die halbe Station voll mit Patienten, die ihre Pillen abgesetzt hatten. Ich habe mir damals geschworen, dass mir das nicht passiert. Ich bin knapp daran vorbei geschrammt und werde diese Pillen jetzt eben auch einfach bis zum Lebensende schlucken. Auf diese eine Pille kommt es nun wirklich nicht an.

Mein Onkologe meinte, massiver Krebswachstum könnte auch mal ähnliche Symptome machen, aber ich verlasse mich da auf mein Gefühl. Zur Sicherheit haben wir alle Blutwerte kontrolliert und die haben mein Gefühl bestätigt. Mit den Blutwerten, einschl. Tumormarker, ist alles bestens.

Jetzt hoffe ich sehr darauf, dass die Wirkung der Pillen bis zu meinem Aufenthalt an der Nordsee, voll eingesetzt hat und ich diese Tage, ebenso wie letztes Jahr, wieder sehr geniessen kann. Es wird auf jeden Fall sehr gut sein, mal aus allem Alltag raus zu kommen und Meeresluft zu schnuppern. Glückllicherweise bin ich auch dieses Jahr wieder eingeladen. Dieses Jahr wird uns ein Hund begleiten und darauf freue ich mich auch sehr. Ich mag ja Hunde ebenso wie Katzen, ich bin nur kein Gassi-Geher und hatte daher nie einen eigenen.

Damit mir nicht langweilig wird, hat mein Wasserbett wohl ein Leck. Zumindest war da jetzt plötzlich sehr viel nass und ich werde mich nun daran machen, alles abzuziehen und zu untersuchen. Ich hoffe, ich kann das reparieren. Ansonsten muss ich die nächsten Tage und Wochen, wohl auf dem Sofa schlafen. Eine normale Matratze macht keinen Sinn mehr, bei all meinen Knochen- und Gelenkproblemen. Mir graust schon vor der vielen Wäsche. In dem Wasser ist ja alles mögliche an Chemie drin und ich muss daher auf jeden Fall, wirklich alles ausgewaschen. Teilweise werde ich wohl, wegen der Grösse der Teile, in den Waschsalon müssen. Dort gibt es extra große Waschmaschinen und Trockner. Also jede Menge nerviger Zusatzarbeit, wo mich zur Zeit eh schon alles so viel Kraft kostet.

Aber auch das wird alles vorüber gehen  🙂

 

Life Balance // Mathadon DL

Heute hatte ich mal wieder einen Faulenzertag auf meiner Hollywoodschaukel. Da ist mir aufgefallen, dass mein Leben eigentlich ausbalanciert ist. Also die Stresstage wechseln sich mit ruhigen Tagen ab. Wenn man von dem inneren Druck durch meine etwas besondere Situation absieht, hält sich der Rest eigentlich schön in der Waage.

Meine Babysitter-Termine sind zur Zeit wichtige Termine. Die Mama ist vor kurzem gestorben (ich hatte von der Erkrankung hier geschrieben) und der Papa ist nun alleine mit Kleinkind und Baby. Da gibt es jetzt für ihn erst mal unendlich viel administrative Dinge zu regeln und da kann ich ein klein wenig Luft verschaffen. Das Baby hat nicht wirklich viel mitbekommen von den Vorgängen, im Gegensatz zu der großen Schwester. Die Schwester braucht zur Zeit immer mal ganz eigene Papa-Zeit und auch da kann ich ein klein wenig unterstützen.

Grundsätzlich ist diese Situation, innerlich,  für mich erst mal ausgesprochen beschissen. Mein erster Gedanke bei der Mitteilung vom Tod der Mama war:  „ sie hat es hinter sich“.  Danach kommen sofort Überlegungen zu den Ungerechtigkeiten. Ich lebe mit allem dem Krebs noch immer und diese Mama mit den zwei kleinen Kindern ist tot. Das ist nicht zu verstehen und ich emfpinde das so ziemlich als die Krönung von Ungerechtigkeit. Das ist aber alles nur in meinem Kopf. Davon lasse ich mir natürlich möglichst nichts anmerken und spreche selbstverständlich kein Wort in diese Richtung. Viel zu reden habe ich eh nicht. Ich versuche dem Papa ein klein wenig zu helfen und mehr kann ich nicht tun. Zu Reden gibt es auch nichts. Es ist, wie es ist. Der Papa ist in einer Situation, zu der es eben einfach auch keine Worte gibt.

All diese Gedanken schiebe ich auf die Seite und mache einfach das, was ich tun kann. Der Papa muss jetzt funktionieren und kann weder trauern noch viel nachdenken. Ich kann ihm immer mal ein klein wenig Luft verschaffen und dem Baby ein bisschen unbefangene Zeit. So lange das was ich tun kann hilfreich ist, werde ich da weiter unterstützen und meine eigene Situation einfach in den Hintergrund schieben. In ein paar Wochen wird sich in der Familie alles neu eingespielt haben und dann bekomme ich wieder eine neue Familie.

Als Ausgleich habe ich dann so Tage wie heute. Da trödel ich rum, liege auf meiner Hollywoodschaukel, schaue den Eichhörnchen und vielen unterschiedlichen Vögelchen in meinem Garten zu, freue mich über die Blüten meiner vielen Rosen und anderen Blumen . . .   melde mich mal wieder per Blog  😊

Diese Woche gab es auch mal wieder ein Treffen mit einem mit bis dahin nur virtuell bekannten Menschen. Auch eine Art Blogschreiber. Auch dort geht es viel um Krebs und eben auch um Methadon. Seine Seite wurde nach den betreffenden TV-Sendungen extrem von Anfragen überflutet und ich habe da ein klein wenig unterstützt. Wir waren an meinem Lieblingsplatz an den Landungsbrücken und haben uns nett unterhalten und den schönen Tag genosssen. Es war wieder mal spannend, vom virtuellen in das reale Leben zu  kommen. Ein paar schöne und entspannte Stunden an der Elbe 😊  (Ich hoffe, Ihr hattet noch eine Gute Zeit)

Ich muss auch nochmal auf das Thema Methadon kommen.

Nachdem das nun durch einige TV-Sendungen in aller Munde ist, gibt es ziemlich Chaos an manchen Stellen. Da wurden Arztpraxen komplett überrannt, es sind Telefonzentralen von Krankenhäusern zusammengebrochen, Internetseiten wurde überlastet, etc. und das alles weil man unbedingt ein Rezept möchte.

Leider haben sehr viele Menschen überhaupt nicht wirklich verstanden um was es sich beim Methadon DL wirklich handelt.

In erster Linie ist es einfach ein potentes Schmerzmittel und darf als solches von jedem entsprechenden Arzt (mit BTM-Rezept) verschrieben werden. Es gibt da auch keinerlei Anträge die Patienten irgendwo stellen müssten (wurde mir berichtet)

Methadon DL ist in Deutschland als Schmerzmittel ganz offiziell seit Jahrzehnten zugelassen !! Es muss als Schmerzmittel dann jedes Mal nach den Angaben auf dem Rezept in der Apotheke angemischt werden und nur dann ist es das Richtige !!

In der Schmerzmedizin gibt es sozusagen eine Rangliste der Medikamente. In dieser Rangliste kommt Methadon nach Morphinen. Wer als erfolglos Morphine bekommen hat, kann danach Methadon erhalten.

Leider wissen sehr viele Ärzte davon so rein gar nichts und kennen Methadon nur aus der Substitutionsmedizin. Daher kommen jetzt plötzlich alle mögliche (Krebs-) Patienten mit Rezepten für Substitutionsmittel in die Apotheken (da hatte der Arzt keine Ahnung und hat nicht mal nachgelesen)  Die Apotheken denken auch nicht viel mehr nach (da sollte/müsste ein Apotheker schon mal nachfragen und beraten, bzw. aufklären)   und so sitzen die Patienten mit dem völlig falschen Medikament zuhause. Die Methadonmittel der Substitutionstherapie sind (gefährlich)  erheblich höher dosiert und es ist eben nicht das richtige Methadon.

Das worauf jetzt manche Krebspatienten hoffen, ist eine Wirkung in Richtung Krebs. Die hat es in einigen Fällen gegeben. Aber immer nur in Verbindung mit einer Chemotherapie und nur mit Methadon DL !!! Nicht jede Chemotherapie ist da passend und nicht bei jeder Krebserkrankung macht das Sinn.

Sinn macht diese Art von Therapie vor allem bei Patienten mit einem Glioblastom (Hirntumor) und bei Patienten die eine gewisse Resistenz gegen eine Chemotherapie entwickelt haben.

Bei diesem Methadon handelt es sich um das Schmerzmittel Methadon DL.

Es gibt kein Fertigarzneimittel und muss immer in der Apotheke angemischt werden. Wer also mit einem Fertigarzneimittel zuhause sitzt, hat ein Medikament für die Substitutionstherapie bekommen (auf keinen Fall einnehmen !!)   Das ist dann weder ein Schmerzmittel, noch gibt es auch nur ansatzweise eine Chance auf ein Wirkung auf Krebszellen.

Wer keine Chemotherapie machen will / kann / muss ,  dem hilft Methadon als Schmerzmittel, aber ein Wirkung auf die Krebszellen kann es dann nicht geben.

Methadon DL öffnet in manchen Krebszellen eine Art Hintertürchen für die Chemotherapie.

Nicht mehr und nicht weniger !!

Methadon DL muss eingeschlichen werden. Am Anfang macht es entsetzlich müde und schlapp und Übelkeit tritt mehr oder weniger heftig auf. Gegen die Übelkeit gibt es Hilfe. Die Müdigkeit muss man ausschlafen und aushalten. Es muss immer etwas für eine regelmässige Darmtätigkeit getan werden. Von Anfang an und währen der gesamten Einnahmezeit.

Die Fertigmedikamente aus der Substitutionstherapie sind erheblich höher (gefährlich) dosiert, enthalten nicht alle notwendigen Bestandteile des Schmerzmittels und bringen daher weder als Schmerzmittel noch in Richtung Krebs irgendetwas. (Diese Mittel bekommen Menschen die eine gewisse Zeit heftige Drogen genommen haben und deren Körper an solche Stoffe „gewöhnt“ ist. Damit wird sozusagen die Sucht nach der Droge genommen)

Und nochmal:

Ich kann KEINE Ärzte nennen die mit Methadon arbeiten, weil ich keine kenne !! Schickt mir keine Anfragen !! Könnt Ihr Euch vielleicht vorstellen wie frustrierend es ist, ständig um Hilfe gebeten zu werden, das aber nicht leisten zu können ?? Mein eigener Onkologe steht auch nicht hinter meiner Therapie und quasselt das nach, was die Methadon-Gegner eben so von sich geben.

Sucht Euch entsprechende wissenschaftliche Artikel aus dem Internet und sprecht mit Euren Ärzten. Es gibt immer wieder Ärzte die sich überzeugen und aufklären lassen.

Für das Schmerzmittel Methadon DL gibt es viele, viele gute Argumente die man im Netz finden kann. Das fängt bei den Kosten an und geht über die Abbauwege weiter zu den Nebenwirkungen.

Über die Wirkung auf Krebs (nur in Verbindung mit einer Chemotherapie),  gibt es viele Einzelergebnisse, noch keine anerkannten Studien und es ist dafür nicht zugelassen !!! Studien, wenn es denn irgendwann mal welche gibt, werden Gliompatienten betreffen.

Durch ein paar Rückmeldungen weiß ich, dass es sich lohnt, mit den eigenen Ärzten zu verhandeln. Mit Ärzten über eine Therapie zu verhandeln ist nicht einfach und fordert auch ein  wenig diplomatisches Geschick, aber es lohnt auf jeden Fall den Versuch.  Alle notwendigen Informationen findet man im Internet.

Außerdem kann man durchaus auch bei Onkologen oder Palliativ-Ärzten das Recht auf freie Arztwahl nutzen und wechseln bis es eben paßt.

Zur Zeit in Hamburg / Vermischtes / Methadon DL

Ich werde zur Zeit viel gefragt was ich von dem G20 Gipfel und dem Drumherum so mitbekomme. Zum Glück nicht all zu viel. Ich wohne außerhalb dieser „kritischen“ Zonen. Aber über der gesamten Stadt liegt eine ganz komische Atmosphäre. Eine gewisse Anspannung ist zu spüren. Nicht sehr angenehm.
Was man so im Fernsehen von der Randale sieht ist ätzend. Radaubrüder die nur wegen der Randale angereist sind. Menschen die keinerlei politische Interessen vertreten, sondern einfach nur Ärger machen wollen. Absolut überflüssig.
Ich finde es gut wenn Menschen mit einander reden. Gerade bei Politikern kann das nur von Vorteil sein. Normalerweise kommt etwas dabei raus, wenn Menschen miteinander reden. Das kann also auch in diesem Fall, nicht falsch sein.
Warum das allerdings mitten in einer Stadt wie Hamburg stattfinden muss, entzieht sich meinem Verständnis. Die Örtlichkeiten sind nicht gerade gut zu übersehen oder zu kontrollieren. In der aktuellen Zeit, mit Randalebrüdern und Terroristen, ist es eine blöde Idee, mit derart hochkarätigen und vielen Politikern, mitten in dieser Stadt, diverse Konferenzen abzuhalten. Am Ende geht es darum was dabei rauskommt und dazu ist es völlig wurscht, wo genau die Herren und Damen miteinander reden. Hauptsache sie tun es. Es hätte mit Sicherheit deutlich bessere Örtlichkeiten gegeben als ausgerechnet mitten in Hamburg.
Alleine der Zirkus mit den ganzen Anreisen, war heftig und ging durch die gesamte Stadt. Ständig riesen lange von Schlangen Polizeifahrzeugen mit Blaulicht und Sirene. Das Ganze dann wieder bei den Abreisen. Absolut überflüssig und hätte sich wirklich anders lösen lassen.
Auch wenn die ganzen Politiker und deren Entourage wieder abgereist sind, wird in der Stadt noch lange nicht wieder Normalität eintreten. Da wurde einiges zerstört. Viel Dreck, viel Müll . . . das dauert noch. Ich finde, das muss man keiner Großstadt zumuten, weder NewYork, noch Hamburg.
Aber das ist meine Meinung. Es gibt Andere. Auswirkung hat meine Meinung sowie keine.

Ansonsten gibt es nicht viel zu berichten. Gesundheitlich gibt es keine wirkliche wichtigen Neuigkeiten. Es klemmt immer mal wieder an der einen oder anderen Ecke, aber bisher sind das alles nur kleine Nebenbaustellen und ändern an meiner Gesamtsituation nichts. Die Medikation ist seit drei Jahren unverändert. Es gibt auch keinen Grund irgendetwas zu ändern.
Eigentlich wäre jetzt wieder ein Kontrol-CT fällig gewesen. Das habe ich aber ausfallen lassen. Völlig egal was im CT zu sehen wäre, es hätte keinen Einfluss auf die Medikation oder sonst was. Es gibt keine neuen Symptome und daher spare ich mir die Zeit beim Radiologen. Mein Onkologe fand die Idee beim letzten Termin gar nicht so toll, aber da ich auch einfach bei ihm nicht erscheine, ist das auch egal. Ich bin ausgesprochen Arzt müde. Ich kann Wartezimmer und Anmelde-Tresen nicht mehr sehen. Nach gut 10 Jahren mit Krebs, habe ich einfach schon sehr viel Zeit dort verbracht und irgendwann ist dann mal gut. Ich werde sicher auch in der Zunkunft noch einige Zeit an diesen und ähnlichen Plätzen verbringen. Da es im Augenblick aber eben keinen wirklich überzeugenden Grund gibt, mag ich einfach nicht, nur so aus Routine-Gründen, Zeit dort verbringen.

Seit Methadon DL durch die Medien geht, werde ich oft um Hilfe angeschrieben. Nochmal: ich kann KEINE Ärzte nennen die hinter dieser Therapie-Ergänzung stehen.

Sucht Euch entsprechende Veröffentlichungen im Netz und geht damit zum Arzt Eures Vertrauens. Es gibt kein adäquates Fertigprodukt weltweit. Es muss jedes Mal in der Apotheke, nach den Angaben auf dem BTM-Rezept, angemischt werden. Alles andere ist einfach nur unwissender Quark. Methadon DL ist als Schmerzmittel zugelassen und darf als solches auch von jedem Arzt rezeptiert werden !! Da braucht es keine Privat-Rezepte oder irgendwelche Heimlichkeiten.
Was die Therapie der wenigen und nicht wirlich dramatischen Nebenwirkungen angeht, kann man sich gerne bei mir melden. Die meisten der Nebenwirkungen verschwinden mit Erreichen der Zieldosis und sind nur während der Einschleichzeit, therapiebedürftig. Wer auch immer hier von dramatischen Nebenwirkungen spricht, hat keine Ahnung. Am Ende ist das auch alles immer eine Frage der Dosierung und Einschleichgeschwindigkeit. Wer angesicht von Chemotherapien, beim Thema Methadon DL vor Nebenwirkungen warnt, hat einfach nicht alle Tassen im Schrank. Ich empfinde diese sogenannten Argumente gegen das Methadon DL, als Beleidigung und eine Unverschämtheit. Wir Betroffenen, die diese von den Fachleuten empfohlenen Hardcore-Chemos über uns ergehen haben lassen müssen, können diese Gegner des Methadon wirklich nur auslachen. Solche Menschen kann ich nicht ernst nehmen. Die haben keine Ahnung und sich nie wirklich mit dem Thema oder Betroffenen, beschäftigt. Das sind oberflächliche, nachgequatschte, unwahre Sprüche.
Wenn ich da im Fernsehen irgendwelche Proffs, Ärzte, Chefärzte, von den „schlimmen“ und „unabschätzbaren“ Risiken bei Methadon DL reden höre, muss ich umschalten, weil ich sonst platze. Diesen Unfug kann ich nicht anhören. Ich nehme seit gut drei Jahren Methadon DL und kenne einige andere Betoffene . . . da geht mir echt der Hut hoch.
Selbstverständlich hat auch Methadon DL Nebenwirkungen. Die sind aber weder gefährlich, noch uneinschätzbar. Vor allem gibt es sie fast nur während der Einschleichphase. Außerdem lassen sie sich gut kontrollieren. Alles keinerlei Vergleich mit dem Nebenwirkungsprofil von den meisten Chemotherapien, Antihormon-Therapien, Aromastasehemmern, etc. Sorry, ihr sogenannten Fachleute, da seid ihr komplett auf dem falschen Dampfer !!! Nur weil mit Methadon DL nicht wirklich Geld zu verdienen ist, ist es gefährlich oder nutzlos ?? Die Sache mit dem Geld verdienen, interessiert Betroffene nicht wirklich.

Radionuklidtherapie

Da ich in jüngster Zeit mehrfach angefragt wurde, hier mal wieder etwas „fachliches“ aus meinem alten Blog:

Auf die physikalischen Details gehe ich hier nicht ein. Das ist im Internet sehr gut vielfach erklärt.

Die Radionunklidtherapie ist eine Schmerztherapie bei Knochenmetastasen. Es ist keine Therapie gegen die Metastasen. Die Radionunklidtherapie läßt Knochemetastasen weder schrumpfen noch verschwinden. Es gibt zur Zeit Versuche bei einer ganz bestimmten Art Knochenmetastasen, mit anderen Stoffen, etwas in diese Richtung zu erreichen, aber bisher ist das einzig und alleine eine Schmerztherapie.

An den Stellen im Knochen wo Metastasen sind, ist der Stoffwechsel höher als an anderen Stellen und das genau wird bei der Radionuklidtherapie genutzt.
Es wird ein radioaktiver Stoff (Samarium) in Verbindung mit einem Bisphosphonat gespritzt. Durch den erhöhten Stoffwechsel in den Metastasen, wird dort davon dann etwas eingelagert. Durch die Strahlung direkt vor Ort, können die Schmerzen meist gebessert werden. Durch die Strahlung können die manchamal vorliegenden Entzüdungen reduziert werden, was Schmerzbesserung bedeutet.
Die Sorte Knochenmetastasen welche Knochenmaterial aufbauen, lagern mehr von dem Radionuklid ein und daher ist da der Erfolg manchmal etwas besser. Manchmal gibt es in den ersten drei Tagen eine Schmerzverschlimmerung, manchmal aber zeigt sich schon wenige Stunden nach der Injektion eine deutliche Schmerzverbesserung. Das Spektrum ist groß.
Es macht Sinn, eine Radionuklidtherapie recht früh anzugehen. Die Wirkung kann bis zu drei Jahre anhalten und man kann die Therapie wiederholen.

Die Therapie selbst läuft so ählich ab wie ein Knochenszintigramm. In den folgenden drei Tagen sollte man möglichst keine Schwangeren umarmen oder Babys rumtragen. Ansonsten besteht für das Umfeld keinerlei Gefahr. Die Strahlung hat eigentlich nur wenige Millimeter Reichweite und diese Abstände sind einfach zur Sicherheit.

Nebenwirkungen:
Da sich in manchen Knochen Knochenmark befindet, kann dies durch die Strahlung mal etwas „lahmen“ . Das heißt, das Blutbild kann sich vorübergehend verschlechtern. Aber nicht massiv und nicht lange. Aber es macht Sinn, es nach der Radionuklidtherapie ein wenig überwachen zu lassen. Manchmal sollte man auch vorher nachsehen lassen, ob es wirklich in Ordnung ist. Meist wird das von den durchführenden Ärzten auch so angefordert.

Durchgeführt wird eine Radionuklidtherapie von Nuklerarmedizinern. Es gibt radiologische Praxen in denen auch Nuklearmediziner arbeiten.
Ich habe den Meinigen per Internet ausgesucht. Auf fast allen Internetseiten der Ärzte die diese Therapie durchführen, wird auch ausführlich erkärt, wie das technisch durchgeführt wird. Meist benötigt es ein paar Tage Vorlaufzeit, weil das radioaktive Nuklid erst beschafft werden muß. Diese radioaktiven Dinge werden ja gut verschlossen gelagert, überwacht und kontrolliert und auch der Transport erfolgt unter vorgeschriebenen Sicherheitsbedingungen.

Ich selbst habe in den ersten Wochen nach der Entdeckung meines massiven Knochenmetastasenbefundes, sofort eine Radionuklidtherapie machen lassen. Bevor ich nur wegen Knochenschmerzen Tabletten schlucke, die ja dann nicht weniger werden, halte ich so eine Radionuklidtherapie für sinnvoll. Man vergibt sich nichts. Es gibt keine dauerhaften Schäden. Ich hatte auch im Blutbild keinerlei Veränderungen und die Durchführung ist ein Klaks (schneller als ein Szintigramm, aber vom Ablauf her ähnlich). Wenn es optimal läuft, hat man danach längere Zeit vor diesen Schmerzen Ruhe.

Leider ist diese Form der speziellen Schmerztherapie nicht wirklich bei den Onkologen angekommen und bekannt. Für mich ist die Frage danach immer die Testfrage für einen neuen Arzt. Wer das nicht kennt, ist mir nicht kompetent genug. Ich finde es eine Schande, dass es Onkologen gibt, denen ich erklären mußte, was eine Radionuklidtherapie eigentlich ist. Und das ist kein Witz, das ist mir zwei Mal passiert. (Beide Ärzte sind inzwischen nicht mehr in dieser Praxis womit ich nichts zu tun hatte, es aber sehr begrüße) Knochenmetastasen sind ja nun nicht gerade selten in einer onkologischen Praxis und wenn die behandelnden Ärzte diese Option nicht kennen und vorschlagen können, ist ein Patient nicht optimal beraten.

Bei der Gelegenheit möchte ich auch mal noch ein paar Worte zum allgemeinen Knochenszinitgramm schreiben.
Diese Untersuchung verweigere ich erfolgreich seit mehreren Jahren. Aus gutem Grund. Jedesmal wenn irgendein Arzt ein Szintigramm wollte, konnte man am Ende, nur aufgrund des Szintigramms, doch so rein gar nichts sagen. Es konnte keine Diagnose erhoben und schon gar keine Therapie vorgeschlagen werden. Immer und jedesmal mußte im Anschluß entweder ein CT oder ein MRT gemacht werden. Erst dann war Klarheit. Also spare ich mir den Tag den ein Szintigramm immer kostet und gehe lieber gleich zu CT oder MRT.
Um gernell nachzusehen ob man Knochenmetastasen hat, ist das Szintigramm ein angebrachtes Verfahren. Ebenso sinnvoll ist ein Szintigramm um einschätzen zu können, in wie weit entzündliche Prozesse, wie Rheuma, für Knochen-und/oder Gelenkbeschwerden verantwortlich sind.
Laßt Euch nicht, ohne jeden Sinn, einfach dahin schicken.
Wenn ich erkläre, warum ich das nicht möchte, hat das bisher noch jeder akzeptiert und dann eben gleich CT oder MRT angeordnet. Mir bleibt dadurch jedesmal ein unangenehmer Tag erspart. Warum das dennoch immer wieder so völlig umsonst angefordert wird, ist mir ein Rätsel. Ich muß auch dann noch zum Schluß erklären, dass bei mir, nach der ersten Chemo und in der „krebsfreien“ Zeit, wegen unklarer Rippenbeschwerden auch ein Szintigramm gemacht wurde. Bei der Bildbesprechung wurde mir dann genauestens erklärt, dass ich multiple Rippenbrüche hätte und die Bilder seien ganz typisch. Heute weiß ich, das waren die ersten Knochenmetastasen und die Diagnose war falsch. Also ich pfeif auf Szintigramm. In jeder Hinsicht. Ich kann jedem Betroffenen nur raten, sich sehr genau zu überlegen, ob man ein Szintigramm machen lassen möchte und wozu.

Methadon//Ärzte

Aus gegebenem Anlass muss ich nochmal darauf hinweisen, dass ich keinen Arzt nennen kann, der Methadon DL verschreibt.

Mein eigener Onkologe verschreibt mir zwar meine Folgerezepte, aber für das Erst-Rezept, musste ich nach Iserlohn fahren.  Er hält von Methadon, auch als reines Schmerzmittel, nichts. Er plappert genau den Quark, den man in der Fernsehsendung von den „Gegnern“ auch vernehmen kann. Er hat ganz offensichtlich keine Erfahrungen und spricht nur nach, was er auf irgendwelchen Kongressen vernommen hat. Meine eigenen, durchgängig postiven Erfahrungen haben an seiner Einstellung nichts geändert und ich bin in dieser riesen großen onkologischen Praxis, noch immer die einzige Patientin unter Methadon DL. Leider.

Dass mir seit der Fernsehsendung ständig neue Anfragen geschickt werden, ist für mich reichlich frustrierend.

Ich wäre sehr dankbar, wenn ich einen Onkologen wüßte, der da eine etwas offenere, weniger voreingenommene Einstellung hat. Wer also entsprechende Informationen hat, kann sich sehr gerne melden, aber ich kann bisher leider keinen Arzt nennen mit dem man hier gut zusammenarbeiten könnte. Ich habe meine Praxis bisher nur nicht gewechselt, weil es eben keine Alternative gibt . . . bzw. ich noch keine kenne.

Ich finde die gesamte Situation um das Methadon DL ausgesprochen nervig. Auf der einen Seite gibt es nun Menschen, die tun als gäbe es da jetzt ein Wundermittel, was bei jedem Krebs hilft und auf der anderen Seite die Gegner, die dann gleich jegliche Wirkung verneinen. Methadon ist weder das Eine, noch  das Andere. Es gibt Fälle/Situationen, in denen Methadon eine Option darstellt. Ganz besonders beim Glioblastom und bei Lebermetastasen . .  das ist aber weit entfernt von einem Wundermittel. Außerdem ist Methadon einfach ein lange bekanntes und eigentlich alt bewährtes Schmerzmittel.

Ärzte die da offen und realistisch sind, sind leider eine Seltenheit und das müssen die Patienten, für die das Methadon eine Option wäre, ausbaden. Also es ist weder ein Wundermittel, noch sollte man sämtliche Wirkungen verteufeln oder absprechen. Die Nebenwirkungen sind lange nicht so, wie von den „Gegnern“ dargestellt. Dafür gibt es inzwischen wirklich ausreichend Nachweise und Erfahrungen.